
Das Luitpoldpark Hotel in Füssen vor großen Veränderungen
Im Herzen von Füssen, direkt am Puls der historischen Altstadt, steht das Luitpoldpark Hotel vor einem bedeutenden Wandel. Das traditionsreiche 4-Sterne-Haus, das mit seinen 131 Zimmern zu den größten Hotels der Region zählt, hat sich für die kommenden Jahre ein ambitioniertes Modernisierungsprogramm vorgenommen. Geschäftsführer Hans-Jürgen Wenzel und Hoteldirektor Joachim Lüttecke geben Einblick in die Zukunftspläne des Hauses, das sich zwischen Tradition und Moderne neu positionieren will.
Mit knapp 300 Betten ist das Luitpoldpark Hotel das bettenstärkste Haus in Füssen. Die Zimmer bestechen durch ihre überdurchschnittliche Größe – beginnend bei 25 Quadratmetern für Standardzimmer bis hin zu großzügigen Suiten mit 75 Quadratmetern. „Die Größe der Zimmer ist definitiv eines unserer Alleinstellungsmerkmale“, betont Hoteldirektor Lüttecke. Diese Weitläufigkeit schätzen sowohl Individualtouristen als auch die zahlreichen Gruppenreisenden, die das Hotel besuchen.
Internationales Flair durch vielfältige Gästestruktur
Das Hotel verzeichnet jährlich zwischen 60.000 und 70.000 Gäste, wobei sich die Besucherstruktur ausgewogen zwischen Individual- und Gruppenreisenden aufteilt. „Aktuell liegt das Verhältnis bei etwa 50 zu 50“, erläutert Lüttecke. Besonders stark vertreten sind Gästegruppen aus dem asiatischen Raum, aber auch Reisende aus Südamerika und Italien besuchen regelmäßig das Haus. Diese internationale Ausrichtung spiegelt sich auch in der Belegschaft wider: Das 54-köpfige Team setzt sich aus Mitarbeitern von mindestens 15 verschiedenen Nationalitäten zusammen.
Umfassende Modernisierung bis 2028
Das Hotel steht vor einem weitreichenden Modernisierungsprogramm, das sich über die Jahre 2025 bis 2028 erstrecken wird. „Der erste Schritt beginnt im November 2025 mit der Renovierung von 53 Zimmern im Seitenflügel“, erklärt Wenzel. Dabei geht es nicht nur um optische Auffrischungen – das gesamte Konzept soll auf den Prüfstand.
Ein besonderer Fokus liegt auf der energetischen Sanierung. Das hauseigene Blockheizkraftwerk, das derzeit noch mit Erdgas betrieben wird, soll künftig auf Biogas umgestellt werden. Auch die Installation von Photovoltaikanlagen wird geprüft. „Die gesamte technische Gebäudeausstattung – von der Lüftung bis zur Heizung – ist etwa 30 Jahre alt und muss modernisiert werden“, so Wenzel. Ziel ist es, das Hotel bis 2028 energetisch und ausstattungstechnisch wieder an die Spitze des regionalen Marktes zu führen.
Qualitätsoffensive in allen Bereichen
Parallel zur baulichen Modernisierung setzt das Management auf eine umfassende Qualitätsoffensive. Die Abteilungsleiter durchlaufen aktuell ein intensives Führungskräftetraining, das sich über mehrere Monate erstreckt. Zudem wurde ein hausinternes Qualitätsmanagementprogramm implementiert. In enger Zusammenarbeit mit Füssen Tourismus und Marketing (FTM) werden die Mitarbeiter regelmäßig in Bereichen wie Wandertourismus und lokalen Sehenswürdigkeiten geschult.
Auch kulinarisch steht das Hotel vor Veränderungen. „75 Prozent unserer gastronomischen Umsätze generieren wir aktuell beim Frühstück“, berichtet Wenzel. Das Restaurant-Konzept soll modernisiert werden, um auch außerhalb der Frühstückszeiten attraktiver für Gäste zu werden. Dabei gilt es, sich in der vielfältigen Gastronomie-Szene Füssens neu zu positionieren.
Herausforderungen der Branche
Das Hotel sieht sich, wie die gesamte Hotelbranche, mit zwei zentralen Herausforderungen konfrontiert: steigenden Energiekosten und Fachkräftemangel. Dem Personalmangel begegnet man mit verstärkter Ausbildung im eigenen Haus und der gezielten Schulung von Quereinsteigern. Aktuell hat das Hotel fünf Auszubildende, wobei die Kapazität deutlich höher liegt. Um für potenzielle Mitarbeiter attraktiv zu sein, bietet das Hotel unter anderem Unterkunftsmöglichkeiten im Haus an – ein wichtiger Aspekt angesichts der angespannten Wohnungssituation in Füssen.
„Wir wollen keine Mogelpackung sein“, betont Geschäftsführer Wenzel die ehrliche Linie des Hauses. Statt modischen Schlagworten wie „Nachhaltigkeit“ oder „Regionalität“ hinterherzulaufen, setzt man auf authentische Qualität und schrittweise Modernisierung. Mit dem geplanten Investitionsprogramm und der klaren Ausrichtung auf Qualität will das Luitpoldpark Hotel seine Position als eines der führenden Häuser in der Region weiter ausbauen und für die Zukunft gut gerüstet sein.
Text: Sven Ademi · Foto: Hubert Riegger



