GesundheitLeben

Hydrotherapie-Studie deckt Fälle von Schlafapnoe auf

Prof. Dr. Christian Schumann geht für die Studie Kooperation mit Andreas Eggensberger ein

Zu der gewünschten Teilnahme an der Schlafstudie kam es für Wolfgang Schuster nicht. Dafür weiß er nun endlich, was die wahren Hintergründe für seine Schlafstörungen sind, und wie er sie erfolgreich behandeln lassen kann. Eine gewonnene Erkenntnis, über die der Ostallgäuer sehr froh ist. Schuster wollte eigentlich als Proband an der groß angelegten Schlafstudie, die Kneipp- und Physiotherapeut Andreas Eggensberger in Zusammenarbeit mit Füssen Tourismus derzeit durchführt, teilnehmen. Die altbewährten Anwendungen des Wasserdoktors Sebastian Kneipp sollten ihm helfen, seine Schlafstörungen erfolgreich zu behandeln.

Genau das will Andreas Eggensberger wissenschaftlich belegen. Ein insgesamt elfköpfiges Team aus Therapeuten und Experten kümmert sich um die Teilnehmer der Studie, die zumeist im ganz normalen Arbeitsalltag stehen, ob in der Gastronomie, auf dem Bau oder sonst irgendeiner Branche.

Polygrafie gibt Aufschluss über die Atmung

Wie berichtet, hatte der Physiotherapeut im Rahmen seiner Masterarbeit bereits im letzten Jahr eine Pilotstudie mit dem Thema „Wirksamkeit der Hydrotherapie bei nichtorganischen Schlafstörungen“ durchgeführt und abgeschlossen. Tatsächlich hatten sich die Werte einiger Probanden schlaffördernd verbessert. Leistungsfähigkeit, Erholsamkeit und Wohlbefinden konnten deutlich gesteigert werden, während Aufwachhäufigkeit oder Tagesschläfrigkeit vermindert wurden. Oberstes Ziel war es, anhand von regelmäßigen Messungen, wie Temperatur, Blutdruck oder der sogenannten Herz-Raten-Varianz, viele verschiedene Daten zu sammeln. Zudem mussten die Probanden Fragebögen zum allgemeinen Wohlbefinden oder Schlafverhalten führen. Auch Wolfgang Schuster (Name von der Redaktion geändert) arbeitet in einer sogenannten Wechselschicht. Mal muss er nachmittags mit seiner Arbeit als LKW-Fahrer anfangen, mal früh morgens oder auch über Nacht, je nachdem in welche Richtungen seine Fahrten geplant sind. Nach einem ärztlichen Check, den die potentiellen Probanden im Vorfeld zu der Studie durchlaufen, war klar, dass es sich bei Schuster um eine organisch bedingte Schlafstörung handelt. In Kooperation mit den Ärzten des Hauses hatte das Therapiezentrum Eggensberger schließlich eine Polygrafie durchgeführt, bei der auch seine Atmung genauer untersucht wurde. Das Ergebnis war eindeutig, alles deutete auf eine Schlafapnoe hin.

Schlafapnoe führt zu erhöhtem Schlaganfallrisiko

„Die häufigste Form einer schlafbezogenen Atemstörung ist die sogenannte Schlafapnoe, woraus unter Umständen auch eine medizinische Behandlungsnotwendigkeit resultieren kann“, erklärt Professor Doktor Christian Schumann, Chefarzt an der Klinik für Pneumologie, Thoraxonkologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin im Klinikverbund Allgäu GmbH, der mit Andreas Eggensberger im Rahmen der Studie kooperiert. „Die häufigsten Symptome sind unter anderem lautes, unregelmäßiges Schnarchen und gleichzeitig eine gewisse Müdigkeit bei Tag. Kommt dann eventuell noch Bluthochdruck und auch Übergewicht hinzu, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass tatsächlich eine Schlafapnoe vorliegt.“

So wie auch im Fall von Wolfgang Schuster, der nach den ersten Untersuchungen und der Polygrafie im Therapiezentrum Eggensberger schließlich den Weg ins Schlaflabor des Klinikum Kemptens fand. „Es waren doch schon mehrere Fälle, die uns durch die Schlafstudie im Lauf der letzten Monate übermittelt wurden und bei denen der Verdacht auf eine Schlafapnoe vorlag“, so Schumann. „Bei den meisten Patienten konnten wir aber zum Glück eine Entwarnung geben. Allerdings waren auch ein paar Fälle dabei, denen wir dringend zu einer Therapie geraten haben.“

Immerhin sind die Folgen einer über Jahre hinweg unbehandelten Schlafapnoe oft verbunden mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck oder Diabetes, was letztendlich auch das Risiko eines Schlaganfalls um das drei- bis vierfache höher werden lässt. „Egal wie, jeder Proband profitiert von der Teilnahme an dieser Studie“, sagt Professor Dr. Schumann. „Ob eine organische Schlafstörung vorliegt oder nicht. Viel häufiger ist ja, dass Menschen aufgrund hausgemachter Probleme nicht erholsam schlafen können. Stress im Alltag oder im Beruf führt oft dazu. Viele Konzepte wie Gesprächs- oder Physiotherapie oder auch die Anwendungen von Kneipp können dann dazu beitragen, diese Probleme auch zu lösen. Für organische Schlafstörungen gibt es medizinische Lösungswege.“

Weitere Probanden gesucht

Mitmachen kann bei der Studie, die noch bis in das kommende Jahr hinein dauern wird, jeder im Alter von achtzehn bis 70 Jahren. Nach einem ärztlichen Check im Vorfeld, mit dem organisch bedingte Schlafstörungen ausgeschlossen werden können, kommen die Probanden im ersten Teil für verschiedene Kneipp-Anwendungen dreimal pro Woche in das Therapiezentrum nach Hopfen. Die genaue Uhrzeit können die Probanden selbst festlegen, sie sollte aber am Vormittag oder vor der Nachtschicht stattfinden. Zusätzlich sorgen die Probanden auch selbst für abendliche Güsse zuhause. Nach sechs Wochen führen die Teilnehmer dann für weitere sechs Wochen alle Anwendungen komplett selbst durch. Begleitend zu der Studie wird das eigene Schlafverhalten dokumentiert und ausgewertet. Potentielle Probanden können sich weiterhin im Therapiezentrum Eggensberger in Hopfen melden.

INFO
Therapiezentrum Eggensberger
Ringweg 4-6 · 87629 Füssen – Hopfen am See
kneippstudie@reha-hopfen.de
Tel.: 08362 / 9103-300

Studienteilnehmer aus der Region gesucht!
Führen Sie auch ein übermüdetes Leben? Haben Sie Probleme mit dem Einschlafen? Können Sie nicht durchschlafen und werden nachts immer wieder wach? Dann nehmen Sie an der Studie „Wirksamkeit der Hydrotherapie bei nicht-organischen Schlafstörungen“ teil. Die von Füssen Tourismus und Marketing organisierte medizinische Studie wird im Therapiezentrum Eggensberger durchgeführt.

Mehr Informationen unter:
www.fuessen.de/studie-hydrotherapie

Bewerben Sie sich beim Therapiezentrum Eggensberger:
Ringweg 4-6, 87629 Hopfen am See
kneippstudie@reha-hopfen.de
Tel. 08362 9103-300

Text: Lars Peter Schwarz · Foto: Envato

Verwandte Artikel

Das könnte Dich auch interessieren
Schließen
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"
Nacht der Musik 2024