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Essig – Alles, außer langweilig

Er ist ein Alleskönner. Reinigt, macht schön und ist gut für die Gesundheit. Lange Zeit war der Essig in der Gourmetszene nur ein Zusatzprodukt. Jetzt feiert der Saure ein großartiges Comeback und das zu Recht. Ob als Aperitif, Durstlöscher, als Zugabe in Speisen, für die Zubereitung von Salaten, der Essig ist wieder up to date. Selbst in der Beauty-Branche hat der Alleskönner Einzug gehalten.

Jahrzehntelang war Essig in vielen Betrieben nur ein Zufallsprodukt. Und wenn er gezielt hergestellt wurde, so gelang seine Qualität manchmal hervorragend, und dann wieder wollte und wollte er nicht sauer werden. Infolge mangelnden Wissens bezüglich Bakterien und Gärung war die Essigerzeugung nur sehr schwer in den Griff zu bekommen. Der Franzose Louis PASTEUR, der auch Vater der Mikrobiologie genannt wurde, erkannte als Erster, dass aus Alkohol Essigsäure als Gärungsprodukt entsteht. Er bewies, dass Bakterien den Essig machen. Seine Entdeckung machte letztendlich die Herstellung der unterschiedlichen Essigarten möglich. Heute unterscheiden wir verschiedene Gruppen von Essig, wobei nur die besten Produkte in unseren Küchen Eingang finden sollten.

Schon in der Antike wurde Essig, vor allem im Orient und im Mittelmeerraum, mit Kräutern und Gewürzen versehen, um ihm als Getränk einen besseren Geschmack zu verleihen. Die Geschichtsschreiber berichten auch von einem blühenden Handel mit Essig und von den vielen verschiedenen Essigarten; besonders der ägyptische Essig, eine Art Malzessig, war sehr beliebt. Die Römer erkannten die konservierende Wirkung von Essig: diverse Gemüsearten, Fische und Muscheln, aber auch Eier wurden in die „saure Würze“ eingelegt. Nicht selten wurde der Rückstand mit Öl, Zwiebeln, Mehl, Gewürzen und Honig aufgekocht und entweder als Sauce oder als Getränk serviert.

Und im Mittelalter diente Essig vorwiegend zur Desinfektion von medizinischen Geräten. Auch der Körper wurde damit desinfiziert. Heute kennt die moderne Hausmedizin den Essig als Heilmittel: Vielen von Ihnen werden Essigwickel zur Fiebersenkung sowie das Inhalieren mit Essigwasser gegen Husten bekannt sein.

Essig für die Gesundheit

Essigbad
Dazu riet schon Pfarrer Kneipp. Essig dringt binnen Sekunden durch die Haut in den Blutkreislauf und wirkt auf alle Organe und den Stoffwechsel. 250 ml Apfelessig ins Badewasser geben und 15 Minuten darin baden. Nicht abspülen. Da Apfelessig einen ähnlichen pH-Wert wie die Haut hat, reinigt und stabilisiert er deren Schutzschicht. Hilft auch gegen trockene und juckende Haut.

Glanz fürs Haar
Dafür 0,2l Apfelessig mit 1l lauwarmem Wasser in ein Schraubglas geben, verschließen und gut schütteln. Nach dem Haare waschen Haare und Kopf mit der Spülung übergießen und mit den Fingerspitzen leicht einmassieren. Nicht auswaschen, der säuerliche Geruch verschwindet, wenn die Haare trocken sind. Hilft auch gegen fettige Haare und Schuppen und regt das Haarwachstum an.

Peeling fürs Gesicht
Die Frucht- und Essigsäure wirkt wie ein Peeling, zieht die Poren zusammen und stabilisiert den ph-Wert der Haut. Einen Teelöffel Apfelessig mit zwei Tassen Wasser mischen und auf einen Wattebausch geben. Nach der Reinigung mit dem Wattepad über das Gesicht fahren und anschließend nicht mehr abspülen. Wirkt entzündungshemmend und trocknet Pickel aus.

Deo für die Füße
Eine Tasse Apfelessig mit vier Tassen Wasser mischen und die Füße 15 Minuten darin baden. Gut gegen Schweißfüße, da sich die Poren zusammenziehen. Auch Fußpilz hat so keine Chance.

Pflaster für die Wunden
Wein- oder Apfelessig auf ein Wattepad geben und für eine Stunde auflegen (am besten mit einem Pflaster fixieren). Seine antiseptische Wirkung verhindert Bakterienwachstum, er wirkt entzündungshemmend und regt die Heilung an.

Text: Sabina Riegger

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