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Nachgefragt bei Bürgermeister Paul Iacob und Stadtrat Jürgen Doser

Füssen.   Der Traum von einem modernen Bahnhof scheint erst einmal in weite Ferne gerückt. Er ist wie eine Seifenblase geplatzt, die schon viele Monate eierte. Kaufen oder nicht kaufen? Findet man einen Investor? Wie wird die Verkehrssituation gelöst? Alles Fragen, die nach Antworten suchen. Nun ist die Stadt samt ihrer Stadträte gefragt, um zu klären, was aus dem Bahnhof werden soll. Füssen aktuell traf sich zu einem Gespräch mit Bürgermeister Paul Iacob und Stadtrat Jürgen Doser.

Was wird aus dem Bahnhof? Das wissen wir noch nicht. Wir sind noch in Verhandlungen mit der mobil AG.

Heißt das, die Stadt ist am Kauf des Gebäudes interessiert? Die mobil AG stellt das Gebäude zum Verkauf. Wir sind in Verhandlungen mit ihr und suchen nach einer guten Möglichkeit. Die mobil AG will eine optimale Summe erzielen.

Um welchen Betrag geht es? Wissen wir noch nicht genau. Da sind wir noch am Verhandeln.

Will die Stadt als Betreiber auftreten? Wenn wir den Bahnhof erwerben, dann nur, wenn wir einen Partner finden, der uns eine Versorgungsleistung gewährleisten kann. Wir würden dann die Rolle des Vermittlers übernehmen. Die Stadt selbst würde nie als Betreiber auftreten.

Wie stellen Sie sich den neuen Bahnhof vor? Eine Mischung aus traditioneller Bauweise mit modernem Touch. Von der historischen Bau-Substanz ist nichts mehr da. Beim Füssener Bahnhof war nie die Rede von einem Kopfbahnhof. Jetzt muss er anders konzipiert werden. Die Reisenden müssen durch das Haupt-Bahnhofsgebäude, in dem alles integriert sein muss. Hier muss eine Nah- und Grundversorgung integriert werden. Sicher ist: Wenn wir einen Investor für den Bau des Bahnhofs finden, dann muss er auch wirtschaftlich betrieben werden.

 

Herr Doser, was denken Sie über das Thema Bahnhof?

Das Bahnhofsareal kann ein lukratives Geschäft werden. Ich bin dafür, dass die Stadt kauft. Was wir dringend brauchen ist ein Forderungskatalog, damit wir unsere Ziele und Pläne abstecken und danach auch arbeiten können. Die Frage lautet auch, in welche Richtung soll unsere Stadt hingeführt werden? Wenn wir darauf vorbereitet sind und wissen, welche Forderungen das Gebäude und letztendlich auch der Bahnhof haben müssen, können wir gezielter nach einem Investor suchen. Jeder Investor will ein Return of Investment, also eine Refinanzierung. Welche Möglichkeiten bieten sich an, den Bahnhof gut zu bewirtschaften.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir einen Investor für dieses Vorhaben finden. Deswegen sage ich, einen Schnellschuss darf es nicht geben. Ich würde auf jeden Fall einem Kauf durch die Stadt zustimmen. Aber nur als Zwischenlagerung – bis wir einen Forderungskatalog erstellt haben. Der Betrieb des Bahnhofs darf nicht an den Durchstich des Freyberg-Gartens gekoppelt werden.

 

Text: Sabina Riegger
Bilder: privat

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