{"id":28247,"date":"2022-05-30T08:43:53","date_gmt":"2022-05-30T06:43:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/?p=28247"},"modified":"2022-05-30T08:43:59","modified_gmt":"2022-05-30T06:43:59","slug":"abenteuer-mount-everest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/2022\/05\/abenteuer-mount-everest\/","title":{"rendered":"Abenteuer Mount Everest"},"content":{"rendered":"\n<p>Luis Stitzinger (53), Profibergsteiger und Staatlich gepr\u00fcfter Berg\u2010 und Skif\u00fchrer aus F\u00fcssen, war nach erfolgreicher Besteigung des Mount Everest 2019 \u00fcber die Nordroute (Tibet) nun auch \u00fcber die S\u00fcdroute (Nepal) erfolgreich.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach nur 16 Tagen Expeditionsdauer stand er mit seinem Einzelgast Graham Keene aus Gro\u00dfbritannien \u2013 mit 68 Jahren nun der \u00e4lteste britische Gipfelg\u00e4nger \u2013 zum zweiten Mal auf dem h\u00f6chsten Berg der Welt. Auch alle weiteren 13 Teilnehmer, drei F\u00fchrer und zwei Filmteammitglieder des Expeditionsveranstalters \u201eFurtenbach Adventures\u201c aus Innsbruck, dessen Team Keene und Stitzinger angeh\u00f6rten, erreichten am 13. Mai 2022 erfolgreich den Gipfel \u00fcber die nepalesische S\u00fcdroute.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach elf Todesf\u00e4llen und endlosen Staus stand der Everest zuletzt 2019 stark in der Kritik. \u201eZusammen mit unserer 17\u2010k\u00f6pfigen Gruppe waren insgesamt nur etwa 80 bis 90 Leute unterwegs. Das ist f\u00fcr den Everest wirklich sehr wenig\u201c, erkl\u00e4rt Stitzinger. Zur Vorbereitungsstrategie des Innsbrucker Veranstalters \u201eFurtenbach Adventures\u201c geh\u00f6ren ein sechsw\u00f6chiges Hypoxie-Training zu Hause (Schlafen unter eingeschr\u00e4nkter Sauerstoffzufuhr im eigenen Bett) sowie ein Kontrolldurchgang an einem Sechstausender (Mera Peak auf 6\u2009476 m) mit mehreren Hochlagern, den die Gruppe zusammen am 27. April bestieg. \u201eNur so und unter Verwendung von k\u00fcnstlichem Sauerstoff bei der Bergbesteigung ist eine so unglaublich kurze Zeit \u00fcberhaupt zu schaffen.\u201c Weniger als drei Wochen nach Abreise befindet sich Stitzinger bereits wieder zu Hause.<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso unspektakul\u00e4r wie die Begehungszahlen seien die Temperatur\u2010 und Wetterverh\u00e4ltnisse am Berg gewesen, meint Stitzinger. \u201eMinus 17 bis 19 Grad auf Gipfelh\u00f6he, das ist f\u00fcr den Everest gewisserma\u00dfen Badewetter\u201c. Die Normaltemperaturen auf dieser H\u00f6he l\u00e4gen \u00fcblicherweise bei \u2013 26 bis \u2013 28\u00b0 C. Zu verdanken sei dies alles einer ungew\u00f6hnlich hei\u00dfen und stabilen Wetterlage \u00fcber Asien, deren Hei\u00dfluftblase \u00fcber dem Himalaya sogar den Jetstream (atmosph\u00e4rische Ausgleichsstr\u00f6mung auf 10\u2009000 m.\u00fc.M., die regelm\u00e4\u00dfig f\u00fcr Probleme beim H\u00f6henbergsteigen sorgt) abgehalten habe. Eine einmalige Konstellation seit Aufzeichnung der Wetterdaten, so betonen Meteorologen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum zweiten Mal innerhalb von wenigen Jahren war Stitzinger am h\u00f6chsten Berg der Erde erfolgreich. Das erste Mal, 2019, gelang ihm als Bergf\u00fchrer desselben Veranstalters mit einer Gruppe von sechs Teilnehmern der Anstieg \u00fcber die Nordroute, den Nordost\u2010 und Nordgrat vom 5\u2009200 Meter hohen Basislager auf der tibetischen Hochebene.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun, 2022, bestieg er mit seinem Einzelgast die S\u00fcdroute \u00fcber das Western Cwm und den S\u00fcdgrat vom nepalesischen Basislager (5\u2009300 m) auf dem Khumbu\u2010Gletscher. Dennoch habe es auch Schwierigkeiten bei der Besteigung gegeben, gibt der Allg\u00e4uer Bergf\u00fchrer zu. \u201eUnglaublich langsame Bergsteiger haben am Anfang alle \u00fcber Stunden hin aufgehalten, bis sie endlich am Balcony (Schneebalkon nach 5 Std. Gehzeit, Beginn des Gratabschnitts zum S\u00fcdgipfel 8\u2009751 m) passiert werden konnten\u201c, erz\u00e4hlt Stitzinger. \u201eEigentlich m\u00fcsste ich es ja mittlerweile gewohnt sein, doch so viel Eigenn\u00fctzigkeit \u2013 andere stundenlang warten zu lassen, nur um selbst ein paar wenige Minuten beim Durchlassen Schnellerer vermeiden zu k\u00f6nnen \u2013 geht mir nach wie vor nicht in den Kopf\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas Sch\u00f6ne \u00fcberwiegt\u201c, zieht Stitzinger dennoch das Fazit seiner Besteigung. An einem Traumtag auf dem h\u00f6chsten Gipfel der Erde zu stehen und die wolkenlose Aussicht \u00fcber den gesamten Himalaya, die tibetische Hochebene und das subtropische Vorland genie\u00dfen zu d\u00fcrfen, sei schlie\u00dflich keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Und nun kenne er beide Routen auf den h\u00f6chsten Berg der Welt. \u201eDas macht mein Bild vom Everest komplett, dar\u00fcber freue ich mich am meisten\u201c, meint Stitzinger schmunzelnd.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Text: pm \u00b7 Foto: Luis Stitzinger<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Luis Stitzinger (53), Profibergsteiger und Staatlich gepr\u00fcfter Berg\u2010 und Skif\u00fchrer aus F\u00fcssen, war nach erfolgreicher Besteigung des Mount Everest 2019 \u00fcber die Nordroute (Tibet) nun auch \u00fcber die S\u00fcdroute (Nepal) erfolgreich. 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