{"id":40334,"date":"2025-08-03T15:59:17","date_gmt":"2025-08-03T13:59:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/?p=40334"},"modified":"2025-08-03T15:59:23","modified_gmt":"2025-08-03T13:59:23","slug":"neues-fernwaermekonzept-fuer-fuessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/2025\/08\/neues-fernwaermekonzept-fuer-fuessen\/","title":{"rendered":"Neues Fernw\u00e4rmekonzept f\u00fcr F\u00fcssen"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Niklas Doser entwirft Plan&nbsp;f\u00fcr zuk\u00fcnftige W\u00e4rmeversorgung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>In Zeiten des Klimawandels und steigender Energiekosten stehen St\u00e4dte vor der Herausforderung, ihre W\u00e4rmeversorgung nachhaltig und effizient zu gestalten. F\u00fcr die Allg\u00e4uer Stadt F\u00fcssen k\u00f6nnte ein junger Ingenieur nun den Weg in eine gr\u00fcnere Zukunft geebnet haben: Niklas Doser, 24 Jahre alt und frischgebackener Master of Engineering, hat in seiner Abschlussarbeit ein detailliertes Konzept f\u00fcr ein Fernw\u00e4rmenetz in F\u00fcssen entwickelt.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Niklas Doser ist in F\u00fcssen kein Unbekannter. Als Neffe von J\u00fcrgen Doser, dem aktuellen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der traditionsreichen Firma Max Doser, ist er Teil einer Familie, die seit 1910 das Handwerk in der Region pr\u00e4gt. Die Max Doser GmbH, urspr\u00fcnglich als Installationsgesch\u00e4ft gegr\u00fcndet, hat sich \u00fcber Jahrzehnte zu einem vielseitigen Unternehmen entwickelt, das heute in den Bereichen Sanit\u00e4r, Heizung, L\u00fcftung und Elektro t\u00e4tig ist. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch der Weg in die Energietechnik war f\u00fcr Niklas Doser keineswegs vorgezeichnet. \u201eEs war eigentlich mehr Gl\u00fccksgriff als alles andere\u201c, erinnert er sich an seine Studienwahl. Nach dem Abitur entschied er sich f\u00fcr den Studiengang Energie- und Umwelttechnik an der Hochschule Kempten &#8211; eine Entscheidung, die sich als goldrichtig herausstellen sollte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Eine Masterarbeit mit Strahlkraft<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was als akademische Pflicht\u00fcbung begann, entwickelte sich zu einem Projekt mit potenziell weitreichenden Folgen f\u00fcr F\u00fcssen. Niklas Doser nahm sich in seiner Masterarbeit der Frage an, wie eine Kleinstadt wie F\u00fcssen ihre W\u00e4rmeversorgung zukunftsf\u00e4hig gestalten kann. \u201eBis 2027 oder 2028 m\u00fcssen alle Gemeinden einen kommunalen W\u00e4rmeplan vorlegen\u201c, erkl\u00e4rt er den Hintergrund seiner Arbeit. \u201eEs geht darum, wie unsere Gemeinde es hinbekommt, bis 2045 CO2-neutral und regenerativ zu heizen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der junge Ingenieur lie\u00df es sich nicht nehmen, f\u00fcr seine Analyse jedes einzelne der rund 350 Geb\u00e4ude in der F\u00fcssener Altstadt zu simulieren. Er untersuchte verschiedene Energiequellen, von W\u00e4rmepumpen \u00fcber Holzheizungen bis hin zur Nutzung von W\u00e4rme aus dem Lech. Dabei stie\u00df er auf einige Herausforderungen: \u201eIn der Altstadt geht vieles einfach nicht, zum Beispiel wegen des Denkmalschutzes\u201c, erl\u00e4utert Doser. \u201eSolarthermie auf den D\u00e4chern ist dort keine Option.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fernw\u00e4rme als L\u00f6sung?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als vielversprechendste Option kristallisierte sich ein Fernw\u00e4rmenetz heraus. Doser berechnete verschiedene Szenarien, von einer Versorgung nur f\u00fcr die Altstadt bis hin zu einem gr\u00f6\u00dferen Netz, das auch die Kemptener Stra\u00dfe mit einschlie\u00dft. \u201eWir haben insgesamt etwa 500 Geb\u00e4ude betrachtet\u201c, erkl\u00e4rt er.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kosten f\u00fcr ein solches Projekt w\u00e4ren betr\u00e4chtlich: \u201eWir sprechen von einem niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionenbetrag\u201c, so Doser. \u201eF\u00fcr F\u00fcssen w\u00e4ren das etwa 20 bis 25 Millionen Euro.\u201c Ohne F\u00f6rderung sei das Projekt in den meisten Szenarien nicht wirtschaftlich. Doch mit staatlicher Unterst\u00fctzung k\u00f6nnte es funktionieren. \u201eJe nach Variante und gew\u00e4hltem W\u00e4rmeerzeuger k\u00f6nnten F\u00f6rdersummen zwischen 3 und 12,5 Millionen Euro vom Bund erwartet werden\u201c, erl\u00e4utert Doser. Er betont jedoch, dass diese F\u00f6rderungen nicht garantiert sind und daher in seinen Wirtschaftlichkeitsberechnungen nicht ber\u00fccksichtigt wurden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Herausforderungen und L\u00f6sungsans\u00e4tze<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen ist die Wahl des Standorts f\u00fcr ein m\u00f6gliches Heizwerk. \u201eWenn wir nur die Altstadt versorgen w\u00fcrden, k\u00e4me der Morisse-Parkplatz in Frage\u201c, erkl\u00e4rt Doser. \u201eAber das wirft Fragen auf: Wollen die B\u00fcrger dort ein gro\u00dfes Heizwerk mit 12 bis 15 Meter hohen Schornsteinen?\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Alternative schl\u00e4gt Doser vor, das Netz bis zum Bauhof auszudehnen. \u201eDas w\u00e4re ein besserer Platz f\u00fcr eine Heizzentrale, aber es bedeutet auch, etwa zwei Kilometer Leitungen zu verlegen, was die Kosten erh\u00f6ht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bez\u00fcglich der Energiequellen sieht Doser in Holz das vielversprechendste Material f\u00fcr F\u00fcssen. \u201eHolz haben wir Gott sei Dank genug in der N\u00e4he\u201c, sagt er. \u201eMit anderen Energiequellen sieht es eher schlecht aus.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Von der Theorie in die Praxis<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Niklas Dosers Arbeit stie\u00df bei der Stadtverwaltung auf gro\u00dfes Interesse. B\u00fcrgermeister Maximilian Eichstetter zeigte sich beeindruckt: \u201eNiklas hat mit beeindruckendem Engagement, fachlichem Tiefgang und gro\u00dfem Praxisbezug ein hochkomplexes Thema aufbereitet\u201c, lobte er. Die Masterarbeit wurde inzwischen dem zust\u00e4ndigen Ingenieursb\u00fcro in Amberg zur Verf\u00fcgung gestellt, das sie in ein Gesamtkonzept f\u00fcr die Stadt einarbeiten wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Niklas Doser selbst war die Masterarbeit der Startschuss f\u00fcr seine berufliche Laufbahn. Seit M\u00e4rz ist er fest angestellt im Familienunternehmen Max Doser. Dort bringt er sein Fachwissen ein, um Kunden bei der Planung regenerativer Energiel\u00f6sungen zu beraten. \u201eEs kommen immer mehr Kunden, die sagen: Hey, ich will auch regenerativ irgendwas machen\u201c, berichtet er.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Zukunft im Blick<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gemeinsam mit seinem Bruder J\u00fcrgen Doser Jr., der sich weiter um die kaufm\u00e4nnischen Belange k\u00fcmmert, will Niklas Doser in Zukunft die Geschicke des Unternehmens lenken. Der Generationswechsel in dem traditionsreichen Familienbetrieb ist bereits in vollem Gange.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Niklas Doser selbst bleibt bescheiden, wenn es um seine Leistungen geht. Doch sein Engagement f\u00fcr eine nachhaltige Energiezukunft ist un\u00fcbersehbar. Mit seiner Expertise k\u00f6nnte er nicht nur f\u00fcr das Familienunternehmen, sondern f\u00fcr die ganze Region ein Wegbereiter in Sachen Nachhaltigkeit werden. Die Stadt F\u00fcssen jedenfalls hat mit seiner Masterarbeit einen wertvollen Baustein f\u00fcr ihre zuk\u00fcnftige Energieplanung erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer Zeit, in der die Energiewende eine der gr\u00f6\u00dften gesellschaftlichen Herausforderungen darstellt, zeigt das Beispiel von Niklas Doser und der Max Doser GmbH, wie traditionelles Handwerk und zukunftsweisende Technologien Hand in Hand gehen k\u00f6nnen. Es ist ein Modell, das nicht nur f\u00fcr F\u00fcssen, sondern f\u00fcr viele Kleinst\u00e4dte in Deutschland richtungsweisend sein k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><em>Text: Sven Ademi \u00b7 Foto: Sabina Riegger<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Niklas Doser entwirft Plan&nbsp;f\u00fcr zuk\u00fcnftige W\u00e4rmeversorgung In Zeiten des Klimawandels und steigender Energiekosten stehen St\u00e4dte vor der Herausforderung, ihre W\u00e4rmeversorgung nachhaltig und effizient zu gestalten. 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