
Neue Ära mit BMW und Kia unter einem Dach
Autohaus Mendler in Füssen
Das traditionsreiche Autohaus Mendler in Füssen präsentiert sich in neuem Glanz: Ein umfassend renovierter und neu gestalteter Verkaufsraum vereint künftig die Marken BMW und Kia auf rund 600 Quadratmetern – ein Meilenstein für das seit 1960 bestehende Familienunternehmen.
Geschäftsstellenleiter Carsten Wojtzek, der dem Haus seit fast 30 Jahren verbunden ist und im kommenden Jahr sein Jubiläum feiert, hat die Neugestaltung maßgeblich mitgeprägt. Die Grundidee dahinter ist klar: Kunden sollen sich wohlfühlen – und das von der ersten Sekunde an. Auch der Service soll optimiert werden indem ein Verkaufsassistent oder eine Assistentin die Kunden empfängt.
„Je nachdem, was der Kunde möchte, wird der passende Ansprechpartner aus dem Backoffice geholt“, erklärt Carsten Wojtzek. Hektik und Telefonlärm im Verkaufsbereich gehören damit der Vergangenheit an. Digitale Bildschirme in der gesamten Ausstellungshalle ermöglichen es, Fahrzeuge direkt am Point of Sale zu konfigurieren: Farbe, Interieur, Ausstattung – alles ist in Echtzeit sichtbar, ohne umständliches Blättern in Katalogen.
BMW trifft Kia – eine strategische Ergänzung
Die Entscheidung, neben BMW auch Kia in den Showroom aufzunehmen, war wohlüberlegt – und die ersten Erfahrungen bestätigen den eingeschlagenen Weg. Seit rund zwei Jahren vertreibt die Unternehmensgruppe Widmann & Winterholler die koreanische Marke bereits an ihren Standorten in Dachau und Weilheim und hat dabei wertvolle Erfahrungen sammeln können. „Wir sind bereits in einem Rhythmus, als hätten wir die Marke schon ewig“, sagt Erwin Winterholler. „Wir haben nur gute Erfahrungen gemacht.“ Nun wird Füssen als dritter Standort in das Kia-Netzwerk integriert und übernimmt die Koordination des Verkaufs für das gesamte Allgäu. „Kia muss nicht zu BMW passen – Kia muss BMW ergänzen“, bringt es Erwin Winterholler auf den Punkt.
Vor allem im Bereich der Elektromobilität schließt Kia eine wichtige Lücke: Mit Modellen wie dem EV2 und EV3 bietet die koreanische Marke attraktive Elektrofahrzeuge im Kleinwagensegment – ab rund 27.000 Euro, ein Preisbereich, den BMW nicht abdeckt. Dabei ist Kia nicht rein elektrisch aufgestellt, sondern bietet nach wie vor auch Verbrenner im Portfolio – ein wichtiger Aspekt bei der Markenwahl.
Carsten Wojtzek erzählt schmunzelnd, wie er vor zweieinhalb Jahren durch die Straßen Füssens fuhr und staunte: „Ich habe erst dann wahrgenommen, wie viele Kias hier eigentlich schon unterwegs sind. Das war wirklich sensationell.“ Der bestehende Kundenstamm des Vorgängerhändlers konnte übernommen werden. Kia hat sich in den vergangenen Jahren komplett neu aufgestellt: neue Produkte, neues Vertriebssystem, neue Händlerpartner – und bewusst Premium-Autohäuser als Partner gewählt.
Autohaus Mendler gehört nun zu den ersten Kia-Standorten in der Region Allgäu. Die Ausstellungsfläche von knapp 600 Quadratmetern präsentiert beide Marken in einem stimmigen Gesamtkonzept – mit klarer, aber harmonischer Trennung. Die Corporate Identity beider Hersteller wurde konsequent umgesetzt: von den vorgeschriebenen Fliesenfarben und -größen über die Stahlträger in Grau oder Schwarz bis hin zu den Kia-Accessoire-Vitrinen. In einem Nebengebäude mit rund 120 Quadratmetern entsteht zusätzlich ein Auslieferungsbereich für Kia – eine Voraussetzung, die der Hersteller fordert und die im Hauptgebäude räumlich nicht darstellbar war.
Die Zahlen sprechen für sich: Carsten Wojtzek hat in Füssen im vergangenen Jahr erstmals die Marke von 500 verkauften Fahrzeugen geknackt – genau 520 waren es am Ende. „Das war immer meine Vision – das Unternehmen an die 500er-Marke heranzuführen“, sagt der Geschäftsstellenleiter. Und mit Kia im Portfolio soll das Wachstum weitergehen.

Das Geschäftsmodell in Füssen ist dabei erfreulich ausgewogen: Der Leasinganteil liegt bei rund 53 bis 54 Prozent, der Gewerbekundenanteil bei knapp 60 Prozent – wobei dahinter meist Einzelhändler, Handwerker oder Gastronomen stecken, die wie Privatkunden betreut werden. Der Privatkundenanteil liegt bei 40 Prozent. Diese gesunde Mischung sorgt dafür, dass die typischen Marktschwankungen das Haus weniger hart treffen als Betriebe, die stark auf Großkunden ausgerichtet sind.
Auch die allgemeine Wirtschaftslage im Automobilhandel ist laut Erwin Winterholler besser als oft dargestellt: „Deutschland verzeichnet einen Zuwachs von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr, ganz Europa neun Prozent.“ Die Schwäche einiger Konzerne sei ausschließlich auf das rückläufige China-Geschäft zurückzuführen – der deutsche und europäische Markt hingegen erlebt gerade ein erneutes Erfolgsjahr.
Lieferzeiten und Elektromobilität
Während BMW-Elektrofahrzeuge – insbesondere die neue Klasse mit Reichweiten von bis zu 900 Kilometern – teils mit Lieferzeiten von bis zu elf Monaten aufwarten lassen, punktet Kia mit Verfügbarkeit ab Lager. Über die drei Filialen der Unternehmensgruppe hinweg steht eine breite Auswahl an Fahrzeugen bereit, die Direktkäufer sofort mitnehmen können.
Wer darüber hinaus auf der Suche nach einem Mini ist, wird in Füssen ebenfalls fündig. Autohaus Mendler ist offizieller Mini-Servicepartner und präsentiert die komplette Modellpalette vor Ort – vom klassischen Cooper über das Cabrio und den Countryman bis hin zum Aceman. Der Vertrieb wird über den Schwesterstandort in Weilheim koordiniert, Beratung, Verkauf und der gesamte Service finden jedoch direkt in Füssen statt. Da Mini zur BMW Group gehört, fügt sich die Marke nahtlos in das Gesamtkonzept des Hauses ein.
Auch im Gebrauchtwagenbereich setzt Autohaus Mendler auf Transparenz: Für jedes gebrauchte Elektrofahrzeug wird ein Batteriezertifikat erstellt, das den Ladezustand und die verbleibende Akkuleistung dokumentiert. Ergänzt wird das Serviceangebot durch ein modernes Räderlager- und Reifenlogistikzentrum, in dem aktuell rund 450 Radsätze verwaltet werden – mit Scanner-Erfassung, Reifenprofilmessung und Schadensdokumentation.
Tradition trifft Zukunft
Das Autohaus Mendler blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. 1960 von der Familie Mendler gegründet, führte Otto Mendler das Haus über viele Jahre gemeinsam mit seiner Frau Ursula und einem eingespielten Team. Anschließend übernahm Ursula Mendler die Geschäftsleitung und leitete das Autohaus 14 Jahre lang – eine Seltenheit in der männerdominierten Automobilbranche. „Mir hat es immer Spaß gemacht“, sagt sie heute. „Wenn man etwas gerne tut, führt es zwangsläufig zum Erfolg.“
Die Verbindung zur Unternehmensgruppe Widmann & Winterholler ist dabei nicht nur eine geschäftliche, sondern auch eine familiäre: Andrea Winterholler, die Tochter von Otto Mendler, ist die Frau von Erwin Winterholler, dem Inhaber der Gruppe. Die Fusion war somit auch ein Zusammenwachsen zweier Familien – und wurde von Ursula Mendler gemeinsam mit Geschäftsstellenleiter Carsten Wojtzek sorgfältig vorbereitet und begleitet. Nach der Übernahme durch die Gruppe blieb der Name Mendler bewusst an der Fassade – sowohl in Füssen als auch in Kaufbeuren. „Mendler ist in dieser Region eine Marke – sie steht für Qualität und Vertrauen“, erklärt Erwin Winterholler.
Die Unternehmensgruppe Widmann & Winterholler entstand aus der Fusion des Autohauses Winterholler – seit 1963 BMW-Partner in Dachau – mit dem Autohaus Widmann im Jahr 1997. Nach dem Ausscheiden von Herrn Widmann als Gesellschafter im Jahr 2007 blieb der etablierte Name bewusst erhalten. Heute zählt die Gruppe mit acht Standorten an sechs Orten und rund 420 Mitarbeitern zu den 100 größten markengebundenen Autohausgruppen Deutschlands.
Mitarbeiter gesucht
Mit dem Kia-Neustart wächst auch die Belegschaft. Seit dem 1. September sind zwei zusätzliche Verkäufer im Haus – insgesamt sind jetzt vier Verkäufer im Vertrieb tätig. Aktuell beschäftigt der Standort 35 Mitarbeiter. Gesucht werden derzeit noch Mechatroniker, ein Serviceberater sowie ein sogenannter Product Genius, das ist ein BMW-zertifizierter Produktexperte, der Kunden bei der Fahrzeugübergabe in die Sonderausstattung einweist und technische Fragen beantwortet.
Text ·. Foto: Sabina Riegger



