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Fit und gesund im Alter mit besonderen Heilpflanzen

Es ist ja wirklich schön, dass wir u.a. durch die moderne Medizin und bessere Lebensbedingungen heutzutage deutlich älter werden können, aber so einige „Zipperlein“ kommen halt leider trotzdem. Aber auch hier gibt es doch einige Möglichkeiten, unseren Körper zu unterstützen und fit zu halten. Und warum sollten wir sie nicht auch nützen…

Ein sicherlich sehr bekanntes und probates Mittel ist der Ginkgo (Ginkgo biloba)
Diese Pflanze, auch Silberaprikose oder Tempelbaum genannt, ist wirklich eine Besonderheit durch und durch, denn über Jahrmillionen blieb sie von der Evolution praktisch unberührt, d.h. die Dinosaurier sahen sie praktisch bereits genau so, wie wir sie heute noch sehen. Was außerdem noch besonders ist: der Ginkgo ist der letzte seiner Art! Er wirft zwar im Herbst verfärbte Blätter ab wie die Laubbäume, besitzt aber eine Vielzahl verschiedener Blätter, von denen ein Teil aussieht wie der der Nadelbäume. Vor ca. 900 Jahren entdeckten ihn buddhistische Mönche wieder und verbreiteten ihn bis Japan. Als erster Europäer beschrieb der deutsche Forschungsreisende Engelbert Kaempfer Ende des 17. Jahrhunderts das eigentümliche ostasiatische Gewächs. Der Zusatzname biloba bedeutet übrigens „zweilappig“, womit die charakteristische Blattform beschrieben wird.

In Asien, vor allem in China, wird der „Wunderbaum“ schon seit langem zur Schönheitspflege und v.a. als Heilpflanze eingesetzt – die Samen bzw. Früchte, aber auch Blätter und Baumrinde werden bei Asthma, Bronchitis, Kreislaufstörungen, Hautkrankheiten, Harninkontinenz und Angstzuständen verspeist. Besonders wirksam sollen sie jedoch bei Konzentrationsschwäche und Gedächtnisstörungen sein. Hier kommen wir jetzt zu unserer Bedeutung nicht nur bei altersbedingten Krankheiten: für das Wirkungsspektrum des Ginkgos ist wohl das Zusammenwirken von Flavonoiden, Ginkgoliden und Terpenen verantwortlich. Dieses spezielle Substanzgemisch weist in Laborversuchen zahlreiche Effekte auf: es schützt die Nervenzellen vor schädlichen Einflüssen und unterstützt die Funktion bestimmter Botenstoffe im Gehirn, die Gedächtnis und Lernen beeinflussen. Zudem wird hemmend in die Blutgerinnung eingegriffen, die Fließeigenschaften des Blutes, speziell im Gehirn, werden verbessert und freie Radikale eingefangen. Was bringt das für einen Vorteil? Durch die Durchblutung bis in die kleinsten Gefäße werden die Zellen besser mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Spezial-Extrakte aus dem Ginkgo werden daher gerne bei Hirnleistungsstörungen, dementiellen Störungen, arterieller Verschlusskrankheit, Schwindel und Tinnitus (Ohrengeräuschen) eingesetzt. Eine Verbesserung der Energiebereitstellung in den Nervenzellen scheint wohl ein wesentlicher Faktor der Ginkgo-Mischung zu sein. Und hierbei spielen die sog. Mitochondrien eine wesentliche Rolle. Diese bis zu 1000-fach in einer Zelle vorkommenden „Minikraftwerke“ haben die Aufgabe, Energie zu produzieren. Mit zunehmendem Alter lässt ihre Kraft aber leider nach. Freie Radikale tun ihr Übriges dazu. Man kann also tatsächlich davon ausgehen, dass man bereits ungefähr ab 50 Jahren nicht mehr ganz so konzentrations- und leistungsfähig ist. Neues wird nicht mehr so einfach erlernt und die Vergesslichkeit nimmt zu. Studien haben belegt, dass mit der täglichen Einnahme von 120-240 mg des Spezialextraktes die Gedächtnisleistung verbessert werden kann. Die sog. „Golfstudie“ zeigte bereits nach 2 Wochen eine bessere Spielleistung der Sportler. Auch bei anstrengender Computerarbeit wurde eine Steigerung der Konzentration erwiesen. Was natürlich schon klar ist: eine Wirkung wird sich erstmals nach 2-4 Wochen einstellen, die Einnahme sollte also schon über längere Zeit erfolgen. Wichtig ist allerdings generell, nicht nur für Patienten, die Blutgerinnungshemmer nehmen, die Einnahme mit dem Arzt zu besprechen, denn Ginkgo kann das Blut flüssiger machen, das darf selbstverständlich nicht zu viel werden. Auch vor Operationen sollte er sicherheitshalber abgesetzt werden. Für Schwangere ist er ebenfalls nicht geeignet. Ansonsten…

Hohlzahn (Galeopsis segetum)
Der gelbe Hohlzahn aus der Familie der Lippenblütler kann eigentlich schon fast zu den vergessenen Heilpflanzen gerechnet werden, wurde er doch vor Jahrzehnten noch häufig eingesetzt, das weiß ich noch aus eigener Erfahrung. Heutzutage ist er eher weniger gebräuchlich, was aber sehr schade ist – und dass, obwohl er sogar von der sog. Kommission E für pflanzliche Arzneimittel in seiner Wirkung positiv bewertet wurde. Der Hohlzahn zählt zu den kieselsäurehaltigen Pflanzen, die seit Langem zur Resistenzsteigerung des Lungengewebes eingesetzt wurden. Ihren deutschen Namen „Hohlzahn“ hat die Pflanze durch zwei Besonderheiten auf der Unterlippe ihrer Blüte bekommen: sie beherbergen am Grund zwei kegelförmige Ausstülpungen, die innen hohl sind und wirklich an hohle Zähne erinnern – sie sind mit der Lupe gut erkennbar. Die Pflanze kann man sehr vielseitig einsetzen, sie zeigt allerdings ihre Wirkung erst bei längerer Anwendung – was sich aber durchaus lohnt. Ihre Saponine wirken schleimlösend, auswurffördernd und harntreibend, die Bitterstoffe stärken das Allgemeinbefinden und die Abewehrkraft, kräftigen und regen den Appetit an. Gerbstoffe wirken wundheilungsfördernd und die Kieselsäure ist lungen- und bindegewebsstärkend. Von allen Heilpflanzen kommt sie in ihrer Mineralzusammensetzung der unseres Blutes am nächsten!

Der Hohlzahn strotzt förmlich vor Kieselsäure (darin enthalten Silizium) und anderen Mineralien. Kieselsäure ist als wichtiger Bestandteil am Aufbau von Knorpeln und Knochen, dem Bindegewebe, der Haut, Haaren und Nägeln beteiligt. Sie sorgt für Elastizität und Festigkeit in Blutgefäßen und im Bindegewebe, weil es den Eiweißkörpern ermöglicht, Wasser zu binden. Silizium unterstützt die Einlagerung von Calcium in den Knochen und verringert durch die Mineralisation das Fortschreiten der Osteoporose im Alter. Die Knochensubstanz der Zähne wird positiv beeinflusst, so dass sie für Karies weniger anfällig sind. Das Kraut hat sich in der Langzeitanwendung zur unterstützenden Behandlung bei chronischen Lungenerkrankungen, insbesonders bei älteren Menschen, ebenso gut bewährt wie im äußerlichen Einsatz bei langwierigen Hauterkrankungen.

Bleiben Sie auch im Alter gesund,

Ihre Apothekerin
Simone Wagner

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