{"id":97,"date":"2009-05-13T14:51:45","date_gmt":"2009-05-13T14:51:45","guid":{"rendered":""},"modified":"2009-05-13T14:51:45","modified_gmt":"2009-05-13T14:51:45","slug":"fuessener-uhrmacherkunst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/2009\/05\/fuessener-uhrmacherkunst\/","title":{"rendered":"F\u00fcssener Uhrmacherkunst"},"content":{"rendered":"\n<p><font color=\"#800000\"><strong>Eine Reise durch die Zeit mit Dieter Prinz<\/strong><\/font><\/p>\n<p>Uhren sind heutzutage f\u00fcr jeden von uns allt\u00e4gliche Begleiter. Wann und wie dieses Meisterwerk der Pr\u00e4zision jedoch entstanden ist, dar\u00fcber machen sich die Wenigsten Gedanken. Nicht so Dieter Prinz und sein Sohn Ralph. F\u00fcr die gelernten Uhrmachermeister ist die Entstehung der Uhr aber nicht nur aus beruflichen Gr\u00fcnden interessant. Sie studieren die geschichtliche Entwicklung aus Leidenschaft. Dieser Leidenschaft ist es auch zu verdanken, dass die ungeahnte Geschichte der F\u00fcssener Uhrmacherkunst nun endlich erforscht wird.<\/p>\n<p><!--more-->Vor mehr als 20 Jahren wurde Dieter Prinz von einem jungen Ehepaar eine alte Taschenuhr mit der \u201aJohan Maurer \u00e1 Fiessen\u2018 zum Kauf angeboten. Die beiden hatten das gute St\u00fcck gefunden und wussten nicht recht, was sie damit anfangen sollten. So boten sie es Dieter Prinz an. F\u00fcr den erfahrenen Uhrmachermeister war die Restauration dieser Taschenuhr eine willkommene Herausforderung. \u201eIch habe eine\u00a0 traditionelle Ausbildung genossen. Die Herstellung und Restauration antiker Uhren war ein Hauptbestandteil meiner Lehrzeit. Auch wenn ich damals manchmal dem Verzweifeln nahe war, geh\u00f6rt die Restauration heute zu meinen Hobbys\u201c, so Dieter Prinz. Mit seinem Sohn Ralph, ebenfalls Uhrmachermeister, restaurierte er also die Taschenuhr, die in einem desolaten Zustand war. \u201eAls wir bei unserer Arbeit dann die Signierung \u201aJohan Maurer \u00e1 Fiessen\u2018 fanden, die ganz deutlich auf die Verkn\u00fcpfung zum F\u00fcssener Uhrmacherhandwerk hinweist, war unsere Neugier nat\u00fcrlich entfacht\u201c, so Dieter Prinz. <br \/>Zuf\u00e4lligerweise fand einige Jahre sp\u00e4ter auch eine zweite Taschenuhr von Johann Maurer ihren Weg in die H\u00e4nde der Uhrmachermeister. \u201eDie zweite Maurer-Taschenuhr wurde von einer unserer Mitarbeiterinnen bei der Entr\u00fcmpelung ihrer Gartenlaube in Seeg gefunden\u201c, erinnert sich der leidenschaftliche Restaurator. Diese beiden Taschenuhren von Johann Maurer (1724 \u2013 1802), der im Jahre 1750 von Sonthofen nach F\u00fcssen kam, stellten nun den Ausgangspunkt f\u00fcr die Entdeckung der F\u00fcssener Uhrmacherkunst dar. <br \/><font color=\"#800000\"><strong>\u00a0<br \/>Auf den Spuren der F\u00fcssener Uhrmacher<\/strong><\/font><br \/>Vater und Sohn stellten also weitere Nachforschungen an. So gelang es auch, eine der wohl bedeutendsten Uhren von Johann Maurer, die silberne Totenkopf-Uhr im Britischen Museum in London zu entdecken. \u201eWir vermuten, dass mit dieser\u00a0 Uhr ein zus\u00e4tzlicher Beweis f\u00fcr die vielseitige Gestaltung des Totentanzes gelungen ist\u201c, so Dieter Prinz.<br \/>Diese wiederentdeckten Spindeltaschenuhren belegen eine hohe handwerkliche Kunst, aber auch f\u00fcr den Alpenraum typische Besch\u00e4ftigungsform. Harte Lebensbedingungen durch lange Winter und schlechte wirtschaftliche Voraussetzungen und dazu die sprichw\u00f6rtliche Mentalit\u00e4t als \u201eM\u00e4chler\u201c f\u00f6rderten das Uhrmacherhandwerk. Bis weit ins 17. Jahrhundert bl\u00fchte so die s\u00fcddeutsche Uhrmacherkunst. \u201eF\u00fcr uns war also absolut nicht \u00fcberraschend, dass auch F\u00fcssen sozusagen ein Zentrum der\u00a0 Uhrmacherkunst war\u201c, so Dieter Prinz.<br \/><font color=\"#800000\"><strong><br \/>Kleines Museum mit gro\u00dfen Funden<\/strong><\/font><br \/>Nach der Entdeckung der Taschenuhren fanden noch viele weitere Exponate den Weg\u00a0 zu Dieter Prinz und Sohn Ralph. Darunter beispielsweise auch die im Jahre 1780 von Johann Maurer gefertigte silberne Spindeltaschenuhr, die mit der als Doppeladler gestalteten Spindelbr\u00fccke eine Verbindung zum \u201eF\u00fcssener Frieden\u201c von 1745 ahnen l\u00e4sst. Ein besonderes Schmuckst\u00fcck in der Sammlung der Restauratoren ist auch eine Buchuhr im feuervergoldeten Geh\u00e4use aus dem Jahre 1672 mit der Gravur \u201aNicolaus Fridl zu Reutti\u2018.<br \/>Erst vor zwei Jahren gelang die Entdeckung einer weiteren Spindeltaschenuhr. \u201eDie Uhr tauchte im Internet in den USA auf und die Signierung \u201aMainrad Herman zu F\u00fc\u00dfen\u2018 l\u00e4sst sie eindeutig zuordnen. Au\u00dferdem weist sie eine Besonderheit auf, denn sie verf\u00fcgt \u00fcber eine Datumsanzeige mit Zeigern, die einen Drachenkopf symbolisieren. Das Erkennungszeichen der F\u00fcssener Uhren\u201c, erkl\u00e4rt Dieter Prinz.<br \/>Selbstverst\u00e4ndlich sind all diese Fundst\u00fccke in dem kleinen Museum bei Juwelier Wollnitza (Hutergasse 1, am Stadtbrunnen) zu bewundern. In einer eigenen Vitrine gl\u00e4nzen die Zeugen l\u00e4ngst vergangener Tage in neuem Glanz. <\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Reise durch die Zeit mit Dieter Prinz Uhren sind heutzutage f\u00fcr jeden von uns allt\u00e4gliche Begleiter. Wann und wie dieses Meisterwerk der Pr\u00e4zision jedoch entstanden ist, dar\u00fcber machen sich die Wenigsten Gedanken. Nicht so Dieter Prinz und sein Sohn Ralph. 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