
35 Jahre Renaissance-Leidenschaft
Das „Füssener Consort“ bringt Musik und Tanz auf die Bühne
Während sie sich mit ihrem Namen quasi ganz der Wiedergeburt verschrieben haben, hat das, was Stefan Renner und Gerhard Nold vor gut 35 Jahren ins Leben gerufen haben, nichts mit religiösen Gedanken zu tun. Die beiden pensionierten Pädagogen und ihre Kolleginnen sowie Kollegen vom „Füssener Consort“ widmen sich seit 1990 vielmehr der Renaissance als Kunststil – einer Epoche, die durch eine Rückbesinnung auf Werte der griechisch-römischen Antike gekennzeichnet ist.
Bei ungefähr 140 Auftritten haben die Musiker und Tänzer in den vergangenen Jahrzehnten rund 100 Musik- und Tanzstücke präsentiert und damit ihre Leidenschaft dafür geteilt, „einfach mal etwas anderes, etwas Verrücktes zu tun“, wie Initiator Renner es formulierte. Nachdem sich Renner inzwischen etwas zurückgezogen hat, leitet Gerhard Nold nun hauptsächlich die Geschicke der Gruppe – ein Zusammenschluss von derzeit sechs Musikern und vier Tanzpaaren.
Ihren bis dato letzten großen Auftritt hatten die Renaissancefreunde Ende Juli bei den Wallenstein-Festspielen in Memmingen. Mit den historischen Tänzen unterstrichen sie eindrucksvoll, dass sie auch im 36. Jahr ihres Bestehens noch an frühere spektakuläre Auftritte – darunter zwei im Bayerischen Rundfunk – anknüpfen können. Allerdings befindet man sich nach Renners Worten „momentan im Umbruch“. Deshalb müsse man laut Nold schauen, „wie es weitergeht“.
Text: Alexander Berndt



