Menschen

Die Mobile Sonderpädagogische Hilfe

Gezielte Unterstützung zur Früherkennung von Entwicklungsauffälligkeiten

Die Entwicklung von Kindern ist so unterschiedlich, wie auch Kinder untereinander verschieden sind. Trotzdem ist die Reihenfolge der einzelnen Schritte festgelegt. Jedes Kind hat dabei in jedem Entwicklungsbereich sein eigenes Tempo. Innerhalb gewisser Grenzen sind Unterschiede zwischen Kindern gleichen Alters völlig normal. Aus Untersuchungen ergeben sich jedoch Grenzwerte, wann Kinder einzelne Entwicklungsschritte spätestens erreicht haben sollten. Ist dies nicht der Fall, wird von einer Entwicklungsverzögerung gesprochen.

 

Gerade im Vorschulalter ist Früherkennung und als Konsequenz die frühe Förderung besonders wichtig. Oftmals können durch eine rechtzeitige und vor allem gezielte frühe Förderung mögliche Folgen vermieden oder zumindest gemildert werden. Heilpädagogin Gabriele H. Baach betreut als Mobile Sonderpädagogische Hilfe (MSH) das Südliche Ostallgäu. Ihr professioneller Auftrag sind Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren. Auf Wunsch besucht sie die Kindertagesstätten und fördert Kinder, bei denen die Regelpädagogik nicht ausreicht.

Gabriele H. Baach erläutert im Gespräch mit Füssen aktuell auf was es ankommt und wie einfach Abhilfe geschaffen werden kann.

Wie wichtig ist die Früherkennung bei Entwicklungsverzögerungen?

 

Werden Verzögerungen in der Kindesentwicklung frühzeitig erkannt, kann man unheimlich viel erreichen. Untersuchungen haben ergeben, dass durch gezielte Förderung circa 40 Prozent der Auffälligkeit komplett behoben, 40 Prozent kompensiert werden können und lediglich 20 Prozent bleibend sind.

Welche Anzeichen gibt es, an denen Eltern erkennen können, ob ihr Kind ein Entwicklungsrisiko aufweist?

Man spricht hier von den sogenannten Vorläuferfertigkeiten. Kinder im Alter von zwei Jahren sollten beispielsweise mindestens 50 aktive und 150 passive Wörter in ihrem Wortschatz haben. Mit dreieinhalb Jahren sollten Kinder außerdem die Verb-Zweitstellung beherrschen. Das heißt ein Satz sollte nicht mehr „Peter Ball spielen“, sondern „Peter spielt Ball“ heißen. Auch eine simultane Mengenerfassung sollte gegeben sein. Ist dies alles nicht der Fall, kann man davon ausgehen, dass eine Entwicklungsverzögerung vorliegt.

Welche Untersuchungen sind zur Frühdiagnose geeignet?

Hier wird ein sogenanntes Entwicklungs-Screening angewendet, das nach Bedarf im Kindergarten durchgeführt wird. In einem circa halbstündigen Test werden hier Einzelfunktionen abgefragt. Grundformen zeichnen, Flächen ausmalen, Laute differenzieren und auch die Merkfähigkeit gehören dazu. Auf Basis der Testergebnisse kann eine gute Diagnose gestellt werden.

Wie sieht die Förderung aus?

Gezielte, individuelle Einzelförderung. Hierzu besuche ich die Kinder einmal, oder nach Bedarf auch mehrmals die Woche, in den Kindergärten. Auch Eltern und  Erzieherinnen bekommen Tipps und Hilfestellungen, wie sie die Kinder am Besten fördern können.

Wie können Eltern unterstützend wirken?

Es ist absolut wichtig, dass Eltern ihr Kind auch zu Hause fördern. Gute Übungen sind beispielsweise das Laufen auf Zehenspitzen. Ein paar Minuten am Tag reichen vollkommen zur Motorikförderung aus. Ein richtiges Stück Seife zum Hände waschen ist gut zur Schreibvorbereitung.  Es gibt viele Möglichkeiten, mit wenig Aufwand große Wirkung zu erreichen.

Kann man Entwicklungsverzögerungen vorbeugen?

Eine entspannte Schwangerschaft und die Freude aufs Kind sind eine wichtige Voraussetzung. Nach der Geburt sind viel Hautkontakt und intensive Zuwendung besonders wichtig. Für die Sprachentwicklung ist Vorlesen auch eine gute Förderung. Im Gegenzug sollte das Fernsehen und auch das Computerspielen unbedingt zeitlich begrenzt werden.

Mobile Sonderpädagogische
Hilfe am Sonderpädagogischen Förderzentrum Füssen
Gabriele H. Baach · Feistlestr. 3
87629 Füssen · Tel.: 08362-5074625

Fragenkatalog zur Früherkennung von Entwicklungsrisiken im Kindergartenalter

1 ) Bestanden besondere Belastungen während der Schwangerschaft?
2 )  War Ihr Kind eine Frühgeburt oder ist es durch einen Kaiserschnitt geboren?
3 )  Hat ihr Kind als Baby sehr viel geschrien?
4 )  Hat ihr Kind spät zu laufen angefangen?
5 )  Schaukelt Ihr Kind nur mit Hilfe?
6 ) Hat Ihr Kind spät zu sprechen begonnen?
7 ) Spricht Ihr Kind undeutlich?
8 ) Malt und bastelt Ihr Kind ungern?
9 ) Hat Ihr Kind Probleme, sich von Ihnen zu trennen?
Der Fragenkatalog ist als Entscheidungshilfe gedacht. Jeder der oben genannten Punkte kann ein Entwicklungsrisiko darstellen. Auch wenn Eltern nur eine der Fragen mit Ja beantwortet haben, kann bei ihrem Kind ein Entwicklungsrisiko bestehen.

Wer Fragen hat, oder Hilfe braucht, kann sich jederzeit an Heilpädagogin Gabriele H. Baach wenden. Mit kompetenter Beratung und hilfreicher Unterstützung steht sie allen Hilfesuchenden mit Rat und Tat zur Seite.

 

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