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Ein neuer Kurs

Breites Geschäftsmodell soll Festspielhaus stärken

150 bis 180 Zimmer soll das geplante Hotel am Festspielhaus haben. Vier Sterne plus oder auch 5 Sterne will Manfred Rietzler dort verwirklichen. Er rechnet mit einer Investitionssumme von 30 Millionen Euro.

Zwischen Festspielhaus und Hotel soll dabei eine ganz enge Verbindung entstehen, eine Symbiose sozusagen. Rietzler nennt es eine Einheit, die sich gegenseitig helfen soll. „Uns geht es darum, dass man die Festspielhausinsel auf ein breiteres Geschäftsmodel stellt. Es nützt nichts, wenn man es filetiert. Es ist ein komplettes Projekt und das muss man auch so sehen“, erklärt der Geschäftsmann. Steht der Hotelbau, soll es mit dem Festspielhaus ein Erlebniszentrum werden, so ähnlich wie das SI Centrum in Stuttgart, das seinen Besuchern ein komplettes Freizeitangebot anbietet. Viele Interessenten möchten in das Projekt investieren, darunter auch die Investoren John Paul DeJoria und Jonathan Kendrick aus Großbritannien bzw. den USA, die sich in der Region schon an verschiedenen Projekten beteiligt haben – unter anderem auch an der Aktienbrauerei Kaufbeuren. Entschieden ist laut Rietzler aber noch nichts. Mit drei potenziellen Partnern stünde er in Gesprächen. Zwei weitere Investitionsmodelle für eventuelle Partner stehen dabei zur Option. Zum einen ein Immobilienfond, der nicht öffentlich ausgelegt wird und nur privaten Investoren vorgestellt wird. Dieser geschlossene Fond würde von der Bank ausgehen. Die zweite Option wäre, die potenziellen Interessenten selbst anzusprechen. Manfred Rietzler will dabei etwa die Hälfte der Anteile behalten. Sobald die Investorenfrage geklärt ist, bis zum Redaktionsschluss war dies noch nicht der Fall, soll im nächsten halben Jahr der Bauantrag eingereicht werden. „Die Stadt Füssen und das Landratsamt stehen dem Bau eines Hotels positiv gegenüber“, so Rietzler.

Veränderungen gibt es auch im personellen Bereich. Thomas Zellhuber ist seit dem 15. Februar kaufmännischer Geschäftsführer. „Es war für uns eine Bedingung, jemanden hier vor Ort zu haben. Wir haben einen Kandidaten im Top-Management gesucht, der den Generalschlüssel trägt und positive Referenzen vorweisen kann. Sein Profil passt hervorragend auf diese Stelle. Thomas Zellhuber kommt aus der Beratung der Immobilienbranche, genauer gesagt aus dem Management-Bereich, wo Prozesse hinterfragt und optimiert werden“, erklärt Manfred Rietzler. Thomas Zellhuber, Betriebswirt und ehemaliger Eishockeyspieler, pendelte acht Jahre lang in der Finanzwelt zwischen Frankfurt, Hamburg und Berlin und überwachte hauptsächlich die Prozesse von Fondmanagern. Die neue Aufgabe ist für den 41-Jährigen eine reizvolle Herausforderung. Zellhuber möchte „das Festspielhaus betriebswirtschaftlich so gestalten, dass es auf gesunden Beinen steht und dass wir das Vertrauen in die Region nach außen bringen“, wie er selbst sagt. Fehlinvestitionen wie zuletzt bei der Kleinkunstreihe, die eine halbe Million verschluckte, darf es nicht mehr geben.

Dafür soll auch Theaterdirektor Benjamin Sahler sorgen, der für die Kunst im Festspielhaus zuständig ist. Gerüchten zufolge, wonach die meisten Musicaldarsteller vom Ludwig Musical nicht mehr gecastet wurden, dementiert Sahler. „Eine gewisse Fluktuation ist normal. Zu 80 Prozent sind es die gleichen Darsteller wie letztes Jahr. Jan Amann, Matthias Stockinger und Anna Hofbauer sind wieder dabei. Aus bestimmten Gründen haben wir uns von zwei Darstellern getrennt. Manchmal erlebt man auch eine Einbahnstraße, dann darf es erlaubt sein, andere Wege zu gehen.“ Für den Vertrieb ist Birgit Karle mit einem kleinen Team zuständig. Veränderungen gibt es auch bei Florian Zwipf-Zacharia, dessen Intendantenvertrag aufgekündigt wurde. Ob er eine andere Position besetzen wird, ist noch unklar. Im Gespräch ist vielleicht die Stelle des Betriebsdirektors.

Text · Bild: Sabina Riegger

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