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Brücken in die Zukunft schlagen

Helmut Wiesenegg“Wer bremst, verliert” – Bürgermeister Helmut Wiesenegg erläutert im Füssen aktuell-Interview, warum er in vielen Bereichen Gas gibt und weshalb es manchmal doch länger dauert.

Reutte plant ein Rekordvorhaben. Die längste Hängebrücke der Alpen soll einen 312 Meter langen Bogen von der Ruine Ehrenberg zum Fort Claudia spannen. Welches Signal soll mit diesem Vorhaben gesetzt werden?
Helmut Wiesenegg: Reutte baut Brücken. Die Hängebrücke wird für die ganze Region und weit über die Grenzen hinaus ein positives Signal setzen. Auftraggeber ist der Verein Europäisches Burgen- museum mit mir als Vorsitzenden. Die Investitionssumme beträgt rund 900000 Euro, woran sich die Marktgemeinde mit 190000 Euro beteiligt. Den Rest dieser Investition tragen unter anderem Land, Bund, EU mit Unterstützung von REA und interessierte Gemeinden.  Die Maßnahme bringt zudem mit sich, dass damit Wertschöpfung von fast einer Million Euro in die Region kommt. Mit dieser längsten Hängebrücken der Alpen werden zwei Brückenköpfe verbunden sowie die historische und touristische Attraktion schlechthin geschaffen.

Wir haben bereits bei unserem Januar-Interview über das Erlebnisbad Ehrenberg ausführlich gesprochen. Was hat sich bei diesem wichtigen Thema das vielen Menschen auf den Nägeln brennt, mittlerweile getan?

Helmut Wiesenegg: Die Planungen sind soweit alle abgeschlossen. Wir brauchen und wollen ein Erlebnisbad, das optimal auf die Bedürfnisse der Bevölkerung abgestimmt ist. Die Problematik liegt wie schon erwähnt darin, dass bei einer so hohen Investitionssumme von 14,5 Millionen Euro alle Risiken und Eventualitäten abgecheckt werden müssen. Dazu gehören die nötigen geologischen Untersuchungen die nun vorliegen. Damit können wir in den nächsten Tagen den Baubescheid erstellen, der Voraussetzung für die Bauarbeiten ist.

Wie beurteilen Sie die Diskussionen in der Bürgerschaft zu diesem Thema?
Helmut Wiesenegg: Wenn der Eindruck entsteht, dass in der Sache Erlebnisbad ein gewisser Stillstand herrscht, dann ist das nicht korrekt. Alle notwendigen Schritte sind inzwischen gesetzt, auch wenn sie nicht alle drei Minuten medial verbreitet werden. Mit dem Bad wird ein wesentlicher Schritt getan, zumal jetzt wesentlicher Druck aus der Wirtschaft kommt und die Firmen bereits bei uns anklopfen, um die für sie wichtigen Aufträge zu erhalten. Der Bau ist auch als Konjunkturmaßnahme zu sehen und das erzeugt somit gewissen Druck, die Baumaßnahme rasch umzusetzen.

Zum Schluss noch zu einer weiteren „Baustelle“. Ich nenne nur das Stichwort „Ehrenberg“, das nicht nur in Reutte immer wieder diskutiert wird.
Helmut Wiesenegg: Die Aktivitäten Ehrenberg gehen weiter. Als Bürgermeister wundert es mich nur, wenn Projekte gegeneinander ausgespielt werden. Das ist grundsätzlich unsachlich und falsch. Würde ich hier nicht getrennte Entscheidungen treffen, wäre es nicht möglich gewesen hierher in den letzten zehn Jahren rund 10 Millionen Euro fließen zu lassen. Geld, das sonst nie in unsere Region gekommen wäre.

Helmut Wiesenegg: Die Symbiose ist äußerst wichtig, die Marktgemeinde ist die zentrale Anlaufstelle und der Bürgermeister ist der Koordinator. Nicht zu vergessen, die bevorstehende Investition von 12 Mio Euro für die Reuttener Seilbahnen durch die Eigentümer und die bereits getätigten 4,1 Mio Euro zur Rettung der Seilbahn.

Grundsätzlich möchte ich erwähnen, dass das rasante Tempo, in dem ich Entscheidungen treffen muss, viel an Verständnis von meinen Mitarbeitern abverlangt. Da es da und dort zu Problemen kommen kann, liegt an der geforderten Schnelligkeit und liegt somit auf der Hand. Die Bürger erwarten und haben mich dafür gewählt, dass ich als Bürgermeister ihre Anliegen aktiv umsetze, damit sich etwas bewegt und in einer positiven Entwicklung die Zukunft sicherstellt. Es gibt durchaus oft Diskussionen, ob die Geschwindigkeit nicht zu hoch ist. Aber wer bremst, der verliert.

Das Interview führte Hanni Schmidt
 

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