{"id":512,"date":"2011-02-01T15:37:29","date_gmt":"2011-02-01T15:37:29","guid":{"rendered":""},"modified":"2024-03-11T11:49:36","modified_gmt":"2024-03-11T10:49:36","slug":"gestanzte-traeume-aus-dem-allgaeu-40-jahre-unimet-gmbh-in-rieden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/2011\/02\/gestanzte-traeume-aus-dem-allgaeu-40-jahre-unimet-gmbh-in-rieden\/","title":{"rendered":"Gestanzte Tr\u00e4ume aus dem Allg\u00e4u \u2013 40 Jahre Unimet GmbH in Rieden"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\"><font color=\"#800000\">Rieden.\u00a0\u00a0\u00a0 Niemand h\u00e4tte vor 40 Jahren erahnen k\u00f6nnen, was f\u00fcr ein Potential in der kleinen Werkstatt mitten im Herzen von Rieden steckt. Rudi Kolb begann schon lange vor seiner Selbst\u00e4ndigkeit nach Feierabend mechanische Teile f\u00fcr seinen damaligen Arbeitgeber, die Firma Bihler in Pfronten, in einer Garagenwerkstatt herzustellen. Nach einem langen Arbeitstag m\u00fchte er sich am Abend zusammen mit seiner schwangeren Ehefrau ab, um die Teile, die am n\u00e4chsten Tage dringend ben\u00f6tigt wurden, in Handarbeit zu fertigen. Drehen, Fr\u00e4sen, Gewinde schneiden \u2013 keine Arbeit war ihnen zu schade und das ist auch so geblieben. Heute ist die Firma Unimet eines der erfolgreichsten und modernsten Unternehmen im Allg\u00e4u geworden.<\/font><\/p>\n<p>Mit \u00fcber 330 Mitarbeitern in der Gruppe z\u00e4hlt Unimet derzeit zu den gr\u00f6\u00dften Arbeitgebern der Region. Im Jahr 1970 gegr\u00fcndet, ist das Unternehmen heute eines der erfolgreichsten und innovativsten seiner Branche.<\/p>\n<p>Unimet ist Zulieferer f\u00fcr viele Bereiche der Wirtschaft, darunter Automobilindustrie, Telekommunika-<br \/>tionsunternehmen, Industrie, Umweltunternehmen, Optik oder Photovoltaikhersteller. Die Angebotspalette ist breit gef\u00e4chert und reicht von der Produktion von Stanz- und Biegeteilen \u00fcber die Entwicklung und Herstellung von Hochleistungswerkzeugen bis hin zu zur Produktion von kompletten Baugruppen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Rudi Kolb<\/strong><\/p>\n<p>Kein Tag vergeht, an dem Rudi Kolb nicht durch die Produktionshallen seiner Firma geht. Nicht nur, um zu sehen, ob alles reibungslos funktioniert. Nein, es ist die Gewohnheit, seine Mitarbeiter t\u00e4glich zu begr\u00fc\u00dfen, ihnen zu zeigen, wie wichtig sie ihm sind. \u201ePr\u00e4senz ist notwendig, auch an Wochenenden. \u201eDa muss ich schon im Urlaub sein oder wirklich gehbehindert, dass ich nicht durch die Werkshallen gehen kann\u201c, erkl\u00e4rt der 68-j\u00e4hrige Unternehmer. Bei seinen Mitarbeitern ist er beliebt, ein Chef, der sozial eingestellt ist, einer, der sich selbst viel abverlangt, mit Vorbildfunktion, was er aber auch von seinen Mitarbeitern fordert. Verantwortung tragen ist f\u00fcr Rudi Kolb kein leeres Wort. \u201eIch habe nicht nur f\u00fcr mich alleine Verantwortung zu tragen. Hier geht es um Menschen, ihre Familien und um ihre Existenz.\u201c Das Alter um aufzuh\u00f6ren h\u00e4tte Rudi Kolb, aber irgendwie ist das noch nicht m\u00f6glich. \u201eDas Arbeiten ist f\u00fcr mich wie eine Sucht, ich m\u00fcsste es nicht \u2013 aber es macht mir Spa\u00df. Ich bin gerne hier und es gibt noch so vieles zu tun, ich habe noch viele Ideen.\u201c Wenn Rudi Kolb durch die Produktionshallen der drei Werke geht, wird der Respekt seiner Mitarbeiter sichtbar. Ein Mann, vor dem man Achtung haben kann. Dass das Verh\u00e4ltnis zwischen Chef und Mitarbeiter stimmt, wurde auf der Jubil\u00e4umsfeier anl\u00e4sslich des 40-j\u00e4hrigen Firmenbestehens sehr deutlich. Die Mitarbeiter bauten die erste Maschine, die 1970 gekauft wurde nach. Originalgetreu im Ma\u00dfstab 1:6 und voll funktionsf\u00e4hig. Jeden Mitarbeiter kennt Rudi Kolb pers\u00f6nlich. Viele von ihnen sind \u00fcber viele Jahren f\u00fcr das Unternehmen t\u00e4tig. Der Altersdurchschnitt der Mitarbeiter betr\u00e4gt 39,8 Jahre, jung genug, um neue Ideen anzupacken.<\/p>\n<p><strong>Qualit\u00e4t und High-Tech<\/strong><\/p>\n<p>Bei Unimet laufen die Maschinen rund um die Uhr, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Es wird in drei Schichten gearbeitet. J\u00e4hrlich werden \u00fcber drei Milliarden Stanzteile in den unterschiedlichsten Produktsegmenten produziert. Dabei ist Maxime, erstklassige Qualit\u00e4t und h\u00f6chste Pr\u00e4zision quer durch alle Fertigungsschritte zu wahren. Das Unternehmen praktiziert erfolgreich eine Null-Fehler-Strategie. Strenge Richtlinien werden mit Hilfe zuverl\u00e4ssiger Messtechnik der neuesten Generation gesetzt. Mobile Kamera-Kontrollsysteme, computergest\u00fctzte 3D-Messprojektoren und 3D-Koordinaten-Messmaschinen oder softwaregest\u00fctzte Qualit\u00e4tssicherung: All das dient dazu, dem Kunden das bestm\u00f6gliche Produkt zu liefern.<\/p>\n<p><strong>Hauseigenes Labor<\/strong><\/p>\n<p>Die verwendeten Materialien werden beim Wareneingang im hauseigenen QS-Labor gepr\u00fcft, bevor sie in der Produktion verwendet werden. Dabei achtet man penibel darauf, dass Abmessungen punktgenau stimmen und die geforderten Schichtdicken bei Gold- oder Silberbeschichtungen genau eingehalten werden. Im Warenausgang pr\u00fcft die Qualit\u00e4tssicherung die fertigen Produkte und vergibt ein Qualit\u00e4tszertifikat, bevor sie zum Kunden verschickt werden. Alle 76 Produktionsmaschinen sind miteinander vernetzt. So kann man von \u00fcberall auf der Welt den Status jeder einzelnen Maschine \u00fcberpr\u00fcfen. Diese fortgeschrittene Art der Digitalisierung ist einzigartig im Allg\u00e4uer Raum. Mit etwa 3 bis 4 Millionen Euro Investitionsvolumen pro Jahr bleibt die Wettbewerbsf\u00e4higkeit auf h\u00f6chstem Niveau erhalten. Innovative Lagersysteme, ein ausgekl\u00fcgeltes Sicherheitssystem und modernste Maschinen sorgen f\u00fcr den reibungslosen Ablauf der gesamten Produktion.<\/p>\n<p><strong>Das soziale Kapital<\/strong><\/p>\n<p>Rudi Kolb hat mit Unimet seine Tr\u00e4ume verwirklicht. Dabei verlor er nie seine Prinzipien aus den Augen. Mitarbeiter betrachtet er als das gr\u00f6\u00dfte Kapital seiner Firma. \u201eDie Personen sind das gr\u00f6\u00dfte Potential. Maschinen kann man kaufen, gute Mitarbeiter nicht\u201c, erkl\u00e4rt er. Die soziale Komponente wird durch regen Austausch zwischen den Mitarbeitern gef\u00f6rdert. Beispielsweise verf\u00fcgt jedes der drei Werke \u00fcber eine Kantine mit einer voll funktionsf\u00e4higen K\u00fcche. Kolbs soziale Einstellung geht so weit, dass Auszubildende nach ihrer Lehre prinzipiell nicht auf die Stra\u00dfe gesetzt werden. \u201eWenn ein Mitarbeiter gehen muss, besch\u00e4ftigen wir ihn so lange weiter, bis er eine neue Anstellung gefunden hat. Ganz gleich, ob das einen Monat oder ein halbes Jahr dauert\u201c berichtet Rudi Kolb. Im Krisenjahr 2008\/2009 musste Unimet, wie viele andere Unternehmen, Kurzarbeit anmelden. Rudi Kolb verzichtete in diesen schwierigen Zeiten auch auf einen Teil seines Gehaltes. Auch seine f\u00fchrenden Mitarbeiter zogen ohne zu z\u00f6gern mit und verzichteten freiwillig auf einen Teil ihrer Geh\u00e4lter. \u201eWir haben ein sehr gutes Verh\u00e4ltnis zu unseren Banken, die an unseren Erfolg und unsere Unternehmen glauben\u201c, sagt er fest. Das Management erarbeitete daraufhin einen Worst Case- Plan. Am Ende konnte Unimet im Krisenjahr schwarze Zahlen schreiben und sogar neue Investitionen t\u00e4tigen. Ein Jahr sp\u00e4ter ging es dann schlagartig bergauf. \u201eDazu geh\u00f6rte unternehmerisches Geschick, Zuversicht und eine Menge Gl\u00fcck\u201c, erkl\u00e4rt Rudi Kolb. \u201eMein besonderer Dank geht an meinen Mitarbeiterstamm und die Banken. Ohne sie h\u00e4tte alles anders kommen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Die Ausbildungsoffensive<\/strong><\/p>\n<p>Derzeit besch\u00e4ftigt Unimet 24 Lehrlinge und f\u00fcnf bei der Tochterfirma Leukert. Darunter sind Azubis im kaufm\u00e4nnischen und technischen Bereich, Werkzeugmechaniker, angehende Mechatroniker, Elektroniker und sogar Fachinformatiker. Jedes Jahr werden bis zu f\u00fcnf neue Auszubildende eingestellt. \u201eWir unterst\u00fctzen aktiv die Mitarbeiterf\u00f6rderung. Einige unserer ehemaligen Azubis machen ihren Meister, andere studieren Ingenieurwesen. Da Fachkr\u00e4fte in unserer Region rar sind, ist das die beste Methode, um an gut ausgebildete Mitarbeiter zu kommen\u201c, erl\u00e4utert Rudi Kolb. \u201eMan muss immer der Erste sein, dann kann einen niemand \u00fcberholen\u201c, lautet das Motto des geb\u00fcrtigen G\u00f6ppingers. Niemand rechnet mit einer derartigen Vielfalt an Ausbildungsm\u00f6glichkeiten. Aber da in der Firma Unimet alle Werkzeuge f\u00fcr die Maschinen in Eigenregie produziert und die komplizierten Maschinen von den Mitarbeitern regelm\u00e4\u00dfig gewartet werden m\u00fcssen, kann man ein breites Angebot an Ausbildungspl\u00e4tzen vorweisen.<br \/><strong><br \/>Die Tochterfirma Leukert<\/strong><\/p>\n<p>Seit 2002 geh\u00f6rt die Leukert GmbH in Neugablonz mit 80 Mitarbeitern zu Unimet. In der Pr\u00e4zisions-Stanz und Biegetechnik hat sich die Firma als hochspezialisiertes Unternehmen entwickelt. Besondere Pressverfahren mit einem Druck von 300 Tonnen erm\u00f6glicht es diesem Tochterunternehmen, gezielt auf dem Markt zu reagieren. Eine Schl\u00fcsseltechnologie bildet die Hochleistungs-YAG-Laserschneideanlage f\u00fcr Materialst\u00e4rken von 0,1 mm bis 2 mm und eine Schneidegenauigkeit von 0,01 mm. Damit ist die Verarbeitung unterschiedlichster Metalle f\u00fcr Sonderanwendungen realisierbar. So wie das Hauptunternehmen, bietet auch die Leukert GmbH eine schnelle und effiziente Herstellung von Mustern und Prototypen und C Teile an. Klein- und Vorserien werden dabei mit hoher Wiederholungsgenauigkeit bei kleinsten Toleranzen gefertigt. F\u00fcr den Kunden bedeutet das in erster Linie Kostenersparnis und Optimierung seines Produktes.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Text: Sven K\u00f6hler, Sabina Riegger<br \/>Bilder: privat<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rieden.\u00a0\u00a0\u00a0 Niemand h\u00e4tte vor 40 Jahren erahnen k\u00f6nnen, was f\u00fcr ein Potential in der kleinen Werkstatt mitten im Herzen von Rieden steckt. Rudi Kolb begann schon lange vor seiner Selbst\u00e4ndigkeit nach Feierabend mechanische Teile f\u00fcr seinen damaligen Arbeitgeber, die Firma Bihler in Pfronten, in einer Garagenwerkstatt herzustellen. 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