Wirtschaft

Generalsanierung des Hauses Hopfensee

Ein neues Kapitel für Hopfen am See

Das Haus Hopfensee ist weit mehr als ein Gebäude. Es ist das kulturelle und gesellschaftliche Herzstück von Hopfen am See – die Heimat zahlreicher Vereine, ein beliebter Veranstaltungsort und ein zentraler Treffpunkt für Einheimische und Gäste gleichermaßen. Doch nach Jahren des kontinuierlichen Betriebs hatte sich ein erheblicher Sanierungsstau angesammelt, der mit punktuellen Maßnahmen allein nicht mehr zu beheben war.

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Der Pächterwechsel bot schließlich die Chance, die längst überfällige Generalsanierung anzugehen. Mit einer Gesamtinvestition von rund 1,5 Millionen Euro – bemerkenswert: vollständig ohne neue Darlehen finanziert – wird das Haus Hopfensee nun Schritt für Schritt in die Zukunft geführt. Bürgermeister Maximilian Eichstetter sprach im Interview über sichtbare Veränderungen, die größten Herausforderungen, die Bedeutung regionaler Handwerksbetriebe und seine Vision für das Haus als lebendigen Mittelpunkt der Gemeinschaft.

Heller, moderner, einladender: Was die erste Bauphase bringt

Die erste Umbauphase soll planmäßig im Oktober abgeschlossen sein. Bereits beim ersten Betreten werden Besucherinnen und Besucher deutlich spürbare Veränderungen wahrnehmen: 73 neue Fenster sorgen für ein deutlich helleres Raumgefühl, neu gestaltete und geflieste Foyerbereiche sowie modernisierte Toilettenanlagen verleihen dem Haus eine zeitgemäße Anmutung, und frisch verputzte Treppenhäuser runden das überarbeitete Erscheinungsbild ab.

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Für das Haus Hopfensee wird noch ein
Pächter/Pächterin gesucht.

Bürgermeister Eichstetter ist überzeugt, dass die Veränderungen unmittelbar spürbar sein werden: „Ich glaube, dass die Bürgerinnen und Bürger schon beim Betreten merken werden, wie viel sich verändert hat.“ Besonders ins Auge fällt der barrierefreie Haupteingang mit elektrischen Schiebetüren. Für Eichstetter war dabei von Anfang an klar, in welche Richtung die Sanierung gehen soll: „Unser Ziel war von Anfang an, den besonderen Charakter des Hauses zu erhalten und es gleichzeitig so weiterzuentwickeln, dass es den heutigen Anforderungen an ein modernes Veranstaltungs- und Vereinshaus entspricht.“

Doch viele der wichtigsten Verbesserungen sind nicht auf den ersten Blick sichtbar: Neue Fußbodenheizungen, umfangreiche energetische Maßnahmen, eine erneuerte technische Infrastruktur sowie verbesserte Brand- und Schallschutzmaßnahmen bringen das Gebäude technisch und energetisch auf den neuesten Stand.

Die schwierigste Aufgabe der Sanierung war weniger ein einzelnes Gewerk als vielmehr das komplexe Zusammenspiel aller Arbeitsschritte. Bürgermeister Eichstetter beschreibt die Herausforderung so: „Wenn zahlreiche Gewerke parallel oder unmittelbar nacheinander arbeiten, muss jeder einzelne Arbeitsschritt genau auf den nächsten abgestimmt sein. Verzögert sich ein Gewerk, kann sich das unmittelbar auf mehrere nachfolgende Arbeiten auswirken.“ Planung, Koordination und konsequente Termineinhaltung waren daher die entscheidenden Aufgaben – und das nicht nur einmal zu Projektbeginn, sondern fortlaufend während der gesamten Bauphase.

Mehr Sicherheit, mehr Kapazität: Der neue zweite Rettungsweg

Eine der wesentlichen sicherheitstechnischen Verbesserungen ist der neue zweite Rettungsweg von der Saalempore. Er erfüllt die behördlichen Auflagen für Großveranstaltungen und ermöglicht es, künftig auch die Empore wieder regulär zu nutzen. Je nach Bestuhlung und Veranstaltungsformat können im Saal mehrere Hundert Personen Platz finden. Für Eichstetter ist das ein entscheidender Schritt: „Mit dem neuen Rettungsweg schaffen wir deutlich mehr Sicherheit und zugleich eine verlässliche Grundlage für eine vielseitige Nutzung. Der Saal soll künftig wieder ein Ort sein, an dem unterschiedlichste Formate professionell, sicher und in einem ansprechenden Umfeld stattfinden können.“

Barrierefreiheit hatte bei der Gesamtplanung einen besonders hohen Stellenwert. Der neue Haupteingang mit elektrischen Schiebetüren ist dabei nicht nur eine technische Lösung, sondern auch ein gestalterisches Statement. „Barrierefreiheit und eine hochwertige Gestaltung gehören für mich unmittelbar zusammen“, so Eichstetter. Man soll so einfach wie möglich hinein- und wieder hinauskommen – ohne Schwellen, komplizierte Türen oder andere Hindernisse.

An der Sanierung sind mehr als ein Dutzend überwiegend regionale Handwerksbetriebe aus Füssen, Hopfen und dem Umland beteiligt. Dabei gehen die Leistungen der Betriebe weit über die reine Ausführung hinaus. „Viele Betriebe bringen eigene Ideen, praktische Erfahrungen und innovative, zugleich aber bezahlbare Lösungsvorschläge ein“, so Eichstetter. Hinzu komme die persönliche Verbundenheit vieler Handwerker mit dem Haus: „Diese Identifikation mit dem Projekt ist auf der Baustelle deutlich spürbar.“

Neue Fußbodenheizungen, umfangreiche energetische Maßnahmen, eine erneuerte technische Infrastruktur sowie verbesserte Brand- und Schallschutzmaßnahmen bringen das Gebäude technisch und energetisch auf den neuesten Stand.

1,5 Millionen Euro – ohne neue Darlehen

Dass die Generalsanierung mit einem Gesamtvolumen von rund 1,5 Millionen Euro voraussichtlich ohne Aufnahme neuer Darlehen finanziert werden kann, ist das Ergebnis einer vorausschauenden Finanz- und Investitionsplanung. Hinzu kommen rund 400.000 Euro aus früheren Modernisierungsmaßnahmen der vergangenen Jahre. Die zugesagte Bundesförderung von bis zu 92.744 Euro fließt direkt in die energetischen Maßnahmen.

Für Eichstetter geht es dabei um mehr als nur ein Gebäude: „Wir investieren damit in einen langfristigen Vermögenswert der Stadt und zugleich in einen zentralen gesellschaftlichen Treffpunkt. Die Sanierung ist nicht nur eine Ausgabe für ein Gebäude, sondern eine Investition in das Vereinsleben, die Dorfgemeinschaft und den gesamten Ortsteil Hopfen am See.“

Auch für die zweite Bauphase werden sämtliche infrage kommenden Fördermöglichkeiten sorgfältig geprüft. Dabei gilt für Eichstetter jedoch ein klares Prinzip: „Die Förderbedingungen müssen zum Projekt passen. Wir wollen keine Maßnahme nur deshalb verändern oder unnötig verteuern, weil ein bestimmtes Förderprogramm dies verlangt.“

Veranstaltungsbetrieb startet bereits im Oktober

Ein besonderes Merkmal der Sanierungsplanung ist, dass der Veranstaltungsbetrieb nicht vollständig ruht. Die erste Bauphase wurde bewusst so strukturiert, dass die notwendigen Bereiche nach deren Abschluss vollständig nutzbar und klar von den noch ausstehenden Baubereichen getrennt sind. Bereits Ende Oktober sollen die ersten Veranstaltungen stattfinden können.

Das Haus Hopfensee ist die langjährige Heimat der Hopfener Vereine. Die Sanierung trägt dem ausdrücklich Rechnung: Der Musikraum erhält einen verbesserten Schallschutz und eine bessere Dämmung. Den Vereinen gilt Eichstetters besonderer Dank für ihre Geduld und Flexibilität während der Bauphase. Der Musikraum kann bereits während der laufenden Bauphase teilweise genutzt werden – ein wichtiges Signal für das ehrenamtliche Engagement vor Ort.

Gastronomie: Ausschreibung läuft – Bewerbungen willkommen

Die Gastronomie-Ausschreibung ist bereits gestartet. Gesucht wird kein bestimmter Küchenstil, sondern ein überzeugendes Gesamtkonzept. Bürgermeister Eichstetter beschreibt, wen er sich als künftigen Betreiber vorstellt: „Wir suchen einen Partner, der das Potenzial des Hauses erkennt und es gemeinsam mit uns langfristig und erfolgreich entwickelt.“

Dabei soll das Haus Hopfensee seine besondere Vielschichtigkeit behalten. „Es soll kein reines Tourismusprojekt und ebenso wenig ein nur intern genutztes Vereinsgebäude sein. Es soll Einheimische und Gäste zusammenbringen und die Gastfreundschaft, die Gemeinschaft und die besondere Lebensqualität von Hopfen am See sichtbar machen“, so Eichstetter abschließend.

Text: Sabina Riegger · Fotos: Stadt Füssen

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