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Ganz schön verklebt: Die Boegertherapie

Vor fünf Jahren eröffnete Steffi Guggemos ihre Osteopathie-Praxis. Doch damit nicht genug. „Aus Begeisterung für meinen Beruf und mit dem Wunsch, dem Patienten die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen, bilde ich mich kontinuierlich weiter“, so die Osteopathin.

Im Laufe der Zeit hat sie viele Fort- und Weiterbildungen gemacht. Um auch Narben besser behandeln zu können, ließ sich die Füssnerin zur Boeger-Therapeutin ausbilden. „Narben sind verheilte Verletzungen. Sie entstehen nicht immer durch eine offene Wunde. Bereits ein Bluterguss oder ein geschwollener Knöchel führen zu Entzündungen und somit zu Verklebungen unterschiedlicher Gewebsschichten. Nicht selten ist dieses Ersatzgewebe die Ursache für chronische und akute, unerklärliche Schmerzen“, erklärt sie.

Da Narben und Verklebungen (Adhäsionen) nicht immer von außen sichtbar sind, arbeitet Guggemos mit einer speziellen Technik, die es ihr ermöglicht, sowohl zu diagnostizieren als auch zu therapieren. „Die Boegertherapie kann auch unmittelbar nach einer Operation angewendet werden. Mit oberflächlich gehaltenen Faszientechniken entsteht eine venöse und lymphatische Entstauung. Damit wird der Kompressionsdruck von den Venen und Lymphgefäßen genommen.

Diese entstauende Technik wirkt unmittelbar abschwellend auf die betroffene Körperregion und der Heilungsprozess wird gefördert. Der menschliche Körper besteht nun mal zu 80 Prozent aus Flüssigkeit und somit muss der freie Fluss dieser Flüssigkeiten gegeben sein, damit wir uns wohlfühlen und beweglich bleiben“, so die Therapeutin.

Die Boegertherapie integriert Elemente aus verschiedenen Therapieformen, darunter auch Osteopathie. Diese interdisziplinäre Herangehensweise ermöglicht eine umfassende Behandlung und fördert die Effektivität der Therapie.

„Unser gesamter Körper ist durch ein Netzwerk aus Faszien und Bindegewebe miteinander verbunden. Wenn es in diesem Fasziensystem zu Verklebungen oder Narben kommt, etwa nach Entzündungen, Operationen oder Unfällen, können unterschiedlichste Beschwerden, Schmerzen oder Krankheiten auftreten“, erklärt die Osteopathin. Doch Verletzungen sind nicht immer körperlicher Natur; auch Stress und traumatische Erfahrungen hinterlassen Spuren im Gewebe.

Diese emotionalen Narben führen zu einer erhöhten Grundspannung im Fasziensystem, die negative Auswirkungen auf den Körper hat. „Die Boegertherapie bildet eine Einheit mit drei Teilbereichen“, so Steffi Guggemos.

Die systemische Narbentherapie, iXpending® und REMovement®. Alle drei Bereiche zusammen fördern die Aufrichtung und Befreiung von Schmerzen sowohl auf körperlicher als auch auf emotionaler Ebene. Mit der systemischen Narbentherapie werden mit speziellen Grifftechniken Narben und Verklebungen gelöst.

„Haben Sie jemals versucht, sportlich aktiv zu sein, während Darm, Blase oder Magen gefüllt waren? Ein ähnliches Prinzip gilt für die Faszien. Solange die Faszien in Organen und Muskeln blockiert sind, ist die Beweglichkeit eingeschränkt.  Deshalb müssen Organ- und Muskelketten mit Eigenmobilisationsübungen, dem sogenannten iXpending, entstaut werden. Denn wer sich leicht bewegen kann, bewegt sich gerne und öfter.“ 

Steffi Guggemos ist begeistert von der Boegertherapie. „Es ist faszinierend, welche Erfolge damit erzielt werden können und das in kürzester Zeit.“ Sie nutzt auch das Cibionic®-System, ein Instrument, mit dem die Krafteinwirkung der Therapie auf das adhäsive Fasziengewebe gemessen wird und das zeitgleich den Lösungsprozess dokumentiert.“

REMovement ist ein weiterer Teilbereich der Boegertherapie, den die Osteopathin in die Therapie einfließen lässt. „REM steht für Rapid Eye Movement. Dies bezieht sich auf die nächtlichen Traumphasen, in denen sich die Augen, selbst wenn sie geschlossen sind, ständig bewegen, um verschiedene Reize des Alltags zu verarbeiten. Das REMovement hat die Aufgabe, das vegetative Nervensystem in Einklang zu bringen und beide Gehirnhälften wieder zu vernetzen beziehungsweise zu koppeln“, beschreibt Steffi Guggemos diesen besonderen Vorgang.

Damit sich dieser „entspannende Zustand“ während der Boegertherapie einstellt, werden durch wechselseitiges zügiges Klopfen der Arm- oder Beinaussenseiten die Stressblockaden gelöst „Mit dem Klopfen bringt man alle Zellen in Schwung, der Körper regeneriert sich. Ich simuliere damit die REM-Phase“, erklärt Steffi Guggemos.

Eine Wirkung des REMovement`s ist auch die Harmonisierung des vegetativen Nervensystems. Dadurch kann die therapeutische Behandlung viel besser wirken, da die Spannung von Muskulatur und Faszien reduziert ist und auch emotionale Blockaden gelöst werden können. 

Praxis für Osteopathie Steffi Guggemos
Kemptener Straße 129 · 87629 Füssen  

Termine nach Vereinbarung:
Telefon Nummer: 01590 – 4699 989 
https://osteopathie-fuessen.de/

Text: rie · Foto: privat

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