Kultur

Königlich Musikalisch – von Mozart bis Swing

Wolfgang Amadeus Mozart wäre nur zu gern Hofmusikant und Münchner geworden. Eine feste Stelle erhielt er trotz mehrfacher Anfragen beim damaligen Kurfürsten Karl Theodor allerdings nicht. Vielleicht war der Kurfürst Musikern gegenüber skeptisch – gilt er doch als heimliches Vorbild für das deutsche Volkslied „Ein Jäger aus Kurpfalz“. Dessen Autor und Komponist blieben wohl bewusst und aus gutem Grund unbekannt: Die heute meist weggelassenen Strophen sind wenig schmeichelhaft und nicht ganz jugendfrei. Mozart wiederum war zwar kein Volksliedkomponist, dafür aber für seine ehrlichen, direkten Worte bekannt – eine Eigenschaft, die man bei Hofe nicht unbedingt schätzte.

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Rund 100 Jahre später hatte ein anderer Musiker mehr Glück am Münchner Hof – wenn auch nur für kurze Zeit. 1864, kurz nach der Übernahme der Regierung, ließ König Ludwig II. nach Richard Wagner suchen. Mehrfach verpasste Hofrat von Pfistermeister den Komponisten, bis er ihn schließlich in Stuttgart fand. Nur einen Tag später trafen König und Künstler in München zusammen. In der Residenz begann damit eine fast 20-jährige Freundschaft, die erst mit Wagners Tod am 13. Februar 1883 endete. Mehr als 600 Briefe und Telegramme gingen zwischen ihnen hin und her. Wagner war einer der ersten, der von den Plänen des Königs erfuhr und damit einer seiner wenigen, engen Vertrauten. Wenngleich auch diese Beziehung, wie aufgrund der unterschiedlichen Positionen und Charaktere der beiden Herren nicht verwunderlich, im Laufe dieser langen Freundschaft zweifelsohne auch ihre Höhen und Tiefen zu überwinden hatte.

Eine dieser Tiefen war sicherlich die von Wagner ausführlich geplante und aufwändig organisierte Uraufführung seines „Huldigungsmarsches“, den er ursprünglich am 19. Geburtstag des Monarchen auf Schloss Hohenschwangau präsentieren wollte Der vermutlich durch den Stress verursachte Tod des Kapellmeisters der Münchner Militärmusik, Peter Streck, sowie das plötzliche Unwohlsein Königin Maries verhinderten die Aufführung am Ehrentag. Erst einige Wochen später wurde das Geschenk an einem nass-trüben Oktobertag im Innenhof der Münchner Residenz präsentiert. Ludwig verfolgte die Aufführung vom Fenster aus. Besonders nachhaltig beeindruckt scheint er vom Werk allerdings nicht gewesen zu sein – in seinem Dankesbrief galt seine Aufmerksamkeit bald wieder dem „Ring des Nibelungen“.

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Musikalisch verbunden mit Ludwig II. ist auch das „Lied der Bayern“. Bereits 1852 hatte König Maximilian II. die Komposition einer eigenen bayerischen Hymne angeregt, in der das Königshaus weniger im Mittelpunkt stehen und alle Teile Bayerns repräsentiert werden sollten. Ihre Uraufführung fand 1860 statt. Nach mehreren Textänderungen wurde das Lied 1871 von Ludwig II. offiziell als bayerische Hymne genehmigt. Komponist Konrad Max Kunz, Chordirigent der Hofoper, verzichtete dabei bewusst auf musikalische Raffinessen und grenzte sich damit ganz bewusst von den Neuerungen Richard Wagners ab.

Ein bisschen beschwingter als mit Wagners Huldigungsmarsch und der Bayernhymne wird es in diesem Monat mit den Allgäuer LechCHORallen unter der Leitung von Walter Dolak. Sie präsentieren am Freitag, 23. Oktober im Museum der bayerischen Könige in Hohenschwangau zusammen mit Special Guest Multiinstrumentalist Markus Kerber einen unterhaltsamen Abend mit klassisch-moderner Chormusik. Unter dem Motto „Sing und Swing“ reicht das Repertoire von Udo Jürgens bis Queen.

Das Konzert findet bereits zum vierten Mal in der besonderen Atmosphäre des Museums statt. Erwachsene zahlen 16 €, Schüler und Studierende 8 €. Als besonderes Highlight bietet das Museum mit dem Kombiticket für 20 € um 17.30 Uhr eine exklusive Sonderführung nur für Konzertgäste an.

Reservierungen und Vorverkauf sind ab 12. Oktober 2026 im Museum der bayerischen Könige, unter Tel. 08362 / 887252 und unter lechchorallen.de möglich.

Text: Louise-H. Meinicke, Kulturvermittlerin
im Museum der bayerischen Könige
Foto: Wikipedia

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