{"id":283,"date":"2009-10-30T08:41:54","date_gmt":"2009-10-30T08:41:54","guid":{"rendered":""},"modified":"2024-03-11T11:47:32","modified_gmt":"2024-03-11T10:47:32","slug":"ich-habe-immer-lampenfieber-m-gespraech-mit-der-kabarettistin-monika-gruber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/2009\/10\/ich-habe-immer-lampenfieber-m-gespraech-mit-der-kabarettistin-monika-gruber\/","title":{"rendered":"\u201eIch habe immer Lampenfieber\u201c  m Gespr\u00e4ch mit der Kabarettistin Monika Gruber"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ihre Eltern sahen sie unter der Br\u00fccke schlafen und waren entt\u00e4uscht, dass sie ihren Job als Fremsprachenkorrespondentin aufgab, um das zu werden, was sie jetzt ist \u2013 Kabarettistin und Schauspielerin. Monika Gruber geh\u00f6rt zu den Senkrechtstartern in ihrer Branche. Keiner ihrer Kollegen kann so schnell reden und solche Grimassen ziehen wie sie. F\u00fcssen aktuell traf sich mit der Frohnatur, die auch oft \u00fcber den Sinn und Unsinn des Lebens nachdenkt.<\/strong> <!--more--><strong>Wenn man so viel unterwegs ist wie Sie, hat man da noch Zeit f\u00fcr ein Privatleben? <\/strong>Doch schon, man muss es sich zwar erk\u00e4mpfen aber dieser Ausgleich ist ganz wichtig, um seine Kr\u00e4fte und Ideen zu sammeln oder um mal nichts zu reden. Man muss sich Zeit f\u00fcr Familie und Freunde einfach schaffen. Ich muss zu vielen Dingen mal nein sagen, auch wenn sie interessant sind, weil sonst h\u00e4tte ich keine Freizeit mehr. <br \/><strong><br \/>Wie \u00e4u\u00dfert sich die viele Arbeit bei Ihnen?<\/strong> Ich werde dann ungeduldig, nicht nur mit mir, das bin ich sowieso. Aber ich lasse es dann an anderen aus und das will ich eigentlich gar nicht. Ich bin n\u00e4mlich ein friedliebender Zeitgenosse und wenn ich gestresst bin und diese Phase nicht abrei\u00dft, was manchmal auch passieren kann, dann bin ich grantig und das ist ein Zustand, der mir an mir nicht gef\u00e4llt.<br \/><strong><br \/>Wie oft sind Sie unterwegs im Jahr?<\/strong> Ich hatte fr\u00fcher etwa 140 Auftritte, letztes Jahr waren es 120 Auftritte,\u00a0 was auch noch sehr viel ist. Heuer habe ich 80 Auftritte. Das geht. Dabei sind aber nicht die Auftritte im Fernsehen eingerechnet. Das hei\u00dft ich bin ziemlich viel unterwegs. Es kommen aber auch viele andere Arbeiten hinzu wie neue Projektentwicklungen.<\/p>\n<p><strong>Welche Projekte sind das, die Sie als Kabarettistin machen?<\/strong> Ich bin nicht nur Kabarettistin, sondern auch Schauspielerin. Vor zwei Jahren haben G\u00fcnther Gr\u00fcnwald und ich eine Geschichte entwickelt, die hei\u00dft \u201eNormal ist des net\u201c. Sie wird zwischen den Weihnachtstagen und Neujahr im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt. Das sind satirische Geschichten. Wir haben uns daf\u00fcr Kollegen geholt wie Herbert &amp; Schnipsi, Helmut Schleich, Michi Alttinger, aber auch Schauspielkollegen wie Sepp Thalmaier, Hans Schuller. Wir hoffen, dass es den Leuten gef\u00e4llt. <br \/><strong><br \/>Schreiben Sie ihre Programme selber? <\/strong>Ja, alles<br \/><strong><br \/>Bei Schauspielern gibt es einen Regisseur, der Anweisungen gibt. Wie ist das bei Kabarettisten?<\/strong> Sie haben Recht. Schauspieler arbeiten mit Regisseuren zusammen, die ihnen dann sagen wie sie stehen m\u00fcssen oder wie sie sich zu bewegen haben. Ich habe bis jetzt keinen Coach gehabt. Eine Zusammenarbeit schlie\u00dfe ich aber nicht aus. Vielleicht hole ich mir auch mal einen Co-Autor. <br \/><strong><br \/>Haben Sie noch Lampenfieber, wenn Sie auftreten?<\/strong> Ich habe immer Lampenfieber.<\/p>\n<p><strong>Wirklich immer?<\/strong> Ja ehrlich. Es ist manchmal st\u00e4rker und manchmal schw\u00e4cher. Wenn ich Sommerpause hatte, und das Programm zum Beispiel drei Monate lang nicht gespielt habe, dann ist das nicht nur Lampenfieber, dann ist es panische Angst. <br \/><strong><br \/>Vor was haben Sie panische Angst?<\/strong> Angst vor einem Blackout oder dass ich den Text vergesse, dass das Publikum nicht gut ist oder nicht lacht oder nicht versteht, was man da macht. <\/p>\n<p><strong>Gab es schon mal einen Auftritt wo sie sagen, das vergesse ich nie?<\/strong> Ja, ganz viele. Aber man erinnert sich aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden daran. Heuer hatte ich im Winter einen Auftritt in Hof und da ist ein Mann kurz nachdem ich angefangen hatte, bewusstlos geworden. Er war nicht ansprechbar, er hatte eine Magenblutung. Der ganze Sessel um ihn herum war voller Blut, weil er brechen musste. Ich habe das nicht gesehen, weil ich vorne auf der B\u00fchne war. Mein Manager kam dann zu mir mit blutverschmierten H\u00e4nden und sagte: Es ist ein Notfall und Du musst sofort von der B\u00fchne. Dann kam auch schon der Notarzt, der uns versicherte, dass der Mann au\u00dfer Lebensgefahr ist. So etwas vergisst man nat\u00fcrlich nie. Ich habe dann zwei Tage sp\u00e4ter mit dem Mann telefoniert, da ging es ihm schon wieder gut. F\u00fcr mich war es aber ein super Schreck.<br \/><strong><br \/>\u00dcberall wo Sie auftreten haben Sie volles Haus. Haben Sie sich ihren Erfolg so vorgestellt? <\/strong>Nein, meine Familie hat mich schon unter der Br\u00fccke liegen gesehen.\u00a0 Wenn so viele Leute kommen blo\u00df wegen mir, dann ist das schon toll. Aber es gibt auch Tage, an denen man mit sich hadert und denkt, bin ich gut, kann ich das noch weiter machen oder wie lange kann ich es noch machen. Merken die Leute, dass ich st\u00e4ndig Angst habe oder kann ich das verbergen&#8230; Ich meine, zweifeln tut jeder, das ist normal. Ich bin dankbar, dass ich diesen Beruf machen kann und es macht mir wahnsinnig Spa\u00df.<br \/><strong><br \/>Finden Sie, dass ihr Beruf viel fordert?<\/strong> Es ist ein Beruf, wo man sich viel mit sich selber besch\u00e4ftigt. Manchmal ist das m\u00fchsam, weil man \u00fcber sich und \u00fcber das Leben oder vielmehr \u00fcber den Sinn des Lebens nachdenkt. Was will man, wo will man hin. Es ist gut, wenn man dann eine Ablenkung hat, um nicht so viel nachzudenken. <br \/><strong><br \/>Was w\u00fcrden Sie beruflich noch erreichen wollen?<\/strong> Ich w\u00fcrde gerne einen Film drehen, vielleicht mit Helmut Dietl, wenn er mal Notiz von mir nehmen w\u00fcrde oder einen Film mit Josef Vilsmeier.<br \/><strong><br \/>Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ihre Eltern sahen sie unter der Br\u00fccke schlafen und waren entt\u00e4uscht, dass sie ihren Job als Fremsprachenkorrespondentin aufgab, um das zu werden, was sie jetzt ist \u2013 Kabarettistin und Schauspielerin. Monika Gruber geh\u00f6rt zu den Senkrechtstartern in ihrer Branche. Keiner ihrer Kollegen kann so schnell reden und solche Grimassen ziehen wie sie. 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