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Die Geschichte einer Institution

125 Jahre Krankenhaus Füssen

Als Michaela Fath 1984 im Rahmen ihrer Facharbeit sich mit der geschichtlichen Entwicklung der sozialen Einrichtungen in Füssen beschäftigte stellte sie fest, dass es bereits im Mittelalter Einrichtungen zur Versorgung von Kindern, Kranken und alten Menschen in Füssen gab.

1465
Seit 1465 besteht das sogenannte „Alte Spital“, welches später städtisches Armenhaus wurde. In ihm wurden Kranke und Alte durch die Spitalstiftung betreut.

1774
entstand das „Neue Spital“ aus der ehemaligen Vorderen Mühle. Für die seelsorgerische Betreuung der alten Menschen sorgte das Benefizium der Heilig-Geist-Spital-Kirche.

1858
Entschluss zum Bau der Distriktkrankenanstalt in Füssen sowie Bildung einer Rücklage von 300 Gulden in einem Augsburger Privatbankhaus.

1859/60
wurden jeweils weitere 500 Gulden zugeführt; König Maximillian stiftete 1000 Gulden für die Krankenanstalt.

1875
Am 1. Januar 1875 kündigte der Fabrikverwaltungsrat an, es werde ‚in Fürsorge um das Wohl der Arbeiter‘ ein eigenes Krankenhaus errichtet. Bereits 1874 war auf den sogenannten Hirschwirtfeldern mit dem Bau des Krankenhauses begonnen worden.

1887
versorgen die Niederbronner Schwestern Kinder, Arme, Kranke und Alte im Heilig-Geist-Spital, welches Armen- und Krankenhaus zugleich war. Mit der Gründung der Hanfwerke reichten die sozialen Einrichtungen nicht mehr aus. Ein kleines Krankenhaus auf den „Hirschwirtfeldern“ war zwar gebaut, das Distriktkrankenhaus an der Stadtbleiche war jedoch noch in Planung.

1894
war der Bau des Distriktkrankenhauses an der Stadtbleiche 1 unterhalb der Franziskanerkirche beendet und konnte am 27. September 1894 feierlich eingeweiht werden. Die Niederbronner Schwestern übernahmen die Krankenpflege. Es bestand aus dem Krankenhausbau, dem Isolier- und einem Nebengebäude mit zwei Wohnungen. Im ersten Stock befanden sich die Krankensäle und Zimmer
(4,20 m hoch). Das damalige Krankenhaus hatte circa fünfzig Betten.
1904/05
erhielt das Haus eine elektrische
Beleuchtung.

1909
wurde es erstmals vergrößert.

1915
entstand das erste Operationszimmer.

1928
Aufstockung des eingeschossigen Baus für 280 000 Reichsmark.

1929/30
Anbau einer Bäderabteilung sowie einer neuen Küche.

1942
eröffnete die erste Röntgen-Abteilung in Füssen.

1949
gibt es keine Krankensäle mehr, es entstehen max. 3-4 – Bett-Zimmer, Aufteilung der chirurgischen (im Krankenhaus) und internistischen Patienten mit Auffangs und Asylierungsstation (in angemietete Hilfskrankenhäuser), ein eigenes Entbindungsheim entsteht.

1952
Ausbau des Krankenhauses zu einem dreigeschossigen Gebäude und somit Erweiterung der Kapazität auf 60 Betten; die Hilfskrankenhäuser Notburga- und Ulrichsheim (angemietet wegen des erhöhten Bettenbedarfs der Nachkriegszeit) wurden aufgelöst; Kosten 356 000 DM.

1955-59 Erweiterung der bestehenden Bausubstanz durch den Neubau des Ambulantoriums, der Verwaltung, der Röntgenambulanz sowie der OP-Abteilung; Sanierung des Altbaus und somit Erweiterung des Krankenhauses auf 210 Betten.
Neubau des Treppenhauses und einer Bettenliftanlage; Bau der Krankenhauskapelle und des Refektoriums, der Bäderabteilung und eines Personalspeiseraumes; Umbau des Altbaus durch Renovierungsarbeiten, Einbau einer Heizungsanlage und Telefonzentrale => 4,5 Mio. DM.

1957
Im Mai 1957 wurde der Hebauf des neuen Krankenhauserweiterungsbaus (~ 2 Mio DM) gefeiert.
Während der Feierlichkeiten stürzte Landrat Dr. Winfried Hoffmann bei einem Besichtigungsrundgang 2 m tief in den Keller und zog sich schwere Verletzungen zu. Nach 1 ¼ Jahren konnte er im August 1958 wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden.

1962
Im Herbst wurde mit dem Bau der Schwesternklausur begonnen. Jede Ordensschwester erhielt ein eigenes Zimmer, um sich nach dem Dienst erholen zu können.

1969
In diesem Jahr wurde die Gynäkologie als Hauptabteilung eingerichtet. Somit konnten alle gängigen frauenärztlichen Operationen durchgeführt werden.

1975
Planung der Krankenhauserweiterung beginnt. Es wird eine Erweiterung für 300 Betten geplant.

1978
01. Januar 1978 übernehmen die ersten zwei Anästhesisten die Narkose und Schmerztherapie im Kreiskrankenhaus Füssen. Sie versorgen zudem auch Notfälle, wie Herzversagen und Beatmungsfälle. Außerdem sind sie für die Intensivpflege zuständig. Eine zusätzliche Aufgabe stellt die Organisation des Notarztdienstes dar. Sie arbeiten mit niedergelassenen Ärzten zusammen.

1980/81
Einführung der Anästhesieabteilung. Belegbetten für HNO-Patienten werden eingerichtet.

1986
21. September 1981 bis Frühjahr 1986 Sanierung und Erweiterung des Kreiskrankenhauses Füssen mit dem Neubau eines Untersuchungs- und Behandlungstraktes mit Zentrallabor, eines Operationstraktes und Kreißsaales (→ Fels und Wassereinbruch erschweren und verzögern die Baumaßnahmen), einer Küche und einer Zentralwäscherei; weitere Umbaumaßnahmen sind im „alten Haus“ vorgesehen => Kosten ~ 72 Mio DM.
Der Denkmal- und Landschaftsschutz muss beachtet werden. So entstehen Dachterrassen, die zu kleinen Parkanlagen umgebaut werden, da sie wegen der Sicht auf das Franziskanerkloster und der historischen Stadtmauer flach gehalten werden müssen. Es entstehen 240 Betten, welche auf Innere, Chirurgische und Gynäkologische Abteilungen verteilt werden; Belegmöglichkeiten für HNO (ab April 86) wird geschaffen; ein Augenarzt nimmt seine Arbeit auf.

1982
Im Dezember Richtfest am Krankenhaus.

1983
Am 01.01. liefert zusätzlich eine private Apotheke und ergänzt die Krankenhausapotheke.

1983
Einbau einer neuen Klingelanlage; Parkplatz für Besucher und Personal wurde neu angelegt.

1984
Am 15.01. erfolgt die Fertigstellung der Station UG mit 24 Betten.
1984 entsteht eine zentrale Anästhesie-Abteilung im Landkreis Ostallgäu-Kaufbeuren. Dezember 1984 wird die Zentralwäscherei eröffnet. Der Architekt Herr Rappmannsberger spendet 7000 DM für den Krankenhausbau.

1985
Im Juni nimmt die Küche ihren Betrieb auf; es erfolgt die Inbetriebnahme der neuen Röntgenanlage und der Bettenzentrale; die Untersuchungs-/Behandlungsräume und der OP- und Entbindungsbereich werden eröffnet.

1986
Alle Krankenzimmer erhalten einen Telefonanschluss.

1987
Es erfolgt der Abschluss der Umbauarbeiten.

1988
Die Intensivstation wird in Betrieb genommen.

1993
Es werden postoperative Aufwachräume installiert.

1995
Erste Belegbetten entstehen für Augenärzte nach Augen-OP´s.

1997
Eine orthopädische Belegabteilung wird mit 10 Betten eröffnet.

1998
Ab 01. Januar 1998 werden die drei bisher autark arbeitenden Kreiskliniken Füssen, Marktoberdorf und Obergünzburg in eine Anstalt des öffentlichen Rechts, zu dem Kommunalunternehmen Kreiskliniken Ostallgäu zusammengeschlossen.

2000
Am 01. Juli wird eine Station für die Geriatrische Rehabilitation eröffnet.

2007
Es entstehen die Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren.

2012
Im Dezember wird das Herzzentrum mit dem Linksherzkathetermessplatz eröffnet. Neu ist zudem die enge Zusammenarbeit mit Reutte/Österreich.

2013
Am 01. Juli durch Schließung der Kliniken Marktoberdorf und Obergünzburg werden in Füssen neue Patientenversorgungsschwerpunkte gesetzt.

Patientenversorgung:
Jahr / Patienten
1895 / 193 1925 / 773
1930 / 942 1947 / 2713
1949 / 2508 1972 / 4086
2013 / 6134 Geriatrie 2013 / 415

2014
Das Krankenhaus Füssen gehört zu den Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren. Es ist ein Haus der Versorgungsstufe 1 und steht mit 125 Betten für seine Patienten zur Verfügung. Ein gut ausgebildetes Ärzte- und Pflegeteam kümmert sich um die Versorgung der Patienten in den Fachabteilungen Innere Medizin, Chirurgie und Gynäkologie, sowie den Belegabteilungen der HNO und Orthopädie.
Durch seine einzigartig schöne Lage im südlichen Stadtteil, direkt am Lechufer, unterhalb des Franziskanerklosters und der alten Stadtbefestigung, gehört das Krankenhaus zu den schönst gelegenen Kliniken Deutschlands. Immer wieder stattfindende Umbau-, Renovierungsarbeiten und Neubauten sorgen auch in der Zukunft für eine kontinuierliche Verbesserung der medizinischen Versorgung.

2014
28. Oktober, ein Schwellbrand im Kabelschacht hat eine Schließung des OP`s und Kreißsaals zur Folge. Anfangs wurden die anstehenden Operationen in Kaufbeuren durchgeführt. Die Kreißsäle wurden einstweilen auf der Entbindungsstation neu errichtet.

2015
März , Aufbau eines OP-Modulbaus mit 2 OP-Sälen ermöglicht nun wieder Operationen in Füssen. Aushubarbeiten für den Interimsbau beginnen
im September, die Module für den Interimsbau werden aufgestellt.

2016
11. Januar, feierliche Eröffnung und Einzug der internistischen Stationen F0 (Gastroenterologie) und F01 (Kardiologie) in den Interimsbau mit insgesamt 72 Betten Umbau- und Renovierungsarbeiten Bauteil 3.
14. April, Eröffnung des neuen Kreißsaals, August 2016, Eröffnung des renovierten OP-Bereiches.
Oktober 2016, Notfallzentrum führt das Triagesystem, ein KV-Ärzte übernehmen zusätzlich die ambulante Versorgung, MVZ entsteht.
21. November 2016, Umzug der Entbindungsstation/Gynäkologie ins renovierte UG (5.0).
Dezember 2016, Umzug der kardiologischen Station in die renovierte Station E-Ost (5.1) Umzug der chirurgischen Station auf F01.

2017
Januar, Umzug der Dialyse, Februar, Umzug der Geriatrischen Reha auf die renovierte und umgebaute 1. Ost (5.2),
22. Februar, Richtfest mit offiziellen Feierlichkeiten.
März/April, Beginn mit den Abbrucharbeiten des Krankenhaus (Altbau),
25. Juli 2017, Grundsteinlegung für das neue Bettenhaus.
Ab Juli 2017 Neubau des Krankenhaus-Bettentraktes.

2019
August und September 2019 – Umzug der kardiologischen (3.1), chirurgischen (3.2) und intensivmedizinischen (3.0) Stationen in den Neubau; Umzug der Gynäkologie (6.0) in den Interimsbau; Gastroenterologie (6.1) bleibt im Interimsbau.

Geplante Bettenbelegungen der Stationen
Station 3.0 / Intensivstation mit IMC 7 Intensiv + 2 IMC Betten
Station 3.1 / Kardiologie mit 8 Monitoren 30 Betten
Station 3.2 Chirurgie / 23 Unfallchirurgisch, 4 Allgemeinchirurgisch, 3 HNO,
30 Betten
Station 5.2 / Geriatrie 25 Betten
Station 6.0 / Gynäkologie 15 Betten
Station 6.1 / Gastroenterologie/
Innere Medizin 20 Betten

25.07.2019
Offizielle Eröffnung des Neubaus
16.11.2019 Tag der offenen Tür mit offizieller Einweihung.

… Fortsetzung folgt …

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