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Hilfe für das Gastgewerbe

Die Corona-Krise trifft Gastronomie und Hotels besonders hart. Durch die Schließungen gehen Umsätze verloren, die nicht mehr nachgeholt werden können. Das ist trotz der Hilfen von Bund und Land für viele Betriebe existenzbedrohend. „Wenn der Umsatz wegfällt, dann ist das eine gravierende Sache. Ohne Produktivitätserweiterung ist es eine Katastrophe, ein Darlehen aufzunehmen“, so Wolfgang Sommer, Kreisvorsitzender der DEHOGA Ostallgäu. Sommer ist sich sicher, dass viele Gastronomie- und Hotelbetriebe Schwierigkeiten haben werden. Laut Branchenverband DEHOGA droht einem Drittel der deutschlandweit gut 223.000 Betriebe die Pleite. Mit der beschlossenen Reduzierung der Mehrwertsteuer für Speisen ist die Bundesregierung endlich dem Wunsch der Hotelerie nachgekommen. Gültig ist die Regelung ab dem 1. Juli 2020 bis zum 30. Juni 2021.

Das gibt vielen Gastgebern eine Perspektive. doch nicht allen. Laut einer Umfrage des Gastgewerbe-Magazins weisen Teilnehmer der Befragung darauf hin, dass die Senkung aktuell keine Hilfe liefere, da sowieso keine Umsätze gemacht werden könnten. Andere schreiben, dass beim Lieferdienst-Service und Take-Away-Angeboten ohnehin nur 7% Steuern fällig seien. „Auf die Dauer wäre die Mehrwertsteuer-Senkung auf Speisen und Getränke allerdings eine gute Sache“, so Sommer. Eine spürbare Wirkung der Senkung wird sich allerdings erst dann zeigen, wenn die Geschäfte wieder angelaufen sind.

Social Distancing und Sicherheitsvorkehrungen werden sicher noch über Monate zu unserem Alltag dazugehören. Wie das in der Gastgewerbebranche umgesetzt werden könnte, um dem Sicherheitsbedürfnis der Gäste zu entsprechen, weiß im Moment noch keiner. „Es gibt unterschiedliche Lösungsansätze, aber die müssen erst auf den richtigen Nenner gebracht werden. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, muss jeder Betrieb selbst entscheiden und umsetzen“, erklärt der Hotelier aus Füssen. „Wir warten, was die Politik fordert und hoffen, dass die Entscheidungen zweckdienlich sind.“

Liquiditätsilfen

Bis die Geschäfte, hoffentlich bald, wieder anlaufen, gibt es unterstützende Maßnahmen auch seitens der Stadt Füssen zur Förderung der Liquidität der betroffenen ansässigen Unternehmen. „Die Gewährung von Stundungen wird erleichtert. Bei der Nachprüfung der Voraussetzungen für Stundungen werden keine strengen Anforderungen gestellt, und auf die Erhebung von Stundungszinsen kann in der Regel verzichtet werden. Auch Vorauszahlungen können unkompliziert und schnell herabgesetzt werden“, erklärt Füssens Hauptamtsleiter Peter Hartl.

Eine Liquiditätshilfe gibt es auch beim zuständigen Finanzamt. Unternehmen können ab sofort neben der Erstattung von bereits für 2020 geleisteten Steuervorauszahlungen auch eine Erstattung von für 2019 gezahlten Beträgen bei ihrem zuständigen Finanzamt beantragen, und zwar auf Grundlage eines pauschal ermittelten Verlustes für das aktuelle Jahr.

Der pauschal ermittelte Verlustrücktrag aus 2020 beträgt 15% der maßgeblichen Einkünfte, die der Festsetzung der Vorauszahlungen für 2019 zugrunde gelegt wurden (max. eine Million Euro bzw. zwei Millionen Euro bei Zusammenveranlagung). Auf dieser Grundlage werden die Vorauszahlungen für 2019 neu berechnet. Eine Überzahlung wird erstattet. Den pauschalen Verlustrücktrag gibt es nur auf Antrag.

Der Antrag muss schriftlich oder elektronisch bei dem für die Festsetzung der Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer zuständigen Finanzamt gestellt werden. Dabei können der Antrag auf Herabsetzung der Vorauszahlungen im pauschalierten Verfahren zusammen und der Antrag auf Herabsetzung der Vorauszahlungen für 2020 gemeinsam gestellt werden.

Text · Foto Sabina Riegger

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