Menschen

Brücken zur Aussenwelt Die Heimbewohner von St. Michael bekommen regelmäßig Besuch

Alexandrina Betsy ist Ansprechpartnerin für die 20 ehrenamtlichen Mitarbeiter im Füssener Seniorenheim St. Michael. Der Träger des Heims in der Herkomerstraße 10 ist das Bayerische Rote Kreuz (BRK). Als der neue Leiter Matthias Stroeher im Januar 2008 hier seine Arbeit begann, da erwartete ihn eine Überraschung. So gab es in St. Michael bisher nur einen einzigen Ehrenamtlichen. Schritt für Schritt wurde ein ständig wachsendes Team im Bereich Soziale Betreuung aufgebaut. „Nicht, um unsere Pflegefachkräfte zu ersetzen“, wie Alexandrina Betsy betont. „Das Team ist für unsere Heimbewohner die Brücke zur Außenwelt.“

 

„Engagiert, energiegeladen, einfallsreich und einfühlsam“: so sollten Fachkräfte in der Altenpflege sein. Das BRK wirbt mit einem Plakat in Eingangsbereich von St. Michael für die qualifizierte Ausbildung als Altenpflegerin und Altenpfleger. Die vier genannten Eigenschaften dürfen im Profil von ehrenamtlichen Mitarbeitern ebenfalls nicht fehlen.

Fantasievolle Freizeitgestaltung
„Ihr Feld ist allerdings nicht die Pflege“, betont die Heimleitung. „Die Aufgaben liegen beispielsweise in einer besonders fantasievollen Freizeitgestaltung. Musik, Tanz und Sport gehören stets dazu“, so Alexandrina Betsy. Sie ergänzt mit Blick auf das neue und umfassende Konzept im Seniorenheim St. Michael: „Es bieten sich viele Einsatzmöglichkeiten, die für unsere  Ehrenamtlichen infrage kommen.“
Alexandrina Betsy: „Um etwas wirklich Gutes, ja für die Seele Nützliches zu tun, muss man Zeit opfern.“  
Wie wird man „ehrenamtlich“?
Dabei können im persönlichen Gespräch – nach telefonischer Terminvereinbarung –  eigene Vorstellungen erörtert werden. Es gibt viele gute Ideen, betont Alexandrina Betsy. Motivation ist für die meisten der ehrenamtlichen Mitarbeiter, dass sie sich „ihrer sozialen Verantwortung bewusst“  sind und „auch daran denken, wie sie es gerne hätten, wenn sie selbst einmal in einem Seniorenheim leben – Menschen werden alt.“
Ruth Rimbach: „Mich besuchen regelmäßig Schülerinnen. Die Gespräche mit den Mädchen sind immer wahnsinnig nett.“
Im Ehrenamt sieht Alexandrina Betsy auch eine Chance, Vorurteile abzubauen, die zwischen den Generationen herrschen. „Deshalb haben wir gezielt und mit einer guten Resonanz die Füssener Hauptschule und das Hogau-Gymnasium angesprochen. Schülerinnen und Schüler gehören zum Stamm unseres Teams.“

Mit einem Lächeln von Herz zu Herz

Zum ehrenamtlichen Einsatz sollte immer „ein Lächeln mitgebracht“ werden. „Wir arbeiten von Herz zu Herz.“ Alexandrina Betsy ist seit sechs Jahren in St. Michael im Einsatz. Die 59-jährige aus Rumänien stammende Lehrerin freut sich sehr, dass „wir uns dann, wenn wir Bedarf haben,  auf die Ehrenamtlichen verlassen können. Gerade auch mit den Jugendlichen haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht.“ Für die Heimbewohner sei es seelisch immer eine „Erleichterung, wenn sie das schöne Gefühl haben, dass der wichtige Kontakt nach draußen für sie auch weiter besteht.“ Sie schildert ein Beispiel: „Es war ein wunderbares Treffen, als wir mit zwölf Heimbewohnern die Füssener Hauptschule besucht haben. Hier gab es viel zu erzählen.“ Sie ist auch froh, weil sie weiß, dass an einem bestimmten Tag drei oder vier der nicht mehr mobilen Senioren den netten Besuch auf dem Zimmer bekommen, der versprochen wurde und zur vereinbarten Stunde dann auch eingehalten wird.

 

Ehrenamt-Einsatzmöglichkeiten im Seniorenheim t. Michael
Ehrenamtlich tätig sind zwei Gruppen: erwachsene Personen und ältere Schüler. Dadurch wird eine Brücke zwischen den Generationen ermöglicht (Eltern, Kinder, Enkel) 

 Generell gilt:
• Orientierung an der jeweiligen Biographie
• Fokus auf Heimbewohner
mit Demenz und hohen flegestufen
• Erfahrungen mit behinderten, psychisch veränderten Menschen
• Zusammenbringen von Heimbewohnern
• eigene Vorlieben, Kompetenzen und Ideen der ehrenamtlichen Mitarbeiter (Was, wann, wo?)

Einzelbegleitung

• Gespräche,
• Spaziergänge. Einkäufe Arzttermine, Besuche, Ausflüge, Individualreisen, Behördengänge

Gruppenbegleitung

• Bewegung (Bedeutung zur Demenzvorbeugung), Gymnastik, Wandern, andere Sportangebote,
• Musik: Singen, Musizieren, Chor Wunschkonzert (Schallplatten)
• Tanzen
• Theater
• Gartenprojekte (Brunnen, Teich…)

 Kontakt: 08362/10622

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