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Sodbrennen

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Homöopathie, Heilerde, Schüsslersalze, Ernährung & Co.

Das moderne Leben und schlechte Essgewohnheiten bringen es mit sich, dass immer mehr Menschen an Sodbrennen leiden. Brennende Schmerzen hinter dem Brustbein, die kurz nach einer Mahlzeit oder im Liegen auftreten und bis in den Rachen ausstrahlen können, sowie saures Aufstoßen mit einem bitteren Geschmack im Mund sind hier die Hauptsymptome.

Verursacht werden diese Beschwerden durch Magensäure, die in die Speiseröhre gelangt und diese reizt. Die Magensäure wird ja im Magen zur Verdauung Ihrer Nahrung gebildet. Normalerweise verhindert ein Schließmuskel vor dem Mageneingang den Rückfluss des Mageninhalts (Reflux) in die Speiseröhre. Er sollte sich eigentlich nur öffnen, um geschluckte Speisen in den Magen zu lassen und verschließt sich dann sofort wieder. Ist jetzt aber besagter Schließmuskel zu schwach oder wird durch eine zu schnelle oder übermäßige Magensäure-Produktion einfach überfordert, kann er seine abdichtende Funktion nicht mehr optimal erfüllen. Während der Magen selbst durch eine säureresistente und dicke Schleimhautschicht geschützt ist, hat die dünne Speisenröhrenschleimhaut der Säureattacke nichts entgegenzusetzen und reagiert zunehmend gereizt.

Homöopathie:

Nux vomica (Brechnuss): für Menschen empfohlen, die reizbar und gestresst sind, die sog. „Manager-Typen“. „Alles ist zu viel“, Übelkeit, morgens im Bett, Ungeduld, Eile, Reizbarkeit, morgendliches „Katergefühl“, Frösteln. Es hilft, den Magen nach zu viel Kaffee, Zigaretten, Alkohol oder fettem, zu viel und zu schnellem Essen zu beruhigen. Auch in der Schwangerschaft und der Stillzeit geeignet. Das Völlegefühl, die Schwere im Bauch, krampfartige Beschwerden und das saure Aufstoßen werden gelindert.

Robinia pseudoacacia (Falsche Akazie): eignet sich bei Sodbrennen mit saurem Aufstoßen und Magendruck, gerne nachts im Liegen. Es brennt stark entlang des ganzen Verdauungstraktes. Besonders, wenn Stirnkopfschmerzen und durch die Magensäure abgestumpfte Zähne dazukommen.

Arsenicum album (Weißes Arsenik): kommt zum Einsatz bei starken Schmerzen hinter dem Brustbein, verbunden mit Erschöpfung, Ängstlichkeit und leichtem Frieren.

Carbo vegetabilis (Holzkohle): Auslöser sind fette Speisen. Symptome: viele Blähungen, Völlegefühl und saures Aufstoßen. Begleitend sind gerne Frostigkeit und kalter Schweiß.

Lycopodium (Bärlapp): durch Überessen verursacht. Äußert sich gerne durch sehr starke Blähungen, Völlegefühl, Schweregefühl im Bauch und saurem Aufstoßen. Der Bauch ist voll und aufgetrieben. Man hat furchtbar viel Luft im Bauch und in den Gedärmen, die durch Aufstoßen oder Flatulenz abgehen wollen, was natürlich sehr unangenehm ist.

Pulsatilla (Küchenschelle): Beschwerden durch Sahneeis, fette Speisen, Kaffee, in der Schwangerschaft und durch Überessen. Außer dem sauren Aufstoßen ist ein bitterer Geschmack bemerkbar. Die Zunge ist belegt und oft ist auch die Gallenblase mit betroffen. Kalte Speisen und Getränke fördern den Zustand. Der Menschentypus ist eher sensibel.

Heilerde

Von dem deutschen naturheilkundigen Pastor Felke (1856-1926) bekannt gemacht, eignet sich Heilerde besonders zur Behandlung akuter Beschwerden des Verdauungstraktes, wie Gastritis, Sodbrennen, Blähungen und Durchfallerkrankungen. Sie ist auch sehr hilfreich zur Entgiftung des Darms, weil die Partikel mit ihrer großen Oberfläche Magensäure, Schadstoffe, Bakteriengifte usw. sehr gut binden. Auch die möglicherweise aus dem Zwölffingerdarm aufsteigenden Gallensäuren werden durch Heilerde neutralisiert. Heilerde besteht aus Löß, einem Gemisch aus Quarz, Feldspat und Kalkspat. Sie macht im Magen-Darm-Trakt keine chemischen Veränderungen durch und greift auch nicht in den Stoffwechsel ein, sondern bindet Stoffe alleine durch die große Oberfläche ihrer Partikel. Diese werden dann über den Darm zur Ausscheidung gebracht. 15 Gramm Heilerde täglich reichen an die Pufferkapazität einer synthetischen Säureneutralisierung mittels Antazida heran. Zu bedenken ist allerdings: Heilerde bindet auch Medikamente, die Sie zur Behandlung anderer Krankheiten einnehmen müssen. Daher können diese dann nicht mehr richtig wirken. Daher ist es wichtig, die Heilerde frühestens 1 Stunde nach den anderen Medikamenten einzunehmen – 1-3 x täglich je 1 Teelöffel. Wer den etwas gewöhnungsmäßigen Geschmack scheut, für den gibt es auch Kapseln. Für eine Heilerde-Kur wäre eine Dauer von 4 Wochen sinnvoll. Übrigens hilft es auch Kaugummi, am besten zuckerfrei, zu kauen. Eine halbe Stunde bis Stunde nach dem Essen fördert es die Speichelsekretion und regt die Kontraktion des Darmes an. Speichel ist basisch und wirkt als natürlicher Schutz vor aggressiver Säure.

Schüssler-Salze

Hier empfiehlt sich die Nr. 9 Natrium phosphoricum bei Sodbrennen mit saurem Aufstoßen. Das Entsäuerungsmittel neutralisiert schädliche Säuren im Körper. Nr. 23 Natrium bicarbonicum bei einem Überschuss an Magensäure. Dieses Mittel reguliert den Säure-Basen-Haushalt des Körpers. 2-3 mal täglich je nach Bedarf 1-3 Tabletten. Die Tabletten lässt man eine halbe Stunde vor oder nach einer Mahlzeit unter der Zunge zergehen.

Lebensmittel und Ernährung

Eine Handvoll Mandeln, so etwa 20 Stück, nach dem Essen zu sich genommen, neutralisieren innerhalb von ca. 20-30 Minuten die Magensäure.

Der Saft der Aloe Vera Pflanze kühlt sehr schön den Magen und besänftigt die unangenehmen Symptome des Sodbrennens. Außerdem reguliert er die Verdauung und die Magensäure und hilft sowohl bei Verstopfung als auch bei Durchfall.

Apfelessig, obwohl sicher von Ihnen als sauer eingestuft, ist sehr hilfreich. In ein halbes Glas naturreinen Apfelsaft werden 2 EL Apfelessig gegeben und schluckweise ausgetrunken. Bald wird sich eine Erleichterung einstellen.

Auch ganz normale Äpfel werden im Kampf gegen das Sodbrennen eingesetzt. Bananen haben eine ähnliche fast augenblickliche Wirkung. Sowohl frische als auch getrocknete Früchte können hier eingesetzt werden.

Basilikumblätter kauen, 2-3 Stück, lindern nicht nur Sodbrennen und Magendruck, sondern helfen auch bei Übelkeit und Völlegefühl.

Ingwer gehört zu den ältesten natürlichen Mitteln gegen Verdauungsprobleme. Bei Sodbrennen hilft 1 TL des geraspelten Ingwers mit 1 TL Zitronensaft und 2 TL Honig, in 250 ml warmes Wasser gemischt. Weintrauben beruhigen den Magen sofort, 10-20 Stück gegessen und schon ist das Problem behoben.

Einen „friedlichen“ Magen wünscht Ihnen

Ihre Apothekerin
Simone Wagner

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