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Natürliche Hilfe für starke Abwehrkräfte – Teil III

Ja, dieses Thema beschäftigt mich doch noch weiterhin – und Sie wahrscheinlich auch, oder? Gottseidank sind die Möglichkeiten sehr vielfältig und ganz individuell einsetzbar.

Sehr bewährt zur unspezifischen Abwehrsteigerung ist die Einnahme von Vitamin D3. Vitamin D nimmt eine besondere Rolle ein, denn es kann im Gegensatz zu den meisten anderen Vitaminen vom Körper selbst gebildet werden. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass ausreichend Sonnenlicht, insbesondere die UVB-Strahlung auf die Haut einwirkt. Der Körper wandelt wandelt es in ein Hormon um, das Calcitriol genannt wird, die biologisch aktive Form von Vitamin D. Im Sommer ist das kein so großes Problem, aber zwischen Oktober und März kann der Körper kaum Vitamin D bilden, da die Sonne zu schwach scheint. Es gibt zwar Lebensmittel, die Vitamin D enthalten, die aber nur etwa zu 10% für uns eine Rolle spielen: z.B. Fischleberöl, Lachs, Sardinen, Heringe, Eier und im Sommer bei Weidehaltung auch Milchprodukte. Für Veganer: Pilze oder Avocados enthalten zumindest etwas davon. Für eine gute hormonelle Balance sowie für ein intaktes Immunsystem sollte das Vitamin D3 im Blut um die 50 nmol/l herum liegen. Diesen Wert erreichen mehr als 60% der Bevölkerung nicht. Wer das Vitamin D3 auffüllen will, um gegen Schnupfenviren und andere Virusangriffe gewappnet zu sein, sollte im Winterhalbjahr täglich etwa 2000 I.E. mit Fett- oder Öl-haltiger Nahrung zuführen – sehr wichtig, da Vitamin D fettlöslich ist und sonst nicht richtig wirken kann. Diese Empfehlung gilt für Erwachsene, bei Kindern sind sicher Tropfen sinnvoll, die man entsprechend des Alters dosieren kann. Aber Achtung: um eine Überdosierung zu vermeiden, empfiehlt es sich bei längerer oder höherer Einnahme, die Blutwerte prüfen zu lassen, speziell der Calcium- und der Nierenstatus sind hier zu beachten.

Auch bestimmte homöopathische Komplexmittel können sehr gut eingesetzt werden. Hier wären u.a. Globuli mit Meteoreisen (Ferrum sidereum) zu nennen. Eisen ist für unseren Organismus außerordentlich wichtig. z.B. für die Sauerstoffaufnahme und den -transport, viele Zellfunktionen, die Blutbildung und den Energiestoffwechsel, die Abwehr und Muskeltätigkeit, ebenso für die Vitalität. Es ist sozusagen eine Grundlage der Lebenskraft und eine „Ritterrüstung“ für das Immunsystem. Außerdem sind in diesem Präparat zusätzlich Phosphor zur Energetisierung und Quarz zur Stabilisierung der Abwehr enthalten. Die sog. „Kügelchen“ sind ja gerade auch bei Kindern sehr beliebt und können je nach Alter ab 3 x 3 (kleines Kind) bis 3 x 15 (Erwachsener) verabreicht werden.

Ein weiteres sehr interessantes Mittel namens Metavirulent in Tropfenform zur Aktivierung der unspezifischen Immunabwehr gerade bei viralen Infekten setzt sich wie folgt zusammen: außer Eisenphosphat (Ferrum phosphoricum) sind rechtsgedrehte Milchsäure (Acidum L+lacticum) für den Stoffwechsel, zur Energiegewinnung v.a. in Muskeln, Leber und roten Blutkörperchen, zur Regulation der Darmflora und zum Aufbau eines Säureschutzmantels von Haut und Schleimhaut (übrigens alle homöopathisch aufbereiteten Säuren sind Erschöpfungsmittel!), Carolina-Jasmin (Gelsemium sempervirens) bei Erschöpfung und Zerschlagenheit, „Grippekopfschmerz“, Stirnhöhlenschmerzen oder Schluckbeschwerden, die Schwammgurke (Luffa operculata) bei Schnupfen, trockenem Husten und Förderung des Nasensekrets, Blauer Eisenhut (Aconitum napellus) bei plötzlichem Fieber mit Schüttelfrost und Zerschlagenheitsgefühl durch Wind, Wetter und Nässe oder Nebenhöhlenentzündungs – Schmerzen, Weißer Germer (Veratrum album) bei schnell eintretendem Krankheitsbeginn, Kältegefühl, besonders im Gesicht, Fieber und Kreislaufbeschwerden nach kaltem Wetter, Gelber Enzian (Gentiana lutea) zur Anregung der Lebenskraft, als Tonikum bei Erschöpfung und zum Abbau von Immungiften und zum Schluss, besonders interessant, eine sog. Influencinum Nosode enthalten. Was ist denn eine Nosode? Nosoden sind „entschärfte“ Erregerbestandteile, hier in diesem Falle sind es Grippe-Erreger, die durch Erhitzen unschädlich gemacht und so hoch verdünnt werden, dass sie keinerlei Ansteckungspotential mehr in sich tragen. Nach der homöopathischen Lehre kann die Influencinum-Nosode das Abwehrsystem gezielt über die Erreger „informieren“, wie eine Art „Fingerabdruck“ des ursprünglichen Feindbildes und somit das immunologische Gedächtnis unterstützen. Über diesen natürlichen Vorgang kann sich das Immunsystem auf sanfte Art und Weise mit dem Erreger auseinandersetzen. Diese ausgewogene Zusammenstellung kann man vorbeugend einsetzen, 1-2 x täglich 25-30 Tropfen in etwas Wasser einnehmen, während akuter Virusinfekte empfiehlt sich jedoch eine höhere Dosierung, z.B. bis zu stündlich 10-15 Tropfen. Erfahrungsgemäß verläuft der Infekt dann wesentlich milder und auch kürzer.

Ergänzend oder alternativ sind die homöopathischen Lutschtabletten Engystol sehr gut geeignet, die eine Kombination aus Schwalbenwurz oder auch St. Lorenzkraut genannt (Vincetoxicum hirundinaria) und Schwefel (Sulfur) beinhalten. Der Gattungsname Vincetoxicum leitet sich ab vom lateinischen vincere (besiegen) und toxicum (Gift) ab und bezeichnet eine Pflanze, die als Antidot = Gegengift wirkt. Volkstümlich wurde sie zur Erregung von Brechreiz bei Vergiftungsverdacht sowie als harn- und schweißtreibendes Mittel verwendet. Der Name Schwalbenwurz ist aus dem lateinischen hirundo für Schwalbe nachempfunden und drückt die Ähnlichkeit der mit einem Haarschopf versehenen Samen mit fliegenden Schwalben aus. In der Homöopathie liegt die Anwendung ganz klar bei entzündlichen Prozessen und v.a. bei Virusinfektionen. Das eigene Immunsystem wird bei der Bekämpfung der Erreger unterstützt und der Infekt kann auch abgewehrt werden.
Dazu kommt noch homöopathisch aufbereiteter Schwefel, der hier speziell gegen eine Entzündung der Schleimhäute wirkt, die gerne z.B. zu Beginn einer Erkältung hauptsächlich im Rachenraum zu finden ist und später im Nasen- und Bronchialbereich auftreten kann.

Was auch ganz wichtig ist: wer sich generell fit halten und seine Abwehrkräfte steigern möchte, sollte zusätzlich auf die eigene Darmgesundheit achten. Das darmassoziierte Immunsystem lässt sich vor allem durch Bitterstoffe stärken. Diese steigern sogar die Leukozytenzahl, so dass die Blutabwehr aktiviert wird. Gut wären hier z.B. bittere Salate wie Chicoree, Radicchio oder Löwenzahn. Ergänzend dazu kann man täglich 1-2 Tassen Bittertee trinken. Ein sehr gutes Präparat ist ein Kräuteraufgusspulver aus Anis, Kümmel, Fenchel, Wermut, Schafgarbe, Bibernelle und Wacholder – ½ TL pro Tasse mit sprudelnd kochendem Wasser übergießen und 5 Min. ziehen lassen.

Die Darmflora kann man auch durch fermentierte Nahrungsmittel wie Kombucha, Kefir, Joghurt, die japanische Misopaste, Sauerteig, Sauerkraut oder Apfelessig stärken. Was sind denn nun fermentierte Lebensmittel? Unter Fermentation wird eine stoffliche Umwandlung verstanden, welche auf der Aktivität von Zell-und Pilzkulturen sowie Bakterien beruht. Das Wort kommt aus dem Lateinischen und heißt nichts anderes als „Gärung“. Diese Lebensmittel werden von unserem Körper leichter aufgenommen. Der pH-Wert ändert sich ins Saure. Einerseits werden sie so haltbarer, andererseits werden sie so zu probiotischen Lebensmitteln. Die entstandenen Milchsäurebakterien können bis in unser Verdauungssystem vordringen und unterstützen nun unsere Darmflora. Hierzu gehört ebenfalls eine Kur mit Brottrunk – es werden je 50 ml Wasser, Brottrunk und Apfelsaft gemischt und getrunken. Er entsteht aus einem speziell gebackenem Natursauerteigbrot, das zerkleinert und mit Wasser in großen Kesseln angesetzt wird. Die Gärung dauert mehrere Wochen. Vorbild war der russische „Kwas“, ein allerdings alkoholisches Getränk.

Gesund bleiben ist doch gar nicht so schwer,

Ihre Apothekerin
Simone Wagner

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