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COPD

COPD ist die Abkürzung des englischen Fachausdrucks „chronic obstructive pulmonary disease“ und heißt übersetzt „chronisch obstruktive Lungenerkrankung“. Bei einer COPD ist die Lunge chronisch entzündet und die Bronchien sind dauerhaft verengt. Obstruktion bedeutet Verengung. Etwa fünf bis zehn von hundert Menschen über 40 Jahren leiden daran – Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Es gibt zwei Hauptformen der Erkrankung:

  • COPD mit chronischer Bronchitis
  • COPD mit Lungenemphysem

Eine chronische Bronchitis ist eine dauerhafte Entzündung der Atemwege. Bei einer sehr schweren COPD entsteht oft eine Blählunge, von Ärzten Lungenemphysem genannt. Dabei sind die Lungenbläschen teilweise zerstört und überdehnt. Dadurch wird die Ausatmung erschwert.

Die globale Initiative GOLD (Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease) teilt die Lungenkrankheit in vier Schweregrade ein. Ziel dieser Initiative ist es unter anderem, eine größere Aufmerksamkeit für die Erkrankung zu schaffen sowie die COPD-Therapie zu vereinheitlichen. Die Einteilung in Schweregrade erfolgt nach einer Lungenfunktionsprüfung, bei der verschiedene Werte ermittelt werden. Auch das Ausmaß der Symptome sowie die Zahl der Krankheitsschübe fließen in die Ermittlung mit ein.

Symptome

Meist beginnt eine COPD mit einer chronischen Bronchitis. Nach Angabe der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt diese vor, wenn ein Patient in zwei aufeinanderfolgenden Jahren für jeweils mindestens drei Monate unter anhaltendem Husten, vermehrter Schleimbildung und Auswurf leidet.

Ursachen und Risikofaktoren

Der größte Risikofaktor für COPD ist das Rauchen. Aus diesem Grunde wird die Erkrankung umgangssprachlich auch Raucherlunge genannt. 80 bis 90 von hundert Erkrankungsfälle werden durch Rauchen verursacht. In seltenen Fällen erkranken auch Nichtraucher an COPD. Dann können Umweltfaktoren wie zum Beispiel Schadstoffe in der Luft (Autoabgase oder Feinstaub) oder am Arbeitsplatz Auslöser der Erkrankung sein. Auch Passivrauchen kann ein auslösender Faktor sein. In sehr seltenen Fällen kann die erbliche Stoffwechselerkrankung Alpha-1-Antitrypsin-Mangel eine COPD verursachen. Auch bakterielle oder virale Infekte hinterlassen manchmal Schäden an Lunge und Bronchien und begünstigen dadurch die Entstehung der COPD.

Wenn Raucherhusten chronisch wird

Eine COPD entwickelt sich schleichend über viele Jahre hinweg. Oft halten Betroffene ihre Beschwerden für einen vermeintlich harmlosen Raucherhusten und gehen damit nicht zum Arzt. Das hat zur Folge, dass die Krankheit oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt wird. COPD ist nicht heilbar. Die Veränderungen in der Lunge können nicht rückgängig gemacht werden. Allerdings kann eine frühzeitige Diagnose und Therapie das Fortschreiten der Lungenerkrankung verhindern und den Verlauf deutlich mildern.

Bausteine der Therapie

Die COPD-Therapie umfasst medikamentöse und nicht-medikamentöse Maßnahmen.

  • Rauchstopp
    Ein Rauchstopp ist der wichtigste Baustein der COPD-Therapie. Zahlreiche Krankenkassen unterstützen Programme, bei denen neben einer Beratung individuelle Entwöhnungskonzepte erarbeitet werden.
  • Medikamentöse Therapie
    Je nach Erkrankungsstadium ist eine Kombination aus verschiedenen Medikamenten üblich.
  • Sauerstoff-Langzeittherapie
    Ist die Erkrankung bereits sehr weit fortgeschritten, empfehlen Experten eine Langzeittherapie mit Sauerstoff.
  • Impfung
    COPD-Patienten wird die jährliche Grippeschutzimpfung sowie eine einmalige Impfung gegen Pneumokokken empfohlen.
  • Sport und Atemphysiotherapie
    Bewegung und sportliche Aktivität sind ein wichtiger Teil der Therapie. Unter fachlicher Anleitung. In der Atemphysiotherapie erlernen Betroffene unter anderem Atemtechniken und -übungen, wie zum Beispiel die Lippenbremse.
  • Ernährung
    Auch eine ausgewogene Ernährung ist wichtig für eine erfolgreiche COPD-Therapie.
  • Patientenschulungen
    Die gesetzlichen Krankenkassen bieten spezielle Behandlungsprogramme, die den Teilnehmern dabei helfen sollen, eigenverantwortlich mit ihrer Erkrankung umzugehen.

Worin unterscheiden sich COPD und Asthma?

Asthma und COPD sind Erkrankungen, die mit einer chronischen Atemwegsentzündung sowie einer Verengung der Atemwege einhergehen. Sie zählen beide zu den obstruktiven Lungenerkrankungen. Allerdings ist es so, dass sich beim Asthma die Bronchialverengung durch eine Therapie vollständig zurückbilden kann. Bei der COPD ist das nicht möglich. Hier liegt eine permanente Verengung der Bronchien vor, und die Lungenfunktion lässt sich nicht mehr vollständig normalisieren. Bei einigen COPD-Patienten ist die Erkrankung durch eine Asthma-Komponente überlagert. Sie leiden sowohl an Asthma als auch an COPD, dem sogenannten Asthma-COPD-Überlappungssyndrom, abgekürzt ACOS (aus dem Englischen „Asthma COPD Overlap Syndrome“). Diese Mischform kann zum Beispiel bei Patienten auftreten, die schon seit ihrer Jugend an Asthma leiden und später mit dem Rauchen begonnen haben.

Text: rie/Unabhängige Patientenberatung

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