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Nachgefragt bei Dr. Anni Derday – Tourismus in Füssen

Dr. Anni DerdayDr. Anni Derday ist Mitglied im Verwaltungsrat, Marketingausschuss und im Kreisrat. Sie ist in der Vorstandschaft der Interessengemeinschaft Bad Faulenbach sowie Stadträtin in Füssen. Gemeinsam mit ihrer Familie betreibt sie das Hotel Wiedemann in Bad Faulenbach, das seit 1903 im Familienbesitz ist. Füssenaktuell hat mit ihr über den Tourismus der Stadt Füssen gesprochen.

 

 

 

 

Sie haben den Vorschlag gemacht, dass Füssen Tourismus und Marketing (FTM) die Rechtsform einer GmbH annehmen soll. Warum denken Sie, dass dies besser für FTM und die Stadt Füssen wäre?

Eine GmbH hat prinzipiell eine betriebliche Struktur. Derzeit haben wir eine dazwischen liegende Kommunalform. Das ist eine gemischte Struktur. Bei dieser Rechtsform hat die Wirtschaft einfach noch zu wenig Mitspracherecht. Eine GmbH hätte den Vorteil, dass wir eine klare Abgrenzung haben, auch aus Sicht der Vermieter.


Die Mitarbeiter des FTM sind allerdings nicht so begeistert von einer GmbH. Können Sie sich denken warum?

Wir haben hier eine Besonderheit. Einige FTM-Mitarbeiter sind bei der Stadt Füssen im Öffentlichen Dienst angestellt. Andere nicht. Das könnte hier das Problem sein.
Ein anderes Thema: Wie haben sich die Übernachtungszahlen in Füssen entwickelt? Die Übernachtungszahlen haben 2008 ein leichtes Plus. Wir hatten 1,04 Prozent mehr an Übernachtungen und 4,16 Prozent Zuwachs an Gästeankünften. Daran sieht man das die Aufenthaltsdauer noch kürzer wird.


Ist das ein Nachteil für Füssen?

Ich sehe es als einen Nachteil. Auf der eine Seite gibt der Gast zwar in der kurzen Zeit mehr Geld aus, auf der anderen ist der Kurzaufenthalt natürlich mit Mehrarbeit für den Vermieter verbunden.


Was erwarten Sie von der neuen FTM-Führungskraft?

Ich erwarte neue pfiffige Ideen. Füssen hat beste Voraussetzungen für alles: Landschaft, Übernachtung, etc. Jetzt geht es darum mit guten Ideen und mit einer intelligenten Umsetzung uns von anderen Tourismusregionen abzuheben.


Füssen ist so hoch verschuldet. Reicht das Tourismusbudget für eine besser Positionierung?

Ohne Geld kann man nichts machen. Wir haben etwa 360.000 Euro operatives Kapital, mit dem ein Tourismusdirektor arbeiten kann.


Das ist nicht viel für eine Stadt wie Füssen.

Deswegen habe ich von einer intelligenten Lösung gesprochen. Es gibt auch Refinanzierungen die man erreichen kann.

Haben Sie Ideen dafür?

Es wäre eine Idee, wenn man die Schifffahrt intensiver für Veranstaltungen nutzen könnte. Oder sehr gut finde ich auch das Thema Hochzeiten. Dafür haben wir wirklich das bestes Ambiente. Der Gesundheitstourismus darf auch nicht außer Acht gelassen werden. Solche Nischen zu finden wäre auch eine Aufgabe des Tourismusdirektors. Da profitieren alle davon. Es wäre gut wenn das operative Kapital erhöht werden könnte und man die Idee eines Werbepools aufgreift. In Nesselwang wird das schon praktiziert.


Sie meinen das Public Private Partnership ( PPP) zu deutsch Öffentlich Private Partnerschaft?

Ja, da zahlt die Wirtschaft mit ein. Alles was die Wirtschaft reinbringt wäre von FTM zu verdoppeln.
Werden Sie dieses PPP forcieren? Es ist eine Sache, die man vorantreiben sollte. Insgesamt ist die Zusammenarbeit mit Leistungsträgern und Füssen Tourismus sehr wichtig. Dann kann man auch viel bewegen.

Vielen Dank für das
Interview Frau Dr. Derday

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