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Benjamin Sahler: Neuer Theaterdirektor in Ludwigs Festspielhaus in Füssen

Benjamin Sahler, der erfolgreich das Musical „Ludwig2“ nach Füssen zurückgebracht hat, wird sich dauerhaft am Forggensee etablieren. Die Festspielhaus Management GmbH engagierte den Stuttgarter Regisseur als verantwortlichen Direktor des Theaters in Ludwigs Festspielhaus. Am 1. Oktober trat Benjamin Sahler seine neue Position an.

„Wir wollen damit die enorme Bedeutung des Ludwig-Musicals für unser Haus nochmal unterstreichen“, erklärt Theaterbesitzer Manfred Rietzler diese Personalentscheidung. Nach dem großen Erfolg 2016 und auch in diesem Jahr hatte Rietzler die Weichen für die nächsten Jahre schon gestellt und sich die Aufführungsrechte des Stücks bis 2029 gesichert. „Wir wollen das Ludwig-Musical zum Aushängeschild im Festspielhaus machen und langfristig in die Liga der Top-Ten-Spielstätten für Musicals aufrücken. Das Musical und das Haus hier am Originalschauplatz gehören einfach zusammen“, so Rietzler. Für 2018 sind 60 Vorstellungen von „Ludwig2“ schon fest geplant. Der Kartenvorverkauf läuft bereits. Schritt für Schritt soll der Spielbetrieb ausgebaut werden. Daher sei die Entscheidung, Benjamin Sahler enger ans Haus zu binden, nur konsequent. Die Festspielhaus Management GmbH übernimmt auch Sahlers Produktionsfirma Big Dimension und wird das Ludwig-Musical künftig als Eigenveranstaltung durchführen.

Benjamin Sahler hat bereits das Musical „Ein Sommernachtstraum“ in Füssen produziert und inszeniert derzeit weitere große Musicals wie „Die Päpstin“ oder „Der Ring – das Musical“. Sein bedeutendster Erfolg als Regisseur und Produzent aber bleibt bislang die Wiederaufnahme des Musicals „Ludwig2“, das er dank eines geschickten und hochprofessionellen Crowdfundings im Internet gewagt und trotz widriger Umstände durch die plötzliche Insolvenz des Theaters auf die Bühne gebracht hat. 2017 wiederholte sich der Erfolg mit einer noch besseren Inszenierung.

Aus seiner Begeisterung für Ludwig II. das Festspielhaus und das Musical hat Sahler nie ein Hehl gemacht. Zu „Ludwig2“ kam er zunächst auf Umwegen, als er bei der Erarbeitung eines Konzepts zur Geschichte Martin Luthers in Wittenberg Rolf Rettberg kennenlernte, der das Buch und die Liedtexte des Musicals geschrieben hat. Nach dieser Begegnung ließ ihn der Gedanke an Ludwig II. und das Musical nicht mehr los. „Für mich bilden das Musical, das Festspielhaus und der Ort eine einmalige Einheit, die ein singuläres Erlebnis garantiert. So etwas gibt es sonst nirgends.“ Für Benjamin Sahler ist Theater Magie. „Und genau hier in Füssen, nahe Schloss Neuschwanstein, können wir etwas Sinnliches, Einmaliges, eben ein Gesamtkunstwerk, schaffen.“

Als neuer Direktor in Ludwigs Festspielhaus wird er weiterhin als Regisseur von „Ludwig2“ arbeiten, zeichnet aber auch für das Gesamtprogramm mitverantwortlich. „Ludwigs Festspielhaus soll für eine kulturelle Vielfalt im Allgäu stehen – Ludwig2 ist und bleibt meine Herzensangelegenheit, aber wir haben eine so wunderbare Bühne mit so vielen Möglichkeiten, das wollen wir nutzen“, schwärmt Sahler.

Florian Zwipf-Zaharia bleibt weiterhin Intendant des Ludwigs Festspielhauses. Er stellte mit seinem Spielplan bereits die Weichen für eine vielfältige Bespielung des Hauses und werde sich auch künftig um die Umsetzung des Programms kümmern, so Manfred Rietzler.

Vita Benjamin Sahler:

Nach seinem Studienabschluss der Musiktheaterregie „mit Auszeichnung“ in Hamburg und begann Benjamin Sahler seine Laufbahn im Jahre 2000 als Spielleiter am Fürstbischöflichen Opernhaus in Passau, wo er unter anderem die Opern „Don Pasquale“; „Der Kaiser von Atlantis“ und „Hänsel und Gretel“ inszenierte. Für die Festspiele „Europäischen Wochen Passau“
erarbeitete er eine Musical-Uraufführung für Kinder und Jugendliche über das Wappentier der Stadt Passau. Eine weitere Station führte Sahler von 2003-2005 an das Anhaltische Theater nach Dessau.

In Stuttgart sesshaft geworden
Seit 2005 ist er freischaffend als Regisseur und Theaterproduzent tätig. In Stuttgart ist der Vater einer Tochter sesshaft geworden und war unter anderem als Schulleiter der Stagecoach Schule
Stuttgart Nord engagiert. In München machte er sich einen Namen durch Inszenierungen mit dem ValentinKarlstadt Theater und dem Veranstalter MünchenMusik, die unter anderem im Prunkinnenhof des Münchner Rathauses (Ritter Unkenstein), im Prinzregententheater (Buchbinder Wanninger) oder im Deutschen Theater („Zarah Leander – Der Wind hat mir ein Lied erzählt“) zur Aufführung kamen. Weitere Stationen waren das Stadttheater Hildesheim („Das Land des Lächelns“), das ehemalige Landestheater der Lutherstadt Wittenberg („La Cenerentola“ sowie „Hänsel und Gretel“), das Mousonturmtheater in Frankfurt („Totentanz“), das Dehnberger Hoftheater und zahlreiche weitere Bühnen.

Mit großen Ensembles gearbeitet
Bei den OpernAirFestspiele in Nürtingen inszenierte Sahler die Operette „Orpheus in der Unterwelt“ unter freiem Himmel, ebenso wie in Magdeburg das Musical „Ein Sommernachtstraum“ auf der Seebühne. Für Europas größtes Tourneetheater Konzertdirektion Landgraf inszenierte Benjamin Sahler bis jetzt vier Aufführungen, die an mehr als 100 Gastspielorten im deutschsprachigen Raum gezeigt wurden. Die Arbeit bei großen Laien-Ensembles war ebenfalls ein Tätigkeitsschwerpunkt von Benjamin Sahler. So inszenierte er bis jetzt fünf Musicals mit jeweils weit über 100 Mitwirkenden bei dem von ihm mitgegründeten Musicalverein in Jägerwirth bei Passau. Diese Aufführungen erregten überregionale Aufmerksamkeit und wurden bereits von Zehntausenden
Zuschauern besucht. 2016 brachte er „Ludwig2“ erstmals auf die Bühne nach Füssen, wo 30.000 begeistert Zuschauer das Musical feierten.

Text · Bild: pm

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