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Plansee Lechbruck – Eröffnung neue Halle

Mit der Eröffnung einer neuen Werkshalle in Lechbruck stellten Dr. Michael Schwarzkopf, Vorstandsvorsitzender der Plansee-Gruppe und Geschäftsführer Dr. Robert Riedl eine wichtige Weiche für „Plansee Composite Materials“ am Standort Lechbruck.

Die neue 1.000 Quadratmeter große Fertigungshalle – schon in Kürze werden dort die ersten, hochtechnisierten Fertigungsmaschinen aufgestellt – ist eine wesentliche Voraussetzung für das metallverarbeitende Unternehmen, um der steigenden Nachfrage nach hochpräzisen Bauteilen für die Medizintechnik nachzukommen.

Dieser Erweiterungsbau richtet den Blick in die Zukunft und ist die logische und konsequente Weiterentwicklung des Standortes in Lechbruck. Beginnend im Jahr 1975 mit nicht einmal einem Dutzend Arbeitern, beschäftigt das Unternehmen hier nun rund 190 Angestellte. Seit kurzem wird auch in die Ausbildung investiert, vier Azubis werden derzeit in einer eigenen Lehrwerkstatt zu dringend benötigten Fachkräften ausgebildet.

In den letzten acht Jahren investierte „Plansee Composite Materials“ am hiesigen Standort rund 26 Millionen Euro in Produktions- und Kapazitätserweiterungen, in modernste Hightech Fertigungsanlagen und nicht zuletzt auch in Prozesse, Technologien und die Entwicklung von Produkten. Diese immensen Investitionen in die Weiterentwicklung der „Plansee-Produkte“ dienen konkret einem einzigen, ehrgeizigen Ziel: Die extrem hohen Anforderungen an den sicheren Betrieb von medizintechnischen Anlagen voll und ganz zu gewährleisten.

Weltweit führende Medizingerätehersteller benötigen die bei „Plansee“ entwickelten und gefertigten Präzisionsbauteile für Bestrahlungsgeräte bei Krebstherapien. Alle Fertigungsschritte, angefangen vom Pressen der Bauteile aus Metallpulver über die mechanische Bearbeitung bis hin zur kundenspezifischen Montage werden im Hause abgedeckt. Die abschirmenden und strahlungslenkenden Eigenschaften der „Plansee-Werkstoffe“ bei bestmöglicher Qualität mit minimalsten Toleranzwerten gewährleisten Schutz und Wohl sowohl von Patienten wie auch Ärzten.

Wöchentlich verlässt in der Regel ein „Kollimator“ das Lechbrucker Werk, vor der Bearbeitung bringt der Rohling das erstaunliche Gewicht von nahezu zwei Tonnen auf die Waage. Dieser Block aus Abschirmmaterial für Bestrahlungsgeräte verfügt über mehrere hundert hochpräzise Bohrungen, die in einem Fokuspunkt mit der Größe einer Nadelspitze münden und die punktgenaue Bestrahlung kranken Gewebes ermöglichen ohne gesundes Gewebe zu schädigen. Für diese Bohrungen werden bei jedem Werkstück ca. 8 bis 10 Bohrer verschlissen.

Wesentlich kleiner, fast zierlich ist dagegen ein „Multilamellenkollimator“. Mit seinen motorgetriebenen Lamellen, auch aus Abschirmmaterial gefertigt, wird die Kontur eines Tumors exakt abgebildet, so dass das erkrankte Gewebe punktgenau bestrahlt werden kann. Die Reststrahlung wird von den Bauteilen absorbiert, so wird auch hier gesundes Gewebe geschützt.

„Plansee-Lechbruck“ hat daneben noch weitere Standbeine: Damit Werkzeuge zum Fräsen, Drehen, Bohren oder Stechen länger halten, werden sie immer öfter mit speziellen Beschichtungen versehen, die dafür exakt nach Kundenbedarf hergestellt werden.

Ebenso werden Ausgleichsgewichte mit einer besonderen Dichte produziert, die allesamt Schwingungen, Vibrationen und Unwuchten ausgleichen und die dadurch die Lebensdauer von optischen Geräten, Uhren, Helikopterblättern, Werkzeugen, Motoren, Steuerrudern oder Sportartikeln nicht unwesentlich verlängern.
Die Verarbeitung von Wolframlegierungen und das richtige „Know-how“ machen „Plansee“ zum Weltmarktführer, bestätigt durch die Zusammenarbeit mit Firmen wie AUDI, Siemens, Thyssen-Krupp oder Boeing, um  nur einige der wichtigsten zu nennen.
Weltweit sind bei der „Plansee-Group“ insgesamt 6.100 Mitarbeiter beschäftigt, Lechbruck ist neben Reutte und Kempten einer der 30 über die ganze Welt verstreuten Produktionsstandorte.

Text · Bild: Manfred Sailer

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