Essen & TrinkenLeben

Zwei Hauben für Gams & Gloria

Es ist wohl einer der stressigsten und doch kreativsten Berufe, die in der Gastronomie zu finden sind. „Koch wird man nicht, man ist es. Man muss diesen Beruf leben“ skizziert der 32-jährige Michael Bernhard seinen Beruf.

Als 14-Jähriger fing er seine Kochlehre in einem Landgasthof in einem kleinen Ort nahe seines Heimatortes Welden bei Augsburg an. „Mit 17 Jahren war ich mit meiner Ausbildung fertig und ich fragte mich, was nun?“ Nur wenige Monate später lockte München mit einem Angebot, das der damals 18-Jährige sofort annahm. Er war im Team von Alfons Schuhbeck, dem Michelin-Koch, von dem man so allerlei noch lernen konnte. Wer bei Schuhbeck arbeitet, muss stressresistent sein, heißt es unter den Köchen. Lange Arbeitstage sind Normalität und Freizeit nur selten. Wer durch diese harte Schule geht, hat viel gewonnen. Drei Jahre lang war Michael Bernhard dabei. „Es war eine ganz besondere Zeit, die ich nicht missen möchte“, erinnert er sich. „Mit Schuhbeck habe ich ganz Europa bereist. Wir waren überall mit dem Catering vertreten oder haben bei Prominenten zu Hause gekocht, wie zum Beispiel in Thomas Gottschalks Schlossküche“.  Viel unterwegs war Michael Bernhard auch mit dem FC Bayern. Eine zeitlang war er ihr Leibkoch und musste dafür Sorge tragen, dass sich die Jungs vernünftig ernähren.

Seit einigen Jahren kocht Michael Bernhard im „Hotel Rübezahl“, der feinen Adresse für nicht alltägliche Ansprüche, was Küche und Keller anzubieten haben. Erst letztes Jahr eröffnete sein neuer kulinarischer Glanzpunkt: Das Gourmetrestaurant Gams & Gloria im Hotel Rübezahl. Hier kochen er und sein Team Gerichte aus heimischen Zutaten, die sie kreativ und pointiert kombinieren. Die Auswahl der Produkte trifft er persönlich und mit höchster Sorgfalt, vieles stammt direkt von Erzeugern aus der Umgebung. Im exklusiven aber trotzdem gemütlichen Ambiente der Zirbelstube finden bis zu zwölf Personen Platz.

Jetzt kann sich Michael Bernhard mit seinem jungen und kreativen Team, das mit ungewöhnlichen Kompositionen wie Weißwurst auf Blaukraut-Gel und Weizenbier-Granité im Miniglas sowie Bachforelle unter Brotkruste brilliert, über eine ganz besondere Auszeichnung freuen: Das Gourmetrestaurant Gams & Gloria wurde vom Gault & Millau mit 15 Punkten und zwei Hauben ausgezeichnet. Der GaultMillau bewertet die Restaurants nach Punkten und verleiht ihnen für besondere Leistungen kleine Kochmützen. Eine Haube bei 13 oder 14 Punkten, zwei bei 15 oder 16, drei Mützen bei 17 oder 18 Punkten und vier bei 19. Dabei stehen eine Haube für eine sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet, vier sind die Höchstnote für die weltbesten Restaurants. Davon gab es in Österreich bisher fünf, in Deutschland sechs. Die Idealnote von 20 Punkten wurde in fast vier Jahrzehnten GaultMillau noch nie vergeben. Und vor Johanna Maier hat nur ein einziges Mal eine Frau vier Hauben bekommen: die in Florenz kochende Französin Annie Feolde vor Jahren in einer italienischen Lizenzausgabe des GaultMillau – die Puristen eigentlich gar nicht gelten lassen wollen.
Herzlichen Glückwunsch!

Text: Sabina Riegger

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