Menschen

Moment mal…

Josef Köberle

Ehrenamtlich, engagiert, unermüdlich

Nesselwang. „O mei, da gibt es doch so viele andere, die das eher verdient haben“, entfährt es Josef Köberle schon fast wie ein Stoßseufzer, als wir am Telefon den Termin für den Artikel vereinbaren. Doch mittlerweile „freut er sich wahnsinnig“. „Alles, was ich getan habe, habe ich gern getan.“ Wer den ehemaligen Nesselwanger Bürgermeister kennt, weiß, dass das aus ehrlichem Herzen kommt und nicht aus beifallsheischender Koketterie. Aus Bescheidenheit. Aus dem Wissen, dass er am 11. November mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichneten Leistungen gemeinsam mit vielen Helfern und Partnern erreicht.

In diesem Sinne muss man auch die Aussage werten, dass die hohe Auszeichnung eigentlich seine Frau und seine Familie verdient hätte. Sie hat oft auf ihn verzichten müssen, als er ehrenamtlich für die Allgemeinheit unterwegs war. Denn der 68-jährige Nesselwanger hat sich diese besondere Ehrung nicht als Kommunalpolitiker „ersessen“, nur weil er lange genug in Amt und Würden war. Wer ihn für das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland vorgeschlagen hat, kann er nicht sagen. Warum er es verdient hat, fasste Finanz-Staatssekretär Franz Pschierer bei der Verleihung der Ordensinsignien kurz und bündig zusammen: „Eine Anerkennung Ihres engagierten außergewöhnlichen Einsatzes“.

Lokalpatriotismus, Kommunikationsbereitschaft, Offenheit, Fleiß und Beharrlichkeit – Einsatz im Großen wie im Kleinen für den Einzelnen führten zu Erfolgen, auf die die Marktgemeinde am Fuße der Alpspitz bauen kann. Eigenschaften, die der ehemalige Vermessungsingenieur für seine Heimatgemeinde mit ihren Bürgern einsetzte. Zwölf Jahre als hauptamtlicher Erster Bürgermeister und zuvor seit 1972 als Marktgemeinderat und Zweiter Bürgermeister. Mit Sicherung von Arbeitsplätzen lässt sich die mit großem Geschick verhandelte Ausweisung der Nesselwanger Gewerbegebiete zusammenfassen. Im weiteren Zusammenhang gehören dazu auch die Neueröffnung des Alpspitz-Bade-Centers 1998, der Ausbau der Alpspitzbahn und die Neuorganisation der Tourismusstruktur. Mit Verbesserung der Wohnqualität, was in den Wohnbaugebieten im „Einheimischenmodell“ gelungen ist.

„Der außergewöhnliche Einsatz“ wird auch in Köberles ehrenamtlichem Einsatz im Heilig-Geist-Spital-Stift deutlich. Über Jahre hat er Pflegschaften für alte Menschen dort übernommen und sich als Vorsitzender des kleinen Verwaltungsausschusses ständig für das Nesselwanger Altenheim eingesetzt. Die Generalsanierung und Erweiterung zum Senioren- und Pflegeheim zur bedarfsgerechten Versorgung der älteren Mitbürger ist sichtbares und bleibendes Zeugnis dieses Einsatzes. Bei der Umfahrung der Marktgemeinde gab es Widerstand. „Doch die Umfahrung Wank ist mir noch gelungen“, bilanziert der Ruheständler. Ebenso wie die Ortskernsanierung und noch viel mehr steht in seiner Bilanz. Was die Nesselwanger zu schätzen wissen und einen oder mehrere Bürger veranlasst hat, ihn für das Verdienstkreuz vorzuschlagen. Wer auch immer?

Text: lck · Bild: oh

 

Felix Brunner

Niemals aufgeben – ein neues Leben

Hopferau. „Nach einem großen Schnitt beginnt nun ein neues, tolles Leben“, hatte Sabine Brunner ihrem Sohn gesagt. Felix, der Sohn, ist heute schon in diesem „tollen Leben“ angekommen, konnte es jedoch anfangs nicht gleich so sehen. „Ich habe meine Mutter gefragt, wann es denn nun so weit ist mit diesem ´neuen Leben´. Erst im Nachhinein habe ich das so verstanden“, sagt der 21-Jährige Hopferauer. Denn der Schnitt war groß und tief. Drohte, das Leben des jungen Mannes abzuschneiden. Denn er war so einschneidend, dass die Ärzte den begeisterten Alpinisten und aktives Mitglied des Alpenvereins nicht nur einmal aufgegeben hatten.

Das Leben vor dem tiefen Einschnitt gehörte seiner großen Leidenschaft Bergsteigen und Klettern. In zahlreichen Klettergebieten Europas war der Jugendliche unterwegs und begann bereits als 15-Jähriger die Ausbildung als Bergretter beim Deutschen Alpenverein. Zwei Jahre später hatte er sie erfolgreich abgeschlossen und war damit der jüngste Bergwachtler Bayerns. Seine „soziale Ader“ fand neben diesem ehrenamtlichen Engagement auch Ausdruck in seiner Berufsausbildung. Krankenpfleger wollte Felix Brunner werden, konnte die Ausbildung jedoch nicht mehr beenden. Die Ärzte hatten ihn bereits aufgeben. Die Mediziner, die ihn insgesamt für acht Monate ins künstliche Koma versetzt und 30 Mal operiert haben. Die heute sagen, dass noch niemand ein solches Verletzungsbild an der Unfallklinik Murnau überlebt hat.

Felix hat einen unheimlichen Kampfeswillen bewiesen. Das steht außer Zweifel. Er persönlich und seine ganze Familie. Ein Jahr lang bestand nach seinem Absturz im Januar 2009, 30 Meter tief in ein Bachbett, akute Lebensgefahr. Dabei waren Vater oder Mutter ständig am Intensivbett an seiner Seite. „Man darf niemals aufgeben“, lautet ein Leitspruch der Eltern. Dem allerdings Felix mit einem außergewöhnlichen Lebenswillen selbst am intensivsten gefolgt ist. Im Februar diesen Jahres hat er das Krankenhaus auf eigenen Wunsch verlassen. 45 Kilogramm „mager“ ohne linke Hüfte, die er nicht durch den Unfall selbst verloren hat. Vielmehr handelt es sich um eine der Komplikationen, die seinen Genesungsweg zusätzlich außergewöhnlich machen. Heute freut sich Felix über einen neuen Rollstuhl, der ihn beweglicher macht. Über die zweite Reha an der Fachklinik Enzensberg und natürlich die Aussicht, irgendwann in Zukunft kein Pflegefall mehr zu sein und wieder normal leben zu können.

Was jedoch weiterer Anstrengung und Operationen bedarf. Doch diesen Weg begleiten weiterhin seine Familie und seine Freunde. Auch sie waren immer an seiner Seite, freut sich Felix. Am Samstag, 11. Dezember (siehe Seite 63) ist eine eigene Blutspendeaktion in der Hopferauer Auenhalle. Nicht nur, weil Felix Brunner 300 Blutkonserven brauchte, ohne die er nicht mehr am Leben wäre. Es soll neben der Spende eine Zusammenkunft aller Freunde und Unterstützer und ein Dankeschön an sie sein.

Text · Bild: lck

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