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Probebetrieb neuer Haltestellen in Weißensee per Linientaxi

Grundlage für einen zukünftigen „Rufbus“

Die Stadt Füssen verbessert die Mobilität im Ortsteil Weißensee und startet gemeinsam mit dem Landkreis Ostallgäu sowie den RVA Verkehrsunternehmen einen weiteren Probebetrieb mit neuen Haltestellen in besonders topografisch anspruchsvollen Wohnbereichen.

Auf Initiative des Ersten Bürgermeisters Maximilian Eichstetter werden ab sofort neue, bürgernahe Zustiegsmöglichkeiten getestet, um insbesondere älteren Menschen und Bürgerinnen und Bürgern mit eingeschränkter Mobilität einen sichereren Zugang zum öffentlichen Verkehr zu ermöglichen.

Hintergrund ist eine konkrete Rückmeldung aus der Bürgerschaft:
Eine mobilitätseingeschränkte Bürgerin mit Rollator hatte darauf hingewiesen, dass die Wege zu den bestehenden Haltestellen aufgrund der steil verlaufenden Straßen kaum noch sicher zu bewältigen sind, insbesondere bei Nässe und winterlichen Bedingungen.

Die Bürgerin lebt eigenständig, versorgt sich selbst und hat keine Angehörigen, die regelmäßig unterstützen können.

Wir nehmen solche Hinweise sehr ernst. Mobilität muss auch dann funktionieren, wenn Menschen im Alltag eingeschränkt sind und auf sich allein gestellt bleiben. Gerade in steilen Wohnlagen ist nicht die Busfahrt das Problem, sondern der Weg zur nächsten Haltestelle. Deshalb testen wir das Angebot und prüfen, ob es von mehreren Bürgerinnen und Bürgern genutzt wird“ , betont Erster Bürgermeister Maximilian Eichstetter.

Neue Haltestellen im Probebetrieb

Im Rahmen des Probebetriebs werden folgende Haltestellen im Bereich Weißensee neu angeboten:

  • Alte Steige / Edelweißstraße / Enzianstraße / Eisenhutstraße

Ziel ist eine pragmatische, alltagstaugliche Ergänzung des ÖPNV, die insbesondere für mobilitätseingeschränkte Personen, Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Rollator eine deutliche Entlastung bringt.

Anzahl Haltestellen mit Linientaxis

Mittlerweile an nahezu allen Haltestellen im Stadtgebiet (incl. Weissensee / Hopfen) werden zur Ergänzung des Busverkehrs zu verkehrsschwachen Zeiten zusätzlich Linientaxis eingesetzt. Diese Fahrten sind in den Fahrplänen entsprechend gekennzeichnet. Das ist bereits der Anfang für ein zukünftig mögliches „BürgerMobil“ für den Stadtverkehr.

Bedienung ausschließlich auf Bestellung (Linientaxi)

Die Bedienung der neuen Haltestellen erfolgt ausschließlich über Linientaxis. Es handelt sich um ein bestellbares Angebot (APP: On Demand), das als Ergänzung zum Busverkehr in verkehrsschwächeren Zeiten eingesetzt wird und in den Fahrplänen entsprechend gekennzeichnet ist. Damit wird die Erreichbarkeit verbessert, ohne zusätzliche Leerfahrten im Linienbetrieb zu erzeugen. Der Probebetrieb soll zudem zeigen, ob ein solcher bedarfsgerechter Ansatz die richtige Lösung für Bereiche mit steilen Straßen und längeren Wegen zu regulären Haltestellen ist.

Fahrten Montag bis Freitag, Anbindung an den Bahnhof

Der Probebetrieb umfasst folgende Bedienung:

  • Montag bis Freitag
  • jeweils zwei Fahrten am Vormittag sowie zwei Fahrten am Nachmittag
  • jeweils von und zum Bahnhof Füssen

Damit wird insbesondere die Möglichkeit gestärkt, Arzttermine, Einkäufe oder Anschlussfahrten über den Bahnhof zuverlässig und sicher zu erreichen.

Ausweitung möglich, wenn Nachfrage vorhanden ist

„Wir wollen wissen, ob das Angebot nicht nur einem Einzelfall hilft, sondern ob wir damit eine echte Lücke im Netz schließen. Bei entsprechender Nachfrage ist es möglich, das Angebot weiter auszubauen“, so Eichstetter.

Bestellung und Auskunft: telefonisch oder per App

Die Bestellung muss spätestens eine Stunde vor Abfahrt erfolgen.

Telefonische Bestellung und Auskünfte beim Servicezentrum der OVG:
Telefon 08341 43 86 06 0

Bestellung auch über die App des Landkreises:
On Demand OAL.KF

Erreichbarkeit der Buchungszentrale:

  • Montag bis Freitag: 08:00 Uhr bis 16:00 Uhr
  • Samstag: 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr

Tarife: Preise wie Bus, Einzelfahrkarten je nach Strecke

Die Preise entsprechen den regulären Buspreisen.

Je nach Strecke liegen die Fahrpreise üblicherweise zwischen ca. 2 Euro und maximal ca. 4,50 Euro für einen Einzelfahrschein.

Je nach Linie und Zone gelten Sondertarife.

Wichtige Hinweise und Sonderregelungen (Linientaxi)

Für das Angebot gelten folgende Rahmenbedingungen:

  • Keine Beförderung von Reisegruppen
  • Fahrradbeförderung ist ausgeschlossen
  • Im Linientaxi können nur Einzelfahrscheine (Erwachsene, Kind, Senior) nach OVG Tarif gelöst werden
  • Für Zeitkarten gelten Sonderregelungen (gemäß Tarifübersicht OVG)
  • Ein Linientaxi kann für maximal 8 Personen bestellt werden

Christiane Jentsch, Geschäftsführerin der RVA, begrüßt den Probebetrieb ausdrücklich:

Ich finde es sehr gut, dass der Erste Bürgermeister Maximilian Eichstetter uns hier aktiv fordert und zugleich unterstützt, das Mobilitätsangebot in Füssen dauerhaft weiterzuentwickeln. Wir sind in der Verantwortung, das Netz nicht nur zu verwalten, sondern es permanent zu optimieren, damit es zu den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen passt. Gerade in einem Stadtgebiet mit besonderen topografischen Herausforderungen müssen wir flexibel reagieren und neue Lösungen erproben. Der Probebetrieb zeigt beispielhaft, wie moderne Mobilität funktionieren kann: bedarfsgerecht, effizient und konkret dort, wo Bürgerinnen und Bürger echte Hindernisse im Alltag erleben.“

Jentsch ergänzt: „ Solche Rückmeldungen aus der Bürgerschaft und das aktive Mitwirken der Stadt sind für uns sehr wichtig. Wenn Kommunen wie Füssen gezielt Impulse geben, können wir Angebote schneller anpassen und passgenauer weiterentwickeln. Wir verstehen den Probebetrieb deshalb als gemeinsames Lernfeld: Wir messen die Nachfrage, analysieren die Nutzung und können bei Bedarf das Angebot erweitern.“

Eichstetter erläutert: Der Probebetrieb hat dabei auch eine strategische Zielsetzung: Er soll zeigen, ob in topografisch herausfordernden Wohnlagen und in Bereichen mit längeren Wegen zur nächsten Haltestelle ein dauerhaftes, bürgernahes Angebot notwendig ist. Die Stadt Füssen sieht den Testlauf daher als wichtige Grundlage für einen möglichen zukünftigen Rufbus im Stadtgebiet.

Wenn die Bürgerinnen und Bürger das Linientaxi annehmen, können wir daraus die richtigen Schlüsse für die Weiterentwicklung unseres ÖPNV ziehen. Dann wäre ein dauerhaftes Rufbus Angebot eine realistische Perspektive, um flexibel, effizient und bedarfsgerecht genau dort Mobilität zu sichern, wo klassische Linienverkehre an topografische Grenzen stoßen oder die Wege zur nächsten Haltestelle für viele zu weit sind“, betont Erster Bürgermeister Maximilian Eichstetter.

Text: pm/FA · Foto: Stadt Füssen

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