BrauchtumLeben

EISzeit in Schwangau

Das gab es bisher in der Geschichte des Schwangauer Faschings noch nicht. Das neue Prinzenpaar, ihre Lieblichkeit Manuela I. und seine Tollität Sven I., hat für die tollen Tage eine neue „Eiszeit“ im Dorf der Königsschlösser ausgerufen. So lautet das Motto, das traditionell vom neuen Prinzenpaar festgelegt wird, so will es der Brauch.

Das Motto spiegelt das Leben der beiden wider, in dem das Eis eine zentrale und bis heute prägende Rolle spielt. „Wir kamen da einfach nicht mehr raus“, gesteht Sven auf die Frage, wie es dazu kam, dass die beiden auserwählt wurden. „Vier Jahre lang stand der Faschingsverein bei uns schon auf der Matte“, lacht er. Zum Beginn der Faschingszeit am 11.11. haben die zwei nun offiziell ihr Amt angetreten. 

Manuela Geiger-Hoppe ist gebürtige Schwangauerin, ihre Familie betreibt seit vielen Generationen ein Café und Pensionsbetrieb im Ortsteil Brunnen. Selbst ist sie beruflich in Füssen beschäftigt, wo sie seit gut drei Jahren die Ferienagentur Herrmann führt. Mit dabei im Fasching war sie schon als kleines Kind, erinnert sie sich. Ob beim Umzug mit einem kleinen Wagen, bei den „Flummis“ oder der Kindergarde.

Getreu dem Motto, dass jeder echte Schwangauer einmal in seinem Leben Faschingsprinz oder -prinzessin gewesen sein muss, hatte Manuela auch schon seit längerer Zeit mit diesem Gedanken gespielt. „Das ist das Letzte, was du mir jetzt noch schenken kannst, habe ich zu ihm gesagt, da gab es kein Zurück mehr“. 

Sven Hoppe dagegen ist ein echtes Nordlicht. Der gebürtige Hannoveraner kam im Alter von 13 Jahren ins Allgäu, wo er im Internat Hohenschwangau einquartiert war. Beim EV Füssen spielte Sven in den Nachwuchsteams und der ersten Mannschaft, bevor ihn der Eishockey-Sport nach Waldkraiburg, Ulm, Ratingen, Duisburg, Wedemark und Hannover brachte. Dort war er, nach Aussage der Fans, „wohl einer der durchgeknalltesten Typen, die der Pferdeturm je erlebt hat“.

Heute ist er hauptberuflich im Unternehmen seiner Frau angestellt und führt nebenher einen eigenen Betrieb als Schleif- und Poliertechniker in Füssen. „Natürlich habe ich auch zum Karneval, also dem Pendant zum Fasching, einen engen Bezug“, sagt er. „Ich will ja immer, dass die Leute Spaß haben, für dieses Amt bin ich also genau der Richtige.“ Seit gut acht Jahren sind die beiden nun ein Paar. Im Ort beheimatet sind sie mit ihrer fünfköpfigen Patchworkfamilie. 

Das Motto war schnell festgelegt 

Wie bei Sven hat auch bei Manuela der Eishockeysport einen erheblichen Teil zum Leben beigetragen. Denn auch Manuela ist seit vielen Jahren als Spielerin aktiv. Lange Zeit hat sie in der Bundesliga gespielt, aktuell schnürt sie ihre Schlittschuhe für die „Lady-Sharks“ des ESC Kempten. Somit war das Motto „Eiszeit“ schnell gewählt, zumal Sven seiner Manuela sogar auch den Hochzeitsantrag auf dem Eis serviert hat. Ein Motto, das in der Tat auch sehr viele Möglichkeiten bieten soll.

„Das kann ein Pinguin sein oder ein Eisbär“, erklärt seine Tollität. „Das kann auch ein Eishockeyspieler, ein Eisbrecher oder eine Polarstation sein, bis hin zu einer Kugel Schoko-Eis und einem Eisvogel.“ Zu den eigenen Kostümen, in denen sich das Prinzenpaar und sein Hofstaat dem Volk bei den Höhepunkten, wie vor allem den Gunglhos-Vorstellungen und dem großen Faschingsumzug, präsentieren wird, wollen die zwei aber noch keine genauen Angaben machen.

„Schnee und Eis sind mit dabei“, verrät der Prinz. „Es wird also weiß und alles wird sich der Eiszeit anpassen.“ Begleitet wird das Prinzenpaar zu allen wichtigen Anlässen von seinem Hofstaat, der insgesamt aus bis zu 18 Mitgliedern bestehen wird. „Da werden Helferlein sein“, lässt Prinzessin Manuela verlauten. „Natürliche Helferlein, die sich auch um den Kreislauf der Kälte kümmern werden.“ 

Der Ausblick auf die tollen Tage 

So wird auch das Programm bei den mit Spannung erwarteten Gunglhos-Abenden auf jeden Fall sehr umfangreich, bunt aber eben auch eisig sein. „Das Programm wird sich kalt und feucht anfühlen, es wird auch Pausen geben“, erklären die beiden. Mit der Vorbereitung des Gunglhos, wie auch dem Bau des großen und aufwändigen Prinzenwagens, der alljährlich den Höhepunkt beim Schwangauer Faschingsumzug darstellt, sind bereits seit einigen Wochen die beiden Teams „Wagenbau“ und „Hofstaat“ beschäftigt.

Allerdings wird auch über die dafür benötigten Materialien absolutes Stillschweigen bewahrt. Abgesehen von „viel Holz“, das dabei verbaut wird, darf hier nur spekuliert werden. Auch für den Gunglhos sind die ersten Proben bereits angelaufen. 

Um die über 20 Termine im Kalender, darunter Besuche bei Bürgermeistern, in Seniorenheimen, Banken oder Kindergärten und dazu noch die Teilnahmen an anderen Umzügen in benachbarten Gemeinden, in der heißen Phase des Faschings bewältigen zu können, wollen Manuela und Sven eine Urlaubszeit nehmen.

Die Vorfreude auf die Wochen vor dem Aschermittwoch ist bei beiden schon jetzt groß. „Ich kann den ersten Gunglhos kaum erwarten, wenn wir dann da oben stehen und alles hoffentlich so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben. Bis dahin ist das alles aber sehr viel Arbeit“, gesteht der Prinz. „Arbeit, die sich aber lohnt, wenn alles klappt. Ich bin mir auch sicher, dass das eine tolle Sache wird“, ergänzt die Prinzessin. „Wir glauben auch, dass der Umzug ein recht farbenfrohes Spektakel wird. Wir hoffen, dass man einfach alles, was mit Eis zu tun hat, dann auf den Schwangauer Straßen sehen wird.“ 

Termine

Samstag., 1.2.2025, um 19.30 Uhr
1. Gunglhos im Schlossbrauhaus Schwangau

Freitag, 7.2.2025, um 19.30 Uhr
2. Gunglhos im Schlossbrauhaus Schwangau

Samstag, 8.2.2025, um 19.30 Uhr
3. Gunglhos im Schlossbrauhaus Schwangau

Samstag, 15.2.2025, um 19.30 Uhr
4. Gunglhos im Schlossbrauhaus Schwangau

Sonntag, 16.2.2025, um 14.00 Uhr
Familiengunglhos im Schlossbrauhaus Schwangau

Montag, 24.2.2025, um 20.00 Uhr
Feuerwehrball im Schlossbrauhaus Schwangau

Sonntag, 2.3.2025, um 13.33 Uhr
96. Faschingsumzug Schwangau

Dienstag, 4.3.2025, von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Kinderball im Schlossbrauhaus Schwangau

Text: Lars Peter Schwarz · Foto: privat

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