Fit & WellLeben

Offizieller Start für Schlaf-Studie

Eggensbergers Pilotstudie verläuft erfolgreich

Einzuschlafen, durchzuschlafen und anschließend gut erholt und regeneriert aufzuwachen ist für viele Menschen in der heutigen Zeit ein sehr großes Problem. Dagegen helfen sollen die altbewährten Anwendungen des Wasserdoktors Sebastian Kneipp, mit denen auch Schlafstörungen erfolgreich behandelt werden können. Diese These möchte Kneipp- und Physiotherapeut Andreas Eggensberger aus Hopfen am See wissenschaftlich belegen. „Es sieht auch ganz danach aus, dass wir das schaffen werden“, sagt er. Im Rahmen seiner Masterarbeit hatte der Physiotherapeut in den vergangenen Monaten (wie berichtet) bereits eine Pilotstudie mit dem Thema „Wirksamkeit der Hydrotherapie bei nichtorganischen Schlafstörungen“ durchgeführt. Diese Studie, an der sich insgesamt vierzehn Probanden beteiligt haben, wird nun bis zum Frühjahr vollständig abgeschlossen sein.

„Damit können wir nun offiziell mit einer größer angelegten Studie starten, denn mit einer Pilotstudie lassen sich lediglich Tendenzen aufzeigen. Um aber einen Beweis im wissenschaftlichen Sinne zu erbringen, werden wesentlich mehr Teilnehmer benötigt.“ Für den zweiten Studienlauf, den das Therapiezentrum Eggensberger in Zusammenarbeit mit Füssen Tourismus und Marketing durchführt, liegt nun auch die offizielle Erlaubnis der an das Gesundheitsministerium angeschlossenen Förderstelle vor. Anhand der deutlich höheren Zahl an Probanden, die diesmal bei etwa 110 liegen wird, sollen die bisher gewonnenen Ergebnisse jetzt noch mehr bestätigt und gefestigt werden. Mit den ersten Ergebnissen ist Eggensberger sehr zufrieden. „So wurden im ersten Durchlauf die Teilnehmer für jeweils drei Monate in zwei Gruppen geteilt. Die eine Gruppe hat tägliche Kneippanwendungen bekommen, die andere nicht. Danach wurde gewechselt.“ Oberstes Ziel dabei war es, in dieser Zeit anhand von regelmäßigen Messungen, wie Temperatur, Blutdruck oder der sogenannten Herz-Raten-Varianz, viele verschiedene Daten zu sammeln. Zudem mussten die Probanden Fragebögen zum allgemeinen Wohlbefinden oder Schlafverhalten führen.

Beantwortung der Forschungsfrage

„Dazu können wir jetzt schon sagen, dass sich die Werte einiger Probanden tatsächlich schlaffördernd verbessert haben“, so Eggensberger. „Das sieht man unter anderem an der Leistungsfähigkeit, Erholsamkeit, am Wohlbefinden oder an der Aufwachhäufigkeit sowie der Tagesschläfrigkeit.“ Eine deutliche Verbesserung der Schlafqualität kann auch Susanna Linder-Einsle aus Schwangau bestätigen, die von Anfang an als Probandin bei der Studie dabei war. Nach einem Unfall mit einer Wirbelsäulenverletzung war es für sie schwer, wieder in einen geregelten Schlafrhythmus zu kommen. “Dazu kamen noch die Wechseljahre, die mir eh schon einen wesentlich schlechteren Schlaf beschert haben“, fügt sie hinzu. „Nachdem ich mit den Kneippmaßnahmen begonnen habe, hat sich mein Schlaf aber dann tatsächlich immer mehr verbessert. Die Güsse sind sehr wohltuend und geben einem ein gutes Gefühl. Und es wirkt, ich kann endlich wieder durchschlafen.“

Die bisherigen Studienergebnisse geben nun auch erste Hinweise auf die vorgesehene Beantwortung der Forschungsfrage. Eggensberger und sein Team gehen davon aus, dass sich der Körper durch die kneippschen Anwendungen am Ende schneller regenerieren kann. Am Schluss sollen die Maßnahmen dazu führen, dass man schneller einschläft, weniger häufig aufwacht und zudem auch insgesamt länger schläft. „Die Masterthesis ist dabei in zwei Fragen geteilt“, erklärt der Kneipp- und Physiotherapeut. „Beeinflusst Hydrotherapie den Schlaf? Und beeinflusst Hydrotherapie messbar die Herzvarianz und Wiedererwärmung des Körpers, also letztendlich auch das vegetative Nervensystem.“ In dem nun kommenden Studienlauf soll auch die Anzahl der gemessenen Werte unter anderem noch durch zusätzliche Messungen der Kerntemperatur erhöht werden.

Weitere Probanden aus der Region gesucht

Mitmachen kann nun bei der groß angelegten Studie, die Anfang nächsten Jahres starten wird, jeder im Alter von achtzehn bis 70 Jahren. Die Probanden sind dabei wieder Menschen, die im ganz normalen Arbeitsalltag stehen, ob in der Gastronomie, auf dem Bau oder sonst irgendeiner Branche. Nach einem ärztlichen Check im Vorfeld, mit dem organisch bedingte Schlafstörungen ausgeschlossen werden können, kommen die Probanden im ersten Teil für verschiedene Kneipp-Anwendungen dreimal pro Woche in das Therapiezentrum nach Hopfen. Die genaue Uhrzeit können die Probanden selbst festlegen, sie sollte aber am Vormittag stattfinden. Zusätzlich sorgen die Probanden auch selbst für abendliche Güsse zuhause. Nach sechs Wochen führen die Teilnehmer dann für weitere sechs Wochen alle Anwendungen komplett selbst durch. Begleitend zu der Studie wird das eigene Schlafverhalten dokumentiert und ausgewertet. Potentielle Probanden können sich also ab sofort im Therapiezentrum Eggensberger in Hopfen melden.

Info:
Therapiezentrum Eggensberger
Ringweg 4-6 · 87629 Füssen – Hopfen am See
kneippstudie@reha-hopfen.de · Tel.: 08362 / 9103-300

Text: Lars Peter Schwarz · Foto: Günter Standl

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