Lokales

Jugend forscht in der Erfindernacht am Gymnasium Füssen

Von Magnetwänden, Achter-S-Bahnen, Zahnputz-Bonbons und Fenster-Strom…

Wiedermal die halbe Nacht zum Tag machen heute Bastler, Tüftler und Nachwuchsforscher des Füssener Gymnasiums. Bei der sogenannten „Erfindernacht“, die bereits zum vierten mal im Vorfeld des bundesdeutschen Wettbewerbs „Jugend forscht“ durchgeführt wird, treffen sich auch diesmal rund 15 Schülerinnen und Schüler, um ihre Ideen auszuarbeiten und weiterzuführen. Betreut von den beiden Lehrkräften Anja Dotzauer und Alexandra Mende feilen die Schüler an ihren Erfindungen, Forschungen oder außergewöhnlichen Projekten, teilweise bis tief in die Nacht hinein. Denn die Zeit drängt, bis Ende Januar müssen die einzelnen Projekte bei der „Jugend forscht“-Jury eingereicht werden. Die erste Hürde ist der Regionalausscheid im Februar, dessen Sieger sich dann gleichzeitig für den Landesentscheid qualifizieren.

Immerhin konnte sich das Gymnasium Füssen schon in den vergangenen Jahren einige Erfolge bei „Jugend forscht“ sichern. So wie auch beim letzten Wettbewerb im Februar, als 16 Schüler mit ihren sieben Projekten zum Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ nach Schongau fuhren. Dort konnten sie die Jury mit ihren Erfindungen, an denen sie über das ganze Schuljahr hart gearbeitet haben, begeistern und wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Beim Wettbewerb wurden von der Jury sowohl ihre Projekte, als auch die Präsentation, Plakate und die Gestaltungen des Standes bewertet. Schüler Samuel Antz, der auch in diesem Jahr wieder mit dabei ist, gewann beim letzten Regionalwettbewerb den 1. Platz und konnte sich somit für den Landeswettbewerb qualifizieren. Durch diese hervorragenden Ergebnisse wurde das Gymnasium Füssen in diesem Jahr zudem als beste teilnehmende Schule mit dem „Jugend forscht Schulpreis“ ausgezeichnet. Das Gymnasium Füssen gilt somit offiziell als Talentförderschule für junge Naturwissenschaftler. Auch in diesem Jahr sind es wieder insgesamt 16 Schülerinnen und Schüler, die ihre Projekte für den „Jugend forscht“-Wettbewerb 2017 einreichen.

Valentin (13) aus Füssen:
„Zusammen mit meinem Partner arbeite ich an einem Projekt, bei dem zwischen die beiden Glasscheiben bei Fenstern ein Element eingebaut wird, das aus dem Wärmeunterschied Strom produzieren kann. Wenn es draussen kalt ist und innen warm, kann damit also automatisch neue Energie erzeugt werden.“

Samuel Antz (16) aus Weissensee:
„Bei meinem Projekt geht es um die Gravitation, zuerst von Planeten und jetzt eher allgemein. Ich habe das Potentialfeld von Massen ausgerechnet. Also wie groß die Energie eines Teilchens ist, das sich bei einer Masse befindet. Ich kann auf diesem Weg beispielsweise auch ausrechnen, wie weit eine Rakete vom Mond entfernt sein müßte, dass der Mond stärker ist als die Erde.“

Lukas, David & Jan (15) aus Pfronten & Seeg:
„Wir wollen eine Achterbahn so umbauen, dass man sie als Transportmittel nutzen kann. Einerseits könnte man dadurch Busse und Bahnen entlasten, andererseits hätte man so auch etwas mehr Spaß dabei. Vor allem spricht das natürlich jüngere Fahrgäste an, aber auch ältere sollen hier fahren können. Es könnten S-Bahnen oder auch Fernstrecken so gebaut werden, denn der Vorteil ist, dass der Bau von Achterbahntrassen günstiger ist, als der Bau von Eisenbahntrassen.“

Lasse (14), Simon (13) und Ryan (10) aus Füssen:
„Wir arbeiten an einem Jugendkriminalprojekt. Es geht hautsächlich um die Jugendkriminalität in Füssen, die wir später vielleicht auch noch mit der von einer Großstadt wie München vergleichen wollen. Jetzt gerade sind wir aber mit dem Praxisteil unserer Arbeit beschäftigt, wir nehmen Fingerabdrücke anhand von Sekundenkleber, um irgendetwas auf Objektträgern wie Glas nachzuweisen.“

Nathan (14) aus Rieden:
„Ich mache Experimente mit Ferrofluiden, also mit magnetischen Stoffen, die aber nur magnetisch sind, wenn ein Magnet in der Nähe ist. Ein weiteres Experiment habe ich mit zwei Nägeln mit einem Magnet hintendrauf gemacht. Mit dieser Technik könnte man eventuell sogar ganze Mauern bauen, die man durch das Entfernen des Magneten dann auch ganz einfach wieder einfallen lassen könnte.“

Tom (14) & Paul (15) aus Füssen:
„Unser Projekt heißt “Zucker für die Zähne“ und da haben wir Birkenzucker, den man unter dem Fachbegriff Xylit kennt, der ja auch im Kaugummi drin ist, laut der Verpackung. Damit experimentieren wir, das heißt wir machen Bonbons daraus. In verschiedenen Versuchsreihen mit unseren Testpersonen erforschen wir die Wirkung von Xylit, zum Beispiel die Verhinderung von Zahnstein. Täglich ein Bonbon nach dem Zähneputzen würde immense Kosten an Behandlungsgebühren einsparen.“

Isabell aus Füssen & und Johanna aus Rieden, (11):
„Wir testen die jeweiligen Reaktionen von Streifenhörnchen auf unterschiedliche Attrappen mit verschiedenen Farben. Dafür suchen wir auch unterschiedliche Formen von Attrappen aus. Wir haben zum Beispiel Erdnüsse mit verschiedenen Farben bemalt und getestet, auf welche Farben die Tiere am ehesten reagieren und was sie dann damit machen. Dabei hat sich unter anderem herausgestellt, dass Streifenhörnchen sehr aggressiv auf die Farbe Rot reagieren.“

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