{"id":9810,"date":"2015-10-06T00:33:08","date_gmt":"2015-10-05T23:33:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/?p=9810"},"modified":"2015-10-06T00:33:08","modified_gmt":"2015-10-05T23:33:08","slug":"granatapfel-frucht-goetter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/2015\/10\/granatapfel-frucht-goetter\/","title":{"rendered":"Der Granatapfel \u2013 die \u201eFrucht der G\u00f6tter\u201c"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #800000;\">Der Granatapfel (Punica granatum) ist wohl eine der \u00e4ltesten Kulturfr\u00fcchte der Menschheit. Als ihr Ursprung gilt West- bis Mittelasien. Schon im Alten Testament wird die kernreiche Frucht erw\u00e4hnt. Im Hohelied Salomons wird von ihr gesprochen, um die Sch\u00f6nheit der Frau zu preisen. Immer schon galten die sch\u00f6ne rote Bl\u00fcte und die Frucht als Symbol der ewigen Jugend, Fruchtbarkeit und Liebe. Seinen Namen verdankt der Granatapfel seinem interessanten Inneren. Die purpurrote Frucht enth\u00e4lt eine gro\u00dfe Menge an Samen \u2013 lat. granatus = k\u00f6rnig, kernreich und die Bezeichnung \u201ePunica\u201c geht auf die R\u00f6mer zur\u00fcck, die davon ausgingen, dass die Ph\u00f6nizier\u00a0 = Punier die Frucht in das r\u00f6mische Reich importierten. Selbst der Name der spanischen Stadt Granada geht auf sie zur\u00fcck, sie ist heute noch im Stadtwappen enthalten und auf jedem Kanaldeckel sichtbar.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"tie-dropcap \">A<\/span>uch die Bezeichnung \u201eGranate\u201c soll, \u00e4hnlich der vielen Samen im Inneren der Frucht, auf die vielen kleinen Teilchen hinweisen, in die die Waffe beim Aufprall zerplatzt. Die Symbolik des Granatapfels ist vielf\u00e4ltig: im Christentum wird Maria mit dem Jesuskind\u00a0 oft mit einem Granatapfel dargestellt als Zeichen f\u00fcr ihre Fruchtbarkeit, im Judentum enth\u00e4lt der perfekte Granatapfel 613 Kerne, was der Anzahl der Gebote in der Thora entspricht, im Islam ist er die Lieblingsfrucht des Propheten Mohammed und im Buddhismus z\u00e4hlt er zu den heiligen Fr\u00fcchten. Im alten \u00c4gypten wurde er den Toten als Wegzehrung mitgegeben und\u00a0\u00a0 im antiken Rom trugen junge Frauen einen Kranz aus Granatapfelzweigen in Hoffnung auf einen reichen Kindersegen. Ber\u00fchmt ist auch der griechische Mythos von Persephone. Die Tochter der Fruchtbarkeitsg\u00f6ttin Demeter wurde eines Tages vom Totengott Pluto in die Unterwelt verschleppt. Auf Befehl von G\u00f6ttervater Zeus gab der R\u00e4uber das M\u00e4dchen zwar frei, aber er band Persephone f\u00fcr immer an sich, indem er ihr Granatapfelkerne zu essen gab. Seitdem darf sie nur drei Viertel des Jahres auf der Erde verbringen. W\u00e4hrend der Wintermonate harrt sie in der Totenwelt aus. Und nat\u00fcrlich sa\u00df die Lerche, die Shakespeares Julia nur zu gerne f\u00fcr eine Nachtigall gehalten h\u00e4tte, auf einem Granatapfelbaum&#8230;<\/p>\n<p>Die Inhaltsstoffe des Granatapfels, der von September bis Dezember Hauptsaison hat, sind vielf\u00e4ltig: in der blutroten Frucht stecken Antioxidantien, die als Radikalf\u00e4nger gelten, der Saft soll mehr davon enthalten als Rotwein oder Blaubeersaft. Granat\u00e4pfel enthalten viel Kalium, wichtig f\u00fcr Muskeln, Herz und Nerven. Auch Calcium, und Spurenelemente wie Eisen geh\u00f6ren zu den Inhaltsstoffen, sowie B-Vitamine. Der Vitamin-C-Gehalt ist allerdings nicht so hoch, wie vielleicht angenommen. Zum Vergleich: in 100 g Orange sind 45 mg Vitamin C, in 100 g Granatapfel gerade mal 7 mg enthalten. Den antioxidativ wirkenden sekund\u00e4ren Pflanzenstoffen des Granatapfels, den Polyphenolen und Flavonoiden werden viele positive Wirkungen auf unseren Organismus zugeschrieben:<\/p>\n<p><strong>Entz\u00fcndungshemmend und Gesundheitsf\u00f6rdernd<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Das Risiko f\u00fcr Herzerkrankungen kann verringert werden, da der regelm\u00e4\u00dfige Genuss von Granat\u00e4pfeln oder einem Saft daraus sich g\u00fcnstig auf einen erh\u00f6hten Cholesterinspiegel auswirkt. Cholesterin ist eine der Ursachen f\u00fcr die Verkalkung von Blutgef\u00e4\u00dfen und dadurch ein Mitausl\u00f6ser von Herzinfarkten.<\/li>\n<li>Der Granatapfel und seine Inhaltsstoffe verbessern die Bereitstellung von gef\u00e4\u00dferweiternden Substanzen und wirken dabei 1000-mal besser als Trauben-oder Heidelbeersaft. So kann zu einer Normalisierung eines erh\u00f6hten Blutdrucks beigetragen werden. Nat\u00fcrlich kann man die medikament\u00f6se Behandlung nur unterst\u00fctzen. Wichtig ist auch zu beachten, Granatapfelsaft oder -produkte in einem Abstand von 2-3 Stunden zu Ihren Arzneimitteln einzunehmen.<\/li>\n<li>Die Antioxidantien wirken entz\u00fcndungshemmend: vor allem im Verdauungstrakt, aber auch bei arthrotischen\u00a0 Gelenkbeschwerden kann Linderung erreicht werden.<\/li>\n<li>Bei Infektionen v.a. im Mundbereich, ausgel\u00f6st durch bestimmte Bakterien oder Pilze k\u00f6nnen die Inhaltsstoffe des Granatapfel die sch\u00e4dlichen Mikroorganismen bek\u00e4mpfen.<\/li>\n<li>Selbst in der Krebsforschung hat der Granatapfel seinen Platz gefunden. In Studien wurde eine Einschr\u00e4nkung des Tumorzellwachstums festgestellt. Besonders bei Brust- und Prostatakrebs waren diese Tests erfolgversprechend.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Eine weiteres interessantes Anwendungsgebiet ist das des Granatapfelsamen\u00f6ls, das mit Hilfe eines besonders schonenden Verfahrens gewonnen wird. Es ist reich bioaktiven Pflanzenstoffen wie Phyto\u00f6strogenen und an wertvollen Fetts\u00e4uren. Das Samen\u00f6l der Fr\u00fcchte wird (in Kapselform) haupts\u00e4chlich bei Wechseljahrsbeschwerden einsetzt und hilft hier besonders gut gegen die unangenehmen Hitzewallungen \u2013 selbst erprobt! Kalt gepresstes Granatapfelsamen\u00f6l ist u.a. hervorragend zur Gesichts- und K\u00f6rperpflege geeignet. Einige Tropfen dieses kostbaren \u00d6ls direkt in die Mimikf\u00e4ltchen einmassiert, sind f\u00fcr trockene, reife Haut ein wahrer Jungbrunnen. In Gesichtscremes eingearbeitet verbessern die enthaltenen Fetts\u00e4uren die Hautfeuchtigkeit und die Elastizit\u00e4t der Haut, hier kann man ebenfalls an die Pflege von Narben denken.<\/p>\n<p>Zur Behandlung von Aknehaut vermischt man Granatapfelschalenmehl mit etwas Tonerde und Granatapfelsaft zu einer breiigen Paste, die als Maske auf die Haut aufgetragen wird. Etwa 10 Minuten einwirken lassen und anschlie\u00dfend mit warmem Wasser abnehmen. Auch in Produkten zur S\u00e4uglingspflege ist der Granatapfelsamenextrakt eine ideale Zutat.<\/p>\n<p>Wichtig ist zu beachten \u2013 wenn man pures Granatapfelsamen\u00f6l verwendet \u2013 das \u00d6lfl\u00e4schchen wieder gut zu verschlie\u00dfen, denn die darin enthaltenen Fetts\u00e4uren sind sehr empfindlich gegen den Luftsauerstoff und oxidieren leicht \u2013 das \u00d6l zersetzt sich. Auch die Aufbewahrung in einer dunklen Flasche ist entscheidend f\u00fcr seine Haltbarkeit, denn die Inhaltsstoffe sind sehr lichtempfindlich. Die einfachste Methode, den Granatapfel zu sich zu nehmen ist nat\u00fcrlich, sich einen fertigen Granatapfelsaft zu kaufen, der m\u00f6glichst frei von Zucker, k\u00fcnstlichen Aromastoffen oder sonstigen Zus\u00e4tzen sein sollte.<\/p>\n<p>Frische Granat\u00e4pfel bekommen Sie bei uns haupts\u00e4chlich in den Herbst-Winter-Monaten. Die Frucht reift nach der Ernte nicht mehr nach und kann aufgrund ihrer ledrigen, sch\u00fctzenden H\u00fclle problemlos im K\u00fchlschrank \u00fcber mehrere Wochen gelagert werden. Da unreife Fr\u00fcchte ziemlich sauer schmecken, empfiehlt sich ein Reife-Check: die Schale sollte tiefrot und gl\u00e4nzend sein und der \u201eKlopftest\u201c sollte einen metallischen Klang erzeugen. Wer noch nie einen frischen Granatapfel gegessen hat, sollte vorab wissen: von der rundlichen Frucht sind nur die kleinen Kerne genie\u00dfbar, das \u00e4u\u00dfere Fruchtfleisch ist bitter und sollte nicht verzehrt werden. Die Kerne kann man allerdings komplett essen, entweder pur oder in Kombination mit schmackhaften Gerichten oder Getr\u00e4nken. Jetzt kommt noch das wie: jeder der ihn kennt und mag, wei\u00df auch um die Schwierigkeiten, die Kerne aus der Schale zu bekommen, ohne in der K\u00fcche oder auf der Kleidung ein mittleres Chaos zu verursachen.<\/p>\n\n\t\t<div class=\"box note  \">\n\t\t\t<div class=\"box-inner-block\">\n\t\t\t\t<span class=\"fa tie-shortcode-boxicon\"><\/span>Hier jetzt noch zwei sch\u00f6ne Granatapfel-Rezepte:<\/p>\n<p><strong>Feldsalat mit Granatapfel<\/strong><br \/>\nF\u00fcr 4 Portionen 300 g Feldsalat putzen, kurz absp\u00fclen, trocknen, und, wenn erforderlich, in mundgerechte St\u00fccke zupfen. Aus einem Granatapfel die Fruchtkerne herausl\u00f6sen, in eine Sch\u00fcssel geben und den Saft dabei auffangen. Eine Marinade aus 4 EL Oliven\u00f6l, 1 EL Essig,\u00a0 1 EL Portwein und dem Granatapfelsaft anr\u00fchren und mit Salz und Pfeffer abschmecken\u00a0 &#8211; etwas durchziehen lassen. Alles \u00fcber den Feldsalat geben, kurz mischen und die Granatapfelkerne dar\u00fcber verteilen.<\/p>\n<p><strong>Putenbrust mit Granatapfel und Waln\u00fcssen<\/strong><br \/>\n2-3 Putenbr\u00fcste waschen und mit einem K\u00fcchenkrepp trocken tupfen. Anschlie\u00dfend in hei\u00dfem Fett von allen Seiten braun anbraten, dann das Fleisch weitere 3 min. braten. Mit Salz und Pfeffer w\u00fcrzen und auf einem Teller zur Seite stellen. Den Bratensatz zusammen mit 1\/8 L Granatapfelsaft und 1\/8 L Gem\u00fcsebr\u00fche abl\u00f6schen. 200 g gehackte Waln\u00fcsse und 1 EL Rosinen zugeben. Nochmals mit Salz und Pfeffer, au\u00dferdem mit Curry w\u00fcrzen und\u00a0\u00a0\u00a0 125 g Sahne zugeben. Das Fleisch in die Sauce geben und das Ganze noch etwas eink\u00f6cheln lassen. Dazu passen Nudeln und ein gr\u00fcner Blattsalat.\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\n<p>Nun hoffe ich, Ihnen richtig Lust auf diese \u201eg\u00f6ttliche\u201c, gesunde und schmackhafte Frucht gemacht und gleichzeitig die Angst vor der Zubereitung genommen zu haben.<\/p>\n<p>Viel Spa\u00df beim Experimentieren!<\/p>\n<p>Ihre Apothekerin Simone Wagner<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Granatapfel (Punica granatum) ist wohl eine der \u00e4ltesten Kulturfr\u00fcchte der Menschheit. Als ihr Ursprung gilt West- bis Mittelasien. Schon im Alten Testament wird die kernreiche Frucht erw\u00e4hnt. Im Hohelied Salomons wird von ihr gesprochen, um die Sch\u00f6nheit der Frau zu preisen. 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