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Schüler werben für ihre Schule Erstes P-Seminar Wirtschaft am Gymnasium Füssen erfolgreich abgeschlo

Die „Absolventen“ des ersten P-Seminars Wirtschaft des Gymnasiums Füssen mit ihren Merchandising Artikel: Sophia Hofer, Hoang Nguyen, Jakob Jung, Daniel Stiefenhofer, Yannic Riegger, Urs Hagen, Max Bodenmüller (stehend von links), Anna-Chiara Götz, Elisabeth Walk, Isabel Umkehrer und Fabian Merk (knieend von links) mit Seminarleiter Markus Wagner (ganz rechts).Füssen.    Anschaulicher und praxisnäher soll er sein, der Unterricht an Bayerns Schulen. Das fordern seit langem die Reformpädagogen. Im Rahmen der neuen Qualifikationsstufe am achtjährigen Gymnasium setzen die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Projekt-Seminars (P-Seminar) das nun erstmals um. Das Projektmanagement in Form von Terminplanung, Vorbereitung von Sitzungen und die Verteilung von Aufgaben übernehmen die Schüler dabei selbst. Das heißt für die angehenden Abiturienten, selbst Verantwortung für den Erfolg ihrer Vorhaben zu übernehmen. Im Idealfall ist der Lehrer nur noch Moderator oder nötigenfalls Vermittler.

Das erste dieser P-Seminare im Fach Wirtschaft am Gymnasium Füssen ist nun abgeschlossen. Die elf Schüler, vier Mädchen und sieben Jungs, hatten sich für das von Markus Wagner ausgegebene Motto: „Merchandising-Artikel für unsere Schule“ entschieden. „Ziel war es, attraktive Produkte mit dem Schullogo zu verknüpfen und diese kostendeckend zu verkaufen“, erklärt der Seminarleiter.
Während einer zweitägigen Kennenlernphase in einer Jugendherberge zu Beginn des Schuljahres sollte sich die bunt zusammengewürfelte Schülergruppe erst einmal zusammenfinden. Erst dann ging es an die Planung.
Wie finden wir heraus, welche Artikel attraktiv sind? Welcher Verkaufspreis erscheint angemessen? Wer finanziert unsere Ausgaben? Wer trägt das finanzielle Risiko? Zu welchem Termin muss welcher Arbeitsschritt fertig sein? Welche Personengruppen müssen überzeugt werden? Nur einige der Fragen, die die Schüler beantworten mussten.

Entschieden hatten sich die Schüler, dann für eine Vorauswahl der Produkte: Schreibset, Radiergummi, Hefte, Tassen, USB-Sticks, Wein und Sport-Trikots. Mittels repräsentativer Befragung einiger Mitschüler aller Altersstufen und Lehrer wurde dann eine Endauswahl und eine absetzbare Mindestmenge herausgefunden. Entschieden hatten sich die Schüler letztendlich für Tassen, USB-Sticks, Wein, T-Shirts und Sport-Trikots.
Für die Finanzierung konnte die Raiffeisenbank Füssen-Pfronten-Nesselwang gewonnen werden, die einen Kreditrahmen über 350 Euro zur Verfügung stellte. Die Bedruckung der Sport-Trikots sponserte Armin’s Sporthäusle in Schwangau, andere Produkte finanzierte die Schülerschaft selbst vor. Sie übernahmen auch die Verhandlungen mit den Partnern. Schließlich lagen die Merchandising-Produkte des Gymnasiums Füssen alle auf dem Präsentiertisch.

Einfallsreiche Vermarktung
Für die Vermarktung an diesem Tag hatten sich die Schüler etwas besonderes einfallen lassen: Die Damen vom Friseursalon Ambil aus Füssen-West stellten ihre Zeit zur Verfügung und sprayten den Schülern ihr Schullogo kostenlos in die Haare. Sogar der Schulleiter Wolfgang Fischer und der Seminarleiter Markus Wagner hielten ihre Köpfe hin. In großen Massen drängten sich die Gymnasiasten um die angebotetenen Artikel und griffen zu. Über 120 USB-Sticks, rund 50 Trikots, zahlreiche Logo-Tassen, T-Shirts wechselten den Eigentümer und belohnten die Mühen des P-Seminars aus dem Bereich Wirtschaft und Recht. Manche Produkte erzielten Gewinn, andere wiederum mussten Verluste verzeichnen. „Die Raiffeisenbank hat uns für die Reduzierung des Gesamtverlustes noch 250 Euro gespendet und dafür möchte ich mich noch einmal herzlich bedanken“, so Markus Wagner. Einige Restposten sind übrigens noch zu haben.

Dass das Seminar viel Spaß gemacht hat, darüber waren sich die Schülerinnen und Schüler des ersten P-Seminars Wirtschaft einig. In einer Nachbesprechung wurde der ganze Ablauf noch einmal reflektiert. Was hätte man besser machen können? Welche Lehren können aus dem Erreichten gezogen werden? Aber auch Selbstkritik wurde hier geübt. Ein praxisbezogenes Seminar, das mit Sicherheit auch in Zukunft guten Anklang finden wird.
Text: pm · Bild: msc

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