{"id":8290,"date":"2014-12-30T23:27:13","date_gmt":"2014-12-30T22:27:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/?p=8290"},"modified":"2014-12-30T23:27:13","modified_gmt":"2014-12-30T22:27:13","slug":"der-depression-davonlaufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/2014\/12\/der-depression-davonlaufen\/","title":{"rendered":"Der Depression davonlaufen"},"content":{"rendered":"<h3>Mit Ausdauertraining Lichtblicke schaffen<\/h3>\n<p><span style=\"color: #800000;\">Depressive Erkrankungen m\u00fcssen heute zu den gro\u00dfen Zivilisationskrankheiten gez\u00e4hlt werden. Nach Sch\u00e4tzungen der WHO werden Depressionen im Jahr 2020 die zweith\u00e4ufigste Krankheit weltweit (nach isch\u00e4mischen Herzerkrankungen) sein. In den sogenannten entwickelten Staaten sogar die h\u00e4ufigsten. Schon jetzt sind Depressionen die h\u00e4ufigste Ursache f\u00fcr Lebensjahre, die mit einer gesundheitlichen Beeintr\u00e4chtigung verbracht werden. Neuere Erhebungen des Robert Koch-Institutes zeigen, dass in Deutschland fast jede siebte Frau und jeder zw\u00f6lfte Mann im Laufe eines Jahres eine depressive Phase durchlebt. Auch wenn es sich in den meisten F\u00e4llen um eine sogenannte \u201eleichtere\u201c St\u00f6rung handelt, bedeutet dies nicht, dass sie nicht\u00a0 behandlungsbed\u00fcrftig und ohne Folgen f\u00fcr die Lebensqualit\u00e4t des Betroffenen und die Gesellschaft ist.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"tie-dropcap \">I<\/span>nzwischen wissen wir, dass depressive Erkrankungen enorme Kosten im Gesundheitswesen verursachen, da sie zu einer besonders hohen Inanspruchnahme medizinischer Einrichtungen f\u00fchren. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes beliefen sich die direkten Kosten f\u00fcr depressive Erkrankungen in Deutschland im Jahr 2002 auf insgesamt vier Milliarden Euro. Die indirekten Kosten d\u00fcrften die direkten Kosten noch erheblich \u00fcbersteigen. Depressionen sind auch ein relevanter Risikofaktor f\u00fcr die Chronifizierung anderer Krankheiten wie Koronare Herzkrankheit und Diabetes mellitus, und sie k\u00f6nnen Heilungs- oder Rehabilitationsprozesse zum Beispiel nach Schlaganf\u00e4llen beeintr\u00e4chtigen. Auch sind sie h\u00e4ufig der Grund f\u00fcr Arbeitsunf\u00e4higkeit oder sogar Fr\u00fchverrentungen. Die Krankheitslast einer Depression f\u00fcr die Betroffenen ist erheblich und f\u00fchrt teilweise zum Suizidversuch beziehungsweise Suizid. So suizidiert sich etwa einer von sieben schwer depressiven Patient(inn)en. Auff\u00e4llig ist, dass mehr Suizidversuche von Frauen unternommen werden, w\u00e4hrend vollendete Suizide h\u00e4ufiger bei M\u00e4nnern vorkommen.<\/p>\n<p><strong>Gl\u00fcckshormone selbst produzieren<\/strong><br \/>\nWie bereits erw\u00e4hnt z\u00e4hlen Depressionen und Burnout zu den Volkskrankheiten Nummer eins. Wer unter Depressionen leidet, merkt sehr schnell, wie das allt\u00e4gliche Leben dadurch beinflusst wird. Beziehungen und Freundschaften leiden darunter. Den Betroffenen fehlt Antriebskraft und Motivation \u2013 sie befinden sich im \u201eTal der Traurigkeit\u201c, haben Konzentrationsprobleme und das Gef\u00fchl der Hoffnungslosigkeit. Ein nicht verschreibungspflichtiges \u201eMedikament\u201c r\u00fcckt seit einigen Jahren immer mehr in den Fokus von Therapeuten und Wissenschaftlern: Ausdauersport wie zum Beispiel Joggen Radfahren, Indoorcycling, &#8230; Viele Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Bewegung neben Antidepressiva gegen Depression helfen kann. Sport soll Wunder bewirken. Eine klare Sache, denn w\u00e4hrend der sportlichen Bet\u00e4tigung werden Gl\u00fcckshormone frei, die sogenannten Neurotransmitter. Sie sorgen f\u00fcr unser Gl\u00fccksgef\u00fchl genauso wie die Endorphine. Letztere wirken wie Stimmungsaufheller und helfen dabei, Stress und Anspannung abzubauen.<br \/>\nDoch mit einmal in der Woche ist es nicht getan. Um l\u00e4ngerfristig einen positiven Effekt zu erzielen, ist die Regelm\u00e4\u00dfigkeit wichtig. Mindestens drei Mal in der Woche sollten Betroffene Ausdauertraining betreiben. Dass durch den Ausdauersport auch die k\u00f6rperliche Fitness gef\u00f6rdert wird, steht au\u00dfer Frage. Viele \u00c4rzte empfehlen Bewegung mit Freunden oder Gleichgesinnten. Dadurch steigt nicht nur die Motivation, sondern auch die sozialen Bindungen, die bei depressiven Menschen oft nicht mehr gegeben sind. Fakt ist allerdings auch, dass bei schweren Depressionen Ausdauersport alleine nicht mehr helfen kann.<\/p>\n<p><em>F\u00fcssen aktuell sprach mit Dr. Klaus Senftl, Oberarzt\u00a0 in der Psychosomatischen Klinik Buching.<\/em><\/p>\n<p><strong>Welche Effekt von Bewegung auf die Psyche gelten heute als gesichert?<\/strong><br \/>\nDer positive Wirkeffekt von k\u00f6rperlichem Ausdauertraining in der Behandlung Depressiver St\u00f6rungen ist seit mindestens 30 Jahren wissenschaftlich gut belegt und eindeutig nachgewiesen. So liegt die statistische Ansprech- oder Heilungsrate genauso hoch wie bei Psychotherapie oder einer med. antidepressiven Behandlung, n\u00e4mlich bei ca. 60 %. Diese Zahlen decken sich mit meiner knapp 20 j\u00e4hrigen Erfahrung in der Behandlung im station\u00e4r- psychiatrischen bzw. -psychosomatischen Bereich.<\/p>\n<p><strong>Was bewirkt Bewegung im Gehirn?<\/strong><br \/>\nK\u00f6rperliches Ausdauertraining in einer bestimmten Dauer und Form hat einen nachgewiesenen positiven Effekt in der Steuerung und Regulation von bestimmten Botenstoffen im ZNS : Serotonin, Noradrenalin und Dopamin, die ihrerseits entscheidenden Einflu\u00df auf das Entstehen einer depressiven Erkrankung haben.<\/p>\n<p><strong>Setzen Sie Bewegung in der Therapie von Depressionen auch als \u201eMedikament\u201c ein?<\/strong><br \/>\nK\u00f6rperliches Ausdauertraining im Prinzip in jeder Form; bei uns in der Klinik haben wir besonders gute Erfahrung mit spezieller med.- therapeutischer Trainingtherapie im sogenannten aeroben Bereich<br \/>\n(Herzfrequenz zw. 120 u. 140 \/ min).<\/p>\n<p><strong>Welche Form der Bewegung empfehlen Sie?<\/strong><br \/>\nAllgemein gesprochen ist Bewegung immer sinnvoll in der Behandlung depressiver St\u00f6rungen. Bei besonders schweren Verlaufsformen k\u00f6nnen jedoch bestimmte Symptome\u00a0 (z.B. Antriebsst\u00f6rung oder Lustlosigkeit) so ausgepr\u00e4gt sein, dass eine zus\u00e4tzlich unterst\u00fctzende Behandlung mit Medikamenten (spez. Antidepressiva) notwendig oder zumindest sehr hilfreich erscheint.<\/p>\n<p><strong>Wann gilt ein Mensch als depressiv? \u00a0<\/strong><br \/>\nHierf\u00fcr gibt es genaue Einschlu\u00dfkriterien, die schriftlich von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) festgelegt und dort auch f\u00fcr jedermann zug\u00e4nglich und nachlesbar sind.<\/p>\n<p>Text: FA,\u00a0 Bild: Hubert Rieggerr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Ausdauertraining Lichtblicke schaffen Depressive Erkrankungen m\u00fcssen heute zu den gro\u00dfen Zivilisationskrankheiten gez\u00e4hlt werden. Nach Sch\u00e4tzungen der WHO werden Depressionen im Jahr 2020 die zweith\u00e4ufigste Krankheit weltweit (nach isch\u00e4mischen Herzerkrankungen) sein. 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