Außerfern

Restaurant Geierwally: Ein kulinarisches Museum 

Trachten, Gemälde, Schriftstücke, Antiquitäten und Zeichnungen von Anna Stainer-Knittel und Josef Anton Falger zieren die Gaststuben. 

Wenn es um die Geschichte und das Lechtal geht, ist Guido Degasperi der richtige Ansprechpartner. Sein Restaurant „Zur Geierwally“, das seit über 45 Jahren besteht, ist ein kulinarisches Museum. Trachten, Gemälde, Schriftstücke, Antiquitäten und Zeichnungen von Anna Stainer-Knittel und Josef Anton Falger zieren die Gaststuben.

Die „Himmelspforte“, die eigentliche Eingangstüre ins Restaurant, ist die alte Kirchentüre aus Bach. Auch die Eingangstüre zum Geierwally-Restaurant hat geschichtlichen Hintergrund. Josef Anton Falger wird die Türklinke oft gedrückt oder gar an der Tür geklopft haben. Denn die gehörte zum Haus von Falgers Schwiegervater, der unter dem Restaurant lebte – im Haus Nr. 39 in Elbigenalp.

Noch vor einigen Jahren, als das Leben von Anton Falger zum ersten Mal als Theaterstück auf der Geierwally-Freilichtbühne aufgeführt wurde, zog Guido Degasperi seinen feinen Gehrock an, setzte den Zylinder auf und machte Führungen als Falger durch  das Schnitzerdorf.

Im Lechtal ist Guido Degasperi ein Unikat und in Tirol schätzt man sein Wissen um die Trachten. Denn wenn es um die Geschichte und das Lechtal geht, ist er der richtige Ansprechpartner. Dabei sollte man sich von seinem Äußeren nicht beirren lassen. Das rockige Outfit gehört zu ihm wie seine Lechtaler Trachten, die er besitzt. 

Er ist ein Mann, der die Geschichte liebt, sie aufsaugt wie ein Schwamm, um sie dann so zu erzählen, dass der Zuhörer das Gefühl hat, bei dem Erzählten dabei gewesen zu sein. Auf seinen Namen ist der Tiroler stolz. Schließlich stammt er aus der Linie von Alcide De Gasperi, der am 5. September 1946 das Pariser Abkommen unterzeichnet hat. Dieser Vertrag garantiert den Schutz der kulturellen Eigenart der deutschsprachigen Bevölkerung in der Region Trentino-Südtirol. 

Die Ideen gehen Guido Degasperi noch lange nicht aus. Er ist ein Lechtaler, der Tradition mit modernen Ansichten wunderbar kombiniert. Das ist auch auf seiner Speisekarte sichtbar. Dieses Jahr wird es ein Falger-Menü geben – passend zum diesjährigen Stück der Geierwally-Freilichtbühne „Anton Falger, Vater des Lechtals“. Guido Degasperi ist auch Kulturführer von Elbigenalp und kann für eine Führung durch Elbigenalp gebucht werden. 

Text · Foto: Sabina Riegger

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