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Mit Teamkompetenz gegen den Schmerz

Therapiemöglichkeiten nach Liebscher und Bracht

Das aktivlife Zentrum beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem allgegenwärtigen Thema Schmerz. Schmerzen sind es, die immer mehr Menschen die Lebensfreude rauben, und sie am wirklichen Glücklichsein hindern. Und genau für diese ständig wachsende Anzahl schmerzleidender Menschen bietet das aktivlife Zentrum in Füssen eine einzigartige Kombination aus klassischen Behandlungsmethoden, wie der Physiotherapie, Osteopathie und gezielter Schmerztherapie. „Schmerzen sind häufig nur die äußeren Signale innerer, also psychischer Ursachen. Im Gespräch mit unseren Patienten lokalisieren wir die wirkliche Quelle der Schmerzen und behandeln diese mit unserer gesamten Teamkompetenz“, erklärt Birgit Horstmann, Physiotherapeutin, Osteopathin, Heilpraktikerin und Inhaberin des Zentrums.

Eine besondere Schmerztherapie ist die nach Liebscher und Bracht, die Willi Dodel, Mitarbeiter, Sportphysiotherapeut und Heilpraktiker, der seit 2012 bei aktivlife ist, anbietet. Was das Besondere an dieser Therapieform ist, erläutert der Heilpraktiker in einem Interview mit Füssen aktuell.

Was versteht man unter der Therapieform Liebscher und Bracht?
In erster Linie Schmerzen lindern. Was man wissen muss ist: Der Schmerz ist keine Krankheit sondern ein Alarm, der von unserem Gehirn ausgeht und uns sagt: Aufpassen. Sofort nehmen wir eine Schonhaltung ein. Es kommt zu Muskel- und Fehlspannungen. Dieses Wissen, dass Alarm in unserem Gehirn ausgelöst wird, hilft die Schmerztherapie von Liebscher und Bracht zu verstehen. Denn durch das Drücken bestimmter Schmerzpunkte am Knochen, nämlich genau dort, wo Muskeln und Faszien ansetzen und Engpässe geöffnet werden wollen, erhält das Gehirn die Botschaft „Du kannst die Fehlspannung jetzt loslassen“. Und genau das tut es dann, meist innerhalb weniger Minuten.

Man ist also nach der ersten Behandlung schmerzfreier?
Wenn die Schmerzen tatsächlich muskulär-faszial sind, dann ja. Der Patient spürt sofort ein Entspannungsgefühl und der Schmerz lässt nach. Die Gelenke des menschlichen Körpers sind in nahezu allen Richtungen beweglich. Wir nutzen unsere Bewegungsmöglichkeiten bei weitem nicht aus. Das sind meist 15 bis 20 von 100 Prozent. Es ist kein Wunder, dass wir dann mit Konsequenzen rechnen müssen, nämlich dem Schmerz.

Wie kamen Sie zur Schmerztherapie von Liebscher und Bracht?
Es war das Aha-Erlebnis einer Kollegin, die Liebscher und Bracht auf einer Messe in Stuttgart gesehen hat. Als sie davon erzählte, wollte ich das auch ausprobieren. Ich war begeistert, zumal es in eine ganz andere Richtung ging, die ich bisher nicht kannte.

Welche Richtung meinen Sie?
Wie ich schon vorher erwähnt habe, stehen die Osteopressur-Punkte, also die Schmerzpunkte am Knochen, wo Muskel und Faszien ansetzen, offenbar in einer unmittelbaren Beziehung zum Gehirn. Der Schmerz ist nichts anderes als unser Frühwarnsystem, das uns tatsächlich zeigt, wo diese Fehlspannung ist. Tasten wir jetzt unseren Körper Zentimeter um Zentimeter ab, kann es sein, dass ein Zentimeter davor der Schmerz bei einer Skala von 0 bis 10 eins beträgt und nur ein Zentimeter weiter kann der Schmerz schon sieben betragen. Die Muskeln und Faszien sind dort verkürzt. Schmerzmittel können helfen, allerdings nur temporär genauso wie die meisten OPs, die auf die Dauer das Problem nicht lösen, weil es nicht die Ursache behandelt.

Ich habe gelesen, dass falsche Ernährung die Faszien verkleben lässt. Wie wichtig ist die Ernährung bei dieser Schmerztherapie?
Sehr wichtig, genauso wie unser Seelenleben. Wir müssen uns das wie ein Netzwerk vorstellen, das untereinander sehr gut funktioniert. Informationen legen wir im wahrsten Sinne des Wortes in unserem Körper ab. Jede Erinnerung, ob nun psychisch oder physisch. Unser Körper merkt sich das. Er ist wie eine Landkarte, an der bunte Pins angebracht sind wo wann, was, und wie gewesen ist. Mit guter Ernährung optimiert man die Schmerzlinderung in Verbindung mit der Engpassdehnung und Osteopressur sehr gut.

Das heißt, man muss als Patient mitarbeiten?
Unbedingt. Ich kann den Schmerz in der ersten Sitzung womöglich nehmen. Aber wichtig ist es, dass der zu Behandelnde nicht einfach nach Hause geht und so weiterlebt wie bisher. Damit man den Patienten vom Schmerz befreien kann, ist es wichtig, dass er täglich mindestens zehn bis 15 Minuten an seinen muskulär-faszialen Fehlspannungen mit den passenden Übungen arbeitet. Die Resultate, die dabei erzielt werden, sind teilweise unglaublich. Ich bin immer wieder überrascht.

Wie ist es bei chronischen Schmerzen?
Bei chronischen Schmerzen kann es etwas länger dauern. Das Ziel ist es, den Patienten schmerzfrei zu machen. Wenn jetzt jemand seit 20 Jahren O-Beine hat, dann kann man diese Fehlstellung nicht in ein paar Therapiestunden ändern. Da kann es auch bis zu einem halben Jahr dauern, bis sich der Erfolg bemerkbar macht. Man ist aber relativ schnell aus dem Schmerz heraus.

Kann jeder Patient nach Liebscher und Bracht behandelt werden?
Prinzipiell ja. Zum Beispiel bei Migräne, die oft von Muskel- und Fehlverspannungen ausgelöst wird. Bei Sodbrennen ist diese Art von Therapie auch möglich.

Tatsächlich?
Ja. Es ist oft der Fall, dass das Zwerchfell nicht locker ist und auf die Speiseröhre drückt. Nach einigen Behandlungen und den passenden Übungen kann es deutlich besser werden. Wenn nicht, muss der Patient einen Gastroenterologen aufsuchen.

Welche Schmerzen können noch therapiert werden?
Ich würde nichts ausschließen. Alles vom Kopf bis zum Fuß. Liebscher und Bracht sagen, von 100 Prozent Schmerzen sind 80 Prozent davon muskulär-faszial. Angefangen von der Augenmuskulatur, Kieferproblemen, Zähneknirschen, Kniegelenksarthrose, Fibromyalgie, Tinnitus, …

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Schmerztherapie?
Nein. Aber ich denke, dass heutzutage Gesundheit für jeden Einzelnen von uns an erster Stelle stehen muss. Ständige Schmerzen sind kein Zustand. Bei dieser Therapieform lernt man, sich selbst zu helfen. Schon allein die Übungen helfen dabei, den Schmerz zu lindern.

Vielen Dank für das informative Gespräch.
Sehr gerne.

Das Interview führte Sabina Riegger

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