
Feuerwehrhaus Hopfen am See wird generalsaniert
Stadt Füssen investiert 1,3 Millionen Euro in Sicherheit und Infrastruktur des Ehrenamts
Der Startschuss ist gefallen: Die Stadt Füssen nimmt die seit Jahren aufgeschobene Generalsanierung des Feuerwehrgerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr Hopfen am See in der Riedener Straße 3 wieder auf. Der Planungs-, Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss hat in seiner heutigen Sitzung einstimmig beschlossen, das kommunale Einvernehmen nach § 36 BauGB zu erteilen. Damit sind die Weichen für das rund 1,3 Millionen Euro teure Vorhaben gestellt.
Ein Gebäude mit erheblichen Mängeln
Die Defizite des bestehenden Gerätehauses sind seit Jahren bekannt. Bereits zwischen Mitte 2020 und Mitte 2021 wurden Planungen bis zur Leistungsphase 3 – der Entwurfsplanung gemäß HOAI – erarbeitet, um die baulichen, sicherheitstechnischen und funktionalen Schwächen des Gebäudes grundlegend zu beheben. Der damals angespannte Stadthaushalt machte jedoch einen Strich durch die Rechnung: Der Stadtrat beschloss im Januar 2022, das Vorhaben auf unbestimmte Zeit zurückzustellen.
Seitdem haben sich die Missstände weiter verschärft. Es fehlt an einer Trennung von sogenannten Schwarz- und Weißbereichen, die für die Einsatzhygiene zwingend erforderlich ist. Umkleide- und Sanitäreinrichtungen sind unzureichend, die Belüftung der Fahrzeughalle mangelhaft. Hinzu kommen technische und energetische Defizite an Haustechnik und Gebäudehülle sowie beengte Raumverhältnisse, die einen sicheren Einsatzbetrieb erschweren. Auch die Vorgaben der DGUV sowie der DIN 14092 werden im Bestand nicht normgerecht erfüllt.
Diese Mängel sind kein bloßes Komfortproblem: Ein fehlendes normgerechtes Stellplatzkonzept, eine nicht funktionierende Abgasabsaugung und unklare Verkehrswege stellen ein reales Risiko für die Gesundheit und Sicherheit der Feuerwehrangehörigen dar.
Ehrenamtliches Engagement zahlt sich aus
Die überarbeitete Entwurfsplanung wurde in enger Abstimmung mit der Freiwilligen Feuerwehr Hopfen am See weiterentwickelt. Durch das aktive Mitwirken der ehrenamtlichen Kräfte konnten sowohl funktionale Verbesserungen als auch wirtschaftliche Optimierungen erzielt und die Planung an den aktuellen Stand der Technik angepasst werden. Bürgermeister Maximilian Eichstetter, der selbst Feuerwehrmann ist, bringt die Bedeutung des Vorhabens auf den Punkt: Die geplanten Maßnahmen – von der klaren Trennung der Hygienebereiche über eine funktionierende Abgasabsaugung bis hin zu ausreichenden Umkleiden und sicheren Verkehrswegen – seien keine Luxusausstattung, sondern schlicht der Mindeststandard nach heutigen Vorgaben.
Verbesserte Förderung macht Umsetzung möglich
Ein wesentlicher Grund für die Wiederaufnahme des Projekts sind die seit 2025 deutlich verbesserten Rahmenbedingungen in der kommunalen Feuerwehrförderung. Die Stadt Füssen strebt eine Förderung über das Programm zur Verbesserung des Brandschutzes gemäß der KommFEU-Richtlinie an. Das Förderverfahren wurde beim Landratsamt Ostallgäu sowie bei der Regierung von Schwaben eingeleitet. Im Haushalt 2026 und in der mittelfristigen Finanzplanung 2027 sind die entsprechenden Mittel bereits eingestellt; der Haushalt ist genehmigt, sodass Planungssicherheit besteht.
Baubeginn noch in diesem Jahr
Die nächsten Schritte umfassen die Aktualisierung der Entwurfsplanung, die Vorbereitung der Genehmigungs- und Ausführungsplanung sowie die Ausschreibung weiterer Planungsleistungen gemäß den geltenden Vergabevorschriften. Geprüft wird zudem, inwieweit die Feuerwehr selbst Eigenleistungen einbringen kann – in Abstimmung mit der Verwaltung und unter Beachtung der Vergabeordnung Bayern in der Fassung vom 1. Januar 2025. Der Baubeginn ist für Ende September 2026 vorgesehen, die Fertigstellung bis Ende 2027 geplant.
Eichstetter fasst die Haltung der Stadt zusammen: „Wer von unseren Feuerwehrkameradinnen und Kameraden höchste Einsatzbereitschaft erwartet, muss ihnen auch zeitgemäße Bedingungen bieten.“
Text: pm/FA



