FrauenMenschen

Frauenpower im Portrait

Carolin Klughammer & Annerose Schneider

Es ist in der Tat so etwas wie echte Frauenpower, wenn man sich die „Führungsriege“ im Walderlebniszentrum (WEZ) einmal anschaut. Mit Annerose Schneider, Mutter von fünf Kindern, und Carolin Klughammer, Mutter von zwei Kindern, wird man dort sehr froh sein, diese  Frauen als engagierte Mitarbeiterinnen im Team zu haben. Wir haben beide Damen befragt, wie sie dazu gekommen sind, wie sie ihre Arbeit sehen und was für sie vielleicht in Zukunft anstehen könnte.

Aufgewachsen ist sie mit vier Geschwistern in Baden-Württemberg, genauer auf einem Bauernhof in Heiningen und schwärmt: „Heiningen  ist ein malerisches Dorf am Fuße der Schwäbischen Alb.“ Dort entstand wohl ihre Liebe zur Natur, denn häufig kam sie zu spät nach Hause, weil sie nur allzu gerne ausgedehnte Streifzüge durch die Bäche unternahm.  Daheim sagte man gern einmal „Dreckigel“ zu ihr, denn die Spuren, die ihre Erkundungstouren oder auch die Mitarbeit in Stall und auf Feldern hinterlassen hatten, waren meist unübersehbar. Nach dem Abitur studierte sie zunächst Landespflege, ehe sie sich dann, von ihrem damaligen Freund und heutigem Ehemann- selbst Förster – für das Forstwirtschaftsstudium in Weihenstephan begeistern lies. Den Wechsel hat sie bis heute nie bereut.

Vor rund 20 Jahren kam sie ans Forstamt Füssen. Zunächst war sie „normale“ Försterin im Privatwald und den Gemeindewäldern von Halblech und Roßhaupten. Doch nach längerem Erziehungsurlaub führte ihr Weg direkt zum WEZ, das nun vom Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten betreut wird.
Die Naturverbundenheit, die sie bereits als Kind fühlte, die ihr aber wohl nie recht bewusst war, sie ist ihr heute eine glänzende Basis für ihre Aufgabe. Zum einen ist sie abwechslungsreich, zum anderen ist es großartig, Menschen für die Natur zu begeistern. Sie freut sich, ihr Wissen weitergeben zu können, denn vielfach ist das der Grundstein für mehr Naturbewusstsein. In ihren Führungen zum Thema Wald und Ökologie werden alle Sinne berührt und es werden Neugierde und Kreativität gefördert. Die Teilnehmer erarbeiten selbständig Lösungsansätze und es geht auch einfach darum, Spaß an der Natur zu haben. Wenn dann auch noch erkannt wird,  dass jeder Einzelne für die Natur Verantwortung übernehmen kann, ja muss,  um so gemeinsam mit anderen eine lebenswerte Zukunft für alle zu gestalten, wenn man spürt, wie der Funke überspringt, dann fühlt sie sich in ihrer Arbeit bestätigt. Oft stellen sich ihre Gäste anschließend so manche Frage z.B. über ihr Konsum- und Freizeitverhalten: „Muss ich wirklich jedes Jahr weit weg in den Urlaub fliegen?“ Auch Chancen der eigenen Vorbildfunktion kann der eine oder andere entdecken. Solch ein Nachdenken zeigt die Nachhaltigkeit ihrer Arbeit auf.

Trotz ihrer großen Familie ist Annerose Schneider von dieser wertvollen Arbeit begeistert. Vielleicht war ihre Familie sogar eine Voraussetzung dazu, denn ihre Philosophie ist ja, andere Menschen und ganz besonders Kinder zum Nachdenken über den verantwortungsvollen Umgang mit unserer Natur zu bringen. Dennoch, zurzeit übernimmt sie die Vertretung eines Kollegen. Sie freut sich, wenn im September der Leiter des Walderlebniszentrums wieder aus seinem einjährigen Erziehungsurlaub zurückkommt, und sie sich ein wenig zurücknehmen kann,  denn andere ehrenamtliche Tätigkeiten wie ihre Arbeit als Mitglied im Kirchenvorstand und vor allem ihre Familie kommen zur Zeit viel zu kurz.

Carolin Klughammer, Geschäftsführerin des Trägervereins WEZ, ist Schwangauerin und auf dem elterlichen Bauernhof in Horn aufgewachsen. Sicher hat sie das Leben auf dem Bauernhof geprägt und dafür eine Rolle gespielt, sich mal später gerne mit der Natur zu beschäftigen. Während Annerose Schneider einen ziemlich direkten Weg zum WEZ nahm, gab es für Carolin Klughammer einen fast „weltweiten Umweg“. Sie bewarb sich nach ihrem Abitur am Gymnasium Hohenschwangau zunächst um eine Au-pair-Stelle und wollte nach Mailand oder Kairo. Doch gleich das erste Stellenangebot nahm sie an, und das kam aus Tel Aviv! Ein Korrespondent der ARD hatte sie nach Israel geholt. Nach diesem „Abstecher“ trat sie eine Lehre zur Werbekauffrau an, arbeitete dann in einem Bio-Hotel in Hopfen. Danach ging sie in Mutterschutzurlaub, um anschließend in der Landesausstellung in Füssen tätig zu werden.

Wie aber kam sie zum WEZ?  Die Vorsitzenden des Trägervereins WEZ waren es, die sie persönlich angesprochen hatten, denn besonders nachdem der Baumkronenweg zum WEZ hinzukam, waren die anstehenden Verwaltungsarbeiten nicht mehr ehrenamtlich zu bewältigen. So suchte der Verein eine engagierte Halbtagskraft, die sie in Carolin fanden. Sie sagte auch spontan zu, weil sie abwechslungsreiche Arbeit mit den entsprechenden Herausforderungen liebt. Das Schöne dabei ist, dass die Ergebnisse nicht lange auf sich warten lassen und ihr schnell sichtbar werden. Unerwartet viele Besucher des Baumkronenweges  stellten die Verantwortlichen vor eine gewisse Problematik. Weiterhin fordern INTERREG-Projekte – eine Investitionspolitik der Europäischen Union bei grenzüberschreitender Kooperation – großen Einsatz im kaufmännischen Bereich. In ihrer Zeit wurden die Toiletten gebaut. Auf beiden Seiten entstanden Kassenhäuschen. Nun ist ein großer Parkplatz mit Linksabbiegespur im Bau. Carolin fühlt sich sehr wohl bei ihrer kreativen Arbeit. Ihr großes Ziel: Im WEZ mal ein eigens Projekt zu planen und auszuführen. Dass sie jedoch nicht nur für die Gäste im WEZ da ist sondern auch für die Menschen der Gemeinde Schwangau, zeigt, dass sie seit gut sieben Jahren Mitglied im Schwangauer Gemeinderat ist.

Resümee: Nicht wegzudenken ist eine Frauenpower dieser Art aus dem WEZ. Stets fröhlich und freundlich auftretend stehen beide ihrem Team zur Seite, besonders aber den Gästen mit großer Fachkompetenz zur Seite. Die beiden Damen arbeiten sehr gut zusammen und unter-stützen sich gegenseitig vorbildlich.  Sie können sich kaum einen schöneren Arbeitsplatz vorstellen.

Text: Winfried Gössler · Bild: Sabina Riegger

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