Gesundheit

Zink

Ein Mineral mit Potential

Zink ist ein lebenswichtiges Spurenelement und Mineral, das der Körper leider nicht selbst produzieren kann und so über die Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden muss. Es ist an über 300 (!) Enzymreaktionen beteiligt, stärkt unser Immunsystem, fördert das Zellwachstum und den Stoffwechsel und ist wichtig für eine gesunde Haut, Haare und Nägel. Ein Mangel hiervon führt u.a. zu Infektanfälligkeit, Hautproblemen, Müdigkeit, schlechter Wundheilung und ähnlichen Beschwerden. Dazu später noch mehr im Detail. Deshalb wäre eine ausgewogene Ernährung natürlich das Beste.

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Welche Nahrungsmittel sind hier nun empfehlenswert? Aus dem tierischen Bereich sind sehr gut: Austern, rotes Fleisch, Krabben, Lachs oder Milchprodukte. Auf der pflanzlichen Schiene: Hülsenfrüchte wie Linsen oder Kichererbsen, Nüsse, besonders Cashews und Kürbiskerne und Vollkornprodukte – Haferflocken und Quinoa. Falls das alles noch nicht ausreichen sollte, empfiehlt es sich, evtl. nach ärztlicher Abklärung, zusätzlich hochwertige Zinkpräparate einzunehmen. Aber keine Angst: es ist übrigens kaum möglich, dass Zink so stark überdosiert wird, dass Vergiftungserscheinungen auftreten können!

Zum Begriff „Spurenelemente“: sie sind essentiell, sprich also wirklich ganz wichtig für die Funktionen unseres Körpers. Neben Zink gehören z.B. auch Chrom, Mangan, Eisen, Kupfer, Kobalt, Molybdän, Selen, Fluor und Jod dazu. Allerdings ist Zink mit 1,4 bis 2,3 Gramm Anteil am Körpergewicht eines der höchst konzentrierten im Organismus. Leicht haben es die Zinkatome übrigens nicht, denn sie haben einen ziemlich langen und beschwerlichen Weg vor sich, bis sie von unserer Hand oder Gabel auch in die entlegensten und kleinsten Körperzellen gelangen, damit sie dann dort ihren lebenswichtigen Dienst ausüben können.

Glücklicherweise wird Zink nicht im eigentlichen Sinne verbraucht, wie etwa Fette oder Kohlenhydrate. Denn diese Nahrungsbestandteile werden im Organismus vollständig zerlegt, damit Energie gewonnen werden kann oder neue Baustoffe für den Körper entstehen. Zink unterstützt in den meisten Fällen schon durch seine reine Anwesenheit die Enzyme, Zellen und andere „Arbeitseinheiten“ beim Stoffwechsel, ohne sich dabei selbst zu verändern oder regelrecht abgebaut zu werden. Anders wäre es auch gar nicht möglich, dass so eine kleine Menge Zink, es liegt ja wirklich nur in Spuren vor, so viele Aufgaben zu erfüllen vermag.

Theoretisch müsste es eigentlich genügen, wenn sich ein heranwachsender Embryo im Mutterleib seinen Zinkvorrat für das Leben einmal zusammensammeln und diesen in den Körperzellen abspeichern würde. Im praktischen Sinne ist dies aber nicht möglich, denn das Leben ist nun einmal ein dynamischer Prozess. Zellen teilen sich, der Mensch wächst und vervielfacht seine Körpermasse. Also wird dringend mehr Nachschub benötigt. Gerade bei Kindern in der Wachstumsphase ist dieses Mineral ganz besonders wichtig. Und auch der erwachsene Mensch muss ja ständig alte und abgenutzte Zellen erneuern und jede einzelne neue Zelle benötigt dazu neues Zink.

Komplizierte Regelmechanismen sorgen dafür, dass bei unserem Essen immer genug Zink entzogen wird. Das klappt aber nicht immer. Bei einem Mangel an Zink wird es wesentlich besser aus den Speisen resorbiert als im Vergleich zu einem ausreichenden Zinkstatus. Normalweise scheidet ein gesunder Mensch auch kaum Zink über die Nieren aus, nur bei einer ganz guten Versorgung steigt die Menge im Harn an. Dennoch verlieren wir ständig etwas über Haut, Haare, Schweiß und den Darm.

Wenn jetzt nun über die Nahrung nicht wieder genug zugeführt wird, kommt es einem echten Problem. Hier kann selbst das effektivste Aufnahmesystem nicht mehr helfen. Wo nichts ist, kann auch nichts verwertet werden! Dazu kommt noch: selbst aus der besten Nahrung kommt leider nicht alles an: die Weltgesundheitsorganisation WHO hat herausgefunden, dass die Aufnahmerate bei etwa zehn bis maximal 40 Prozent liegt… Schade!

Welchen Weg nimmt das Spurenelement? Normalerweise wird Zink über die Schleimhaut des Dünndarmes resorbiert. Dieser Vorgang findet hauptsächlich in dem Darmbereich statt, der sich an den Teil des Zwölffingerdarmes anschließt und Jejunum oder Leerdarm heißt. Im Magen und und in den tieferen Darmabschnitten funktioniert das wesentlich schlechter.

So, jetzt kommen wir zum naturheilkundlichen Teil. In der Homöopathie hat Zink schon relativ früh Einzug in diesen Arzneimittelschatz gehalten. Interessant ist, dass die Behandler in der modernen Spurenelement-Forschung tatsächlich eine Bestätigung finden. Hier wird Zincum metallicum, wie das reine metallische Zink hier heißt, immer dann gebraucht, wenn Menschen sehr überarbeitet und empfindlich sind und zu Zuckungen und Zittern am ganzen Körper neigen.

Besonders bedeutend für einen akuten Zustand ist es, wenn Beine und Füße ständig bewegt werden müssen. Auch ist eine ständige Erschöpfung ein zentrales Problem. Alle Sinne reagieren sehr stark auf Reizungen. Auch von Gedächtnisschwäche, allgemeiner Unruhe und Konzentrationsstörungen ist hier die Rede. Eine sehr interessante Variante ist durchaus die Kombination mit Baldrian. Es nennt sich in diesem Falle Zincum valerianicum. Es hilft gerade bei Kindern sehr gut bei Einschlafstörungen oder Konzentrationsschwierigkeiten. Aber auch ältere Menschen können davon profitieren. Viele Gedanken in der Nacht oder nervöse Zuckungen beeinträchtigen natürlich ebenfalls einen gesunden Schlaf.

Eine komplett andere Anwendungsweise ist diese: die äußerliche in Salben und Lotionen oder Sprühpräparaten. Zink wird vor allem bei der Wundversorgung und Hautpflege sehr geschätzt. Sehr viele bei uns in Deutschland, natürlich auch in anderen Ländern, bieten Präparate an, die als Hauptwirkstoff Zinkoxid enthalten. Dieses wirkt stark adstringierend, das heißt zusammenziehend, so dass sich die Wundränder schneller schließen und besser abheilen können.

Zum Teil sind noch andere Inhaltsstoffe enthalten, die die Heilwirkung noch verstärken. Anwendung finden Zinksalben erfolgreich bei nicht infizierten Wunden, auch wenn sie etwas großflächiger sind, Schürfwunden, Verbrennungen ersten und zweiten Grades oder Sonnenbrand. Aber auch bei Hautausschlägen und Ekzemen lindert Zink schnell und effektiv die Beschwerden.

Als Kind bekam ich eine Zinkoxid – Schüttelmixtur bei Windpocken, um den Juckreiz zu stillen. Funktioniert auch bei Gürtelrose, da diese Viren zusammenhängen. Für Babys mit Windeldermatitis hat sich eine Zinksalbe genauso gut bewährt wie bei älteren bettlägigeren Menschen, die zum Wundliegen neigen.

Wo allerdings ein deutlicher Mangel entstehen kann, sind lang andauernde und ständig wiederkehrende Darmentzündungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa oder häufige chronische Durchfälle. Hier kann sich ein regelrechter Teufelskreis ergeben. Fehlt Zink, geht mehr und mehr Darmschleimhaut zugrunde, die als Gewebe mit hoher Zellteilungsrate auf das Spurenelement angewiesen ist. Und je mehr Darmoberfläche beschädigt ist, desto weniger kann Zink aufgenommen werden! Hier hilft tatsächlich nur eine konsequente Einnahme, diese erhöht das Angebot zumindest in einem gewissen Maße. Diese schwerwiegenden Erkrankungen werden leider damit nicht geheilt, aber vielleicht wenigstens gelindert…

Also, Sie sehen schon, wie wertvoll Zink für unseren Körper ist, und das nicht nur bei Erkältungen oder zur Stärkung des Immunsystems!

Ihre Apothekerin
Simone Wagner

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