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Grundbruch am Füssener Gipsbruchweiher: Umfangreiche Vorbereitungen für Sanierungsplanung laufen

Anfang Februar 2020 ist es an der Alatseestraße zwischen Bad Faulenbach und dem Alatsee auf Höhe des sog. Gipsbruchweihers zu einem Böschungsbruch gekommen. Das Schadensbild stellt sich so dar, dass direkt am Asphaltrand der Alatseestraße auf einer Länge von ca. 30 m der Boden aufgerissen ist. Die Böschung ist insgesamt in Richtung Gipsbruchweiher in Bewegung. Der Riss ist ca. 80 cm bis 1,20 m tief, der Bankettbereich um ca. 40 cm abgesunken. Seither ist diese Verbindungsstraße dort für den Pkw-Verkehr komplett gesperrt. Der Rad- und Fußgängerverkehr wird seither über die Südseite des Mittersees umgeleitet. Ein KFZ-Verkehr ist von Faulenbach Richtung Ober- und Mittersee seither nicht möglich.

Zur weiteren Bewertung wurde umgehend ein Geologe hinzugezogen, damit die anstehenden Maßnahmen ermittelt werden können. Nach dessen Einschätzung liegt dort ein sogenannter Grundbruch vor. Da vom Geologen ein weiterer – ggf. auch größerer – Abbruch der Böschung nicht ausgeschlossen werden kann, wurden zur Vermeidung weiterer Schäden und Beschädigungen die Bäume gerodet und der Wasserstand im Gipsbruchweiter vorsorglich abgesenkt.

Zur Vorbereitung der weiteren Maßnahmen wurden weitere Untersuchungen (Bodenuntersuchung, Bestandsvermessung des Geländes, Echolotvermessung des Gipsbruchweihers usw.) veranlasst. Diese Untersuchungen bzw. deren Ergebnisse sind Voraussetzungen für eine Sanierungsplanung, d.h. dafür, in welche Richtung eine Sicherung der Straßen überhaupt möglich ist (Böschungssicherung oder Straßenverlegung oder Kombination). Ferner wird geprüft, wie mit den im Straßenbereich mitverlegten Leitungen umgegangen werden muss (z.B. Verlegung, Umlegung, Erneuerung).

Nachdem die Rammsondierungen und die Aufschlussbohrungen zwischenzeitlich weitgehend durchgeführt worden sind, gehen wir davon aus, dass bis etwa Ostern das Baugrundgutachten vorliegen wird. Dann gilt es noch, das Ergebnis der Echolotvermessung abzuwarten, bevor dann die eigentliche Sanierungsplanung erfolgen kann. Hierzu wird die Stadt Füssen ein entsprechendes Ingenieurbüro beauftragen.

Der betroffene Straßenbereich befindet sich in einem umweltschutzfachlich sehr sensiblen Bereich: Vogelschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet, FFH-Gebiet (Flora-, Fauna-, Habitatgebiet). Zudem ist der Gipsbruchweiher als Alpenbiotop ausgewiesen. Insofern werden bei der Sanierungsplanung auch die betroffenen Fachstellen, vor allem die Untere Naturschutzbehörde und das Wasserwirtschaftsamt, ein gehöriges Wörtchen mitreden. Zudem ist die Baulärmverordnung der Stadt Füssen zu beachten, weil der Baustellenverkehr zwangsläufig durch den Ortsteil Bad Faulenbach laufen wird.

Aufgrund der schwierigen Rahmenbedingung und der erforderlichen Beteiligung einer Vielzahl von Fachstellen ist vor Ende September / Anfang Oktober dieses Jahres ein Baubeginn kaum realistisch. Je nach Sanierungsplanung ist dann davon auszugehen, dass die Baumaßnahme rechtzeitig zum Winterbeginn (November) abgeschlossen werden kann. Erfreulich ist hingegen, dass die Alatseestraße in diesem Bereich voraussichtlich schon ab kommenden Wochenende wenigstens für den Fußgängerverkehr wieder in einer Mindestbreite freigegeben werden kann.

Text: PM Stadt Füssen

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