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Der Dinkel

Das „Super-Getreide“

„Eure Lebensmittel sollen Eure Heilmittel sein“, so sagte bereits der berühmte griechische Arzt der Antike Hippokrates (460-375 v. Chr.) und wusste also schon genau Bescheid darüber, wie wichtig eine gute Ernährung für die Gesundheit des Menschen ist. Etwa 1300 Jahre später beschrieb die Heilige Hildegard von Bingen ebenfalls diesen Zusammenhang. Außer der Beurteilung anderer Nahrungsmittel in positiv oder negativ nennt sie vor allem immer wieder den Dinkel als besonders wichtig für die Gesunderhaltung unseres Körpers.

Der Dinkel, auch Schwabenkorn oder Spelz genannt, entstammt den Wildgräsern Triticum discoides und Triticum tauschii. Bereits vor über 5000 Jahren kannte man ihn als Kulturpflanze in Asien und er gelangte, wie so viele andere Pflanzen auch, schließlich bis zu uns nach Nordeuropa. Die Tagesration eines römischen Legionärs bestand aus fast 1 Kilo Cerealien, zusammengesetzt aus Dinkel, Emmer, Gerste und Weizen, frisch geschrotet und hieß „Puls“.

Wenn wir jetzt nochmals zur Beschreibung der Hildegard von Bingen zurückkommen, kann man diese Sätze sogar wissenschaftlich untermauern.

  • „Der Dinkel ist das das beste Getreidekorn“: Bereits 1964 hat der Ernährungsforscher Prof. Werner Kollath in seinen Publikationen darauf hingewiesen, dass sehr enge Zusammenhänge zwischen den Ernährungsgewohnheiten der Menschen und den sog. Zivilisationskrankheiten bestehen, hervorgerufen durch eine chronische Fehlernährung, die den Körper in seinen lebenswichtigen Funktionen schwächen kann.
  • „Der Dinkel ist wärmend“: Da der Dinkel aufgrund seiner hervorragenden Bioverfügbarkeit so schnell ins Blut und in die Nervenzentren geht, steigert sich die Durchblutung sehr rasch und man fühlt sich angenehm mollig.
  • „Der Dinkel ist fettend“: Durch seinen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren kann er dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit und Konzentrationskraft zu stärken, besonders auffällig ist das gerade bei Schulkindern und Studenten. Er aktiviert die Nervenzellen und regeneriert die nervenschützenden Myelinfasern. In diesem Zusammenhang könnte man auch an den unterstützenden Einsatz bei multipler Sklerose denken.
  • „Der Dinkel ist hochwertig“: Er ist eindeutig ein voll- und hochwertiges Lebensmittel, denn er enthält alles, was der Mensch zu seinem Wohlbefinden braucht, seien es essentielle Aminosäuren, Kohlenhydrate, Fette, Mineralien und B-Vitamine.
  • „Dinkel ist gelinder als alle anderen Körner“: Als Frühstück (z.B. als das sog. Habermus) genossen sättigt er über viele Stunden. Durch die enthaltenen Ballaststoffe wird der Stuhlgang geregelt und der gesamte Körper gereinigt. Dem Darm wird der notwendige, schwach saure pH-Wert gegeben, in dem sich die guten Bakterien richtig wohl fühlen. Ideal für eine Darmsanierung.
  • „Dinkel macht gutes Muskelfleisch“: Durch die schon erwähnten Amino- und Fettsäuren, Mineralien und Spurenelemente werden speziell das Binde- und Stützgewebe sowie die Knochen und das Muskelsystem aufgebaut.
  • „Dinkel führt zu einem rechten Blut“: Da der Dinkel sehr kalkliebend ist, begünstigt er die Ernährung des schlecht durchblutenden Knochenmarks, in dem ja die Stammzellenproduktion stattfindet. Diese Blutzellenbildung wird v.a. durch das Rhodanid, einem Inhaltsstoff des Dinkels, zusätzlich stimuliert. Polysaccharide haben außerdem eine immunstimulierende Wirkung.
  • „Dinkel gibt die Gabe des Frohsinns“: Das ist doch mal so richtig schön! Die beiden essentiellen Aminosäuren Phenalalanin und Tryptophan, die reichlich vorkommen, sind wichtige Ausgangsstoffe für die sog. Neurotransmitter, also die frohmachenden Botenstoffe, die für die Fortleitung von Nervenimpulsen im Organismus verantwortlich sind.
  • „Wie immer zubereitet Dinkel gegessen wird, als Brot oder andere Speise gekocht, ist er leicht verdaulich“: Aus Dinkel kann man eigentlich alles herstellen, was man so zum Backen oder Kochen braucht. Im Unterschied zum Weizen enthält selbst das Dinkel-Weißmehl noch Eiweiß und Mineralien. Das ultrafein gemahlene Mehl ist ideal für die Säuglingsernährung und einer extrem kurzen Kochzeit von nur 2 Minuten.

Ja, bevor Sie fragen: Dinkel enthält Gluten, sogar etwas mehr als der Weizen, was aber an dem höheren Proteingehalt liegt. Einerseits ist das positiv, da aufgrund dieses Gehaltes der Dinkel bessere Backeigenschaften hat, denn das auch Klebereiweiß genannte Gluten hält den Teig gut zusammen. Andererseits können Menschen mit der sog. Zöliakie nicht die kleinste Menge Gluten verzehren, daher auch keinen Dinkel. Es gibt aber auch noch eine zöliakieunabhängige Glutenunverträglichkeit, die weiter verbreitet ist. Hier leidet man oft u.a. an Erkrankungen wie Rheuma, chronischen Kopfschmerzen, Schwindel oder Konzentrationsstörungen, ohne zu wissen, woher das kommt. Interessant ist hier nun, dass gerade diese Glutensensitivität nicht mit auf das Dinkelgluten zuzutreffen scheint, da es eine ganz eigene artspezifische Proteinmischung hat. Besonderes empfehlenswert sind hier die reinen Sorten, die nicht mit Weizen gekreuzt wurden wie z.B. das Schwabenkorn, das Oberkulmer Rotkorn oder der Rote Tiroler.

Auch ganz kurios: Bachblüten-Essenzen kennen wahrscheinlich alle vom Namen her. Es gibt aber auch Getreide-Essenzen, die auf die Psyche wirken.

Der Dinkel steht hier für Lebensfreude und Persönlichkeitsentwicklung und soll dabei helfen, unser innerstes Wesen zur Entfaltung zu bringen. Was Sie nun aus dem Dinkel zubereiten, ist so vielfältig, das ich das gerne Ihrer eigenen Fantasie überlasse.

Und denken Sie daran: „ … wie immer zubereitet Dinkel gegessen wird … “

Ihre Apothekerin
Simone Wagner

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