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Sanierungsarbeiten auf Neuschwanstein

Ein weiterer Meilenstein steht mit dem Sängersaal bevor

Das Wichtigste: „die Sanierungsarbeiten auf Schloss Neuschwanstein laufen bisher exakt nach Plan. Auch unvorhergesehene Probleme sind bisher nicht nennenswert aufgetreten“, bestätigte Heiko Oehme von der Bayerischen Schlösserverwaltung erst kürzlich beim Besuch von Heimatminister Albert Füracker in Hohenschwangau. „Die nächste große Baustelle ist jetzt der Sängersaal, bevor wir uns dann mit dem Thronsaal beschäftigen.“ Bereits seit über einem Jahr wird auf Ludwigs „Neuer Burg“ hart und intensiv gearbeitet. Wie berichtet, werden zum ersten Mal seit seiner Fertigstellung 93 Räumlichkeiten sowie das Inventar des Schlosses umfassend restauriert. Dazu zählen Wand- und Deckenfassungen, Gemälde, Möbelstücke, Textilien und Lederobjekte bis hin zu Kunsthandwerk. Ebenso werden 664 Fenster und Außentüren im Schloss restauriert, insgesamt sind es über 2300 Positionen. Rund 20 Millionen Euro werden dafür investiert.

Im Rahmen eines Rundgangs durch das Schloss hatte sich nun Bayerns neuer Finanz- und Heimatminister Albert Füracker von dem aktuellen Stand der Arbeiten auf der schönsten und aufwendigsten Baustelle Bayerns überzeugt. Dass bisher keine unvorhergesehenen Probleme aufgetreten sind, wie das bei Renovierungs- oder Sanierungsarbeiten häufig der Fall ist, liegt definitiv an der Qualität, auf die der König damals hohen Wert legte. „Denn eine bessere Qualität gibt es nicht“, so Heiko Oehme. „Davon leben wir heute noch. Das Interieur und Mobiliar in den Prunkräumen besteht durchwegs aus Eichenholz, nur in den Räumlichkeiten der Dienerschaft wurden die Möbel in minderer Qualität gefertigt.“

Während derzeit unter anderem in der Königswohnung im Torbau sowie in Ludwigs Privaträumen gearbeitet wird, laufen bereits die Vorbereitungen für die Restaurierung eines der bekanntesten und wichtigsten Räume des Schlosses, dem königlichen Sängersaal, die ab Oktober beginnen soll. Um die Führungen während dieser Zeit auch weiterhin stattfinden zu lassen, werden immer wieder Teile des Saales mit Fotoplanen verhängt. „Dabei wird die gesamte Raumschale renoviert, alle Wandflächen sowie sämtliche Möbel gereinigt, zum Schluss kommt dann der Boden dran. Bis Ende des nächsten Jahres wollen wir dann hier im Sängersaal fertig sein“, erklärt Heiko Oehme. Für die Besucher bedeutet dies zumindest optische Einschränkungen, denn von den bearbeiteten Räumen wird meist etwa ein Drittel hinter Gerüsten verschwinden und somit nicht zu sehen sein. Insgesamt stellt die königliche Baustelle für die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung das zweitgrößte Restaurierungszentrum der Republik dar. 45 Restauratoren sind derzeit dort beschäftigt.

Als zweiter Baustein des Gesamtsanierungskonzepts und ebenfalls zwingend erforderlich ist der Einbau von Lüftungen und Schleusen im Palasbau. Sie sollen künftig Luftfeuchtigkeit und Klimaschwankungen im Inneren des weltberühmten Königsschlosses verringern und tragen somit vor allem zur Verbesserung der Luftqualität für Besucher, Personal und dem Inventar bei. Bis 2022 sollen alle Arbeiten beendet sein und das Schloss somit wieder in seinem ursprünglichen Glanz erscheinen. Mit der Präsentation von historischen Fotografien aus der Zeit des Schlossbaus soll aber bereits im kommenden Jahr eine weitere Idee umgesetzt werden, die die Besucher dann auf dem Weg zum Ausgang erleben können.

Text · Bild: Lars Peter Schwarz

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