{"id":27210,"date":"2021-12-31T17:15:16","date_gmt":"2021-12-31T16:15:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/?p=27210"},"modified":"2021-12-31T17:15:23","modified_gmt":"2021-12-31T16:15:23","slug":"champignon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/2021\/12\/champignon\/","title":{"rendered":"Der Champignon"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vitalpilze, was ist das denn, werden Sie sich jetzt wahrscheinlich mal als allererstes fragen. Und das mit Recht! Spezielle Pilzarten, wie z.B. der Shiitake, Reishi oder Maitake, die in der traditionellen asiatischen Heilkunde schon seit Jahrtausenden erfolgreich zur Behandlung vielf\u00e4ltigster Beschwerden eingesetzt werden, sind bei uns in Europa noch nicht so wirklich gut bekannt.<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich wei\u00df es eigentlich selbst nicht mehr ganz genau, aber ein medizinischer Fachartikel hat irgendwann mein Interesse geweckt und dann kam passend dazu ein Bericht im Fernsehen, wie diese Pilze \u201egeerntet\u201c werden, zum Teil sehr abenteuerlich im Hochgebirge, seitdem werde ich dieses Thema nicht mehr los\u2026 Ich habe auch schon einiges \u201eim Eigenversuch\u201c durchaus mit sehr gutem Erfolg getestet, bleibe daher weiter am Ball und bin f\u00fcr alles offen! Deshalb habe ich mir gedacht: um Sie in dieses Gebiet einzuf\u00fchren, bleiben wir doch erst mal ganz europ\u00e4isch und beginnen mit unserem heimischen Champignon, von dessen positiver Wirkung Sie so bestimmt noch nichts wussten. Selbstverst\u00e4ndlich ist das alles nicht ganz hundertprozentig wissenschaftlich hinterlegt, aber warum nicht trotzdem probieren?<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Zucht-Champignon (Agaricus bisporus)<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er ist mit Sicherheit doch der bekannteste, den wir alle kennen. Diese spezielle Art wurde im Rahmen des Melonenanbaus in Frankreich entdeckt, deshalb nannte man ihn Champignon de Paris. Die Franzosen waren so begeistert, dass sie ihn bereits seit Mitte des 17. Jahrhunderts kultivierten. Am Hofe Ludwigs XIV. wurde er erstmals durch den Agrarwissenschaftler Olivier de Serres gez\u00fcchtet. Dass das mittlerweile der am h\u00e4ufigsten angebaute und beliebteste Zuchtpilz ist, brauche ich Ihnen ja nicht zu sagen! Auch, wenn er am besten auf einem Substrat aus Strohkompost und Pferdemist w\u00e4chst. Aber da bl\u00fchen auch die sch\u00f6nsten Rosen darauf! Der Champignon kommt klar auch nat\u00fcrlich vor, h\u00e4ufig ist er auf Weiden zu finden, hier unter anderem der Wiesen-, Anis- oder Stadt-Champignon, in Europa sind ca. 60 \u201ewildlebende\u201c Arten bekannt. Er geh\u00f6rt zu der Familie der der Agariaceae, den Champiugnonverwandten, die etwas \u00fcber 2500 Arten umfasst. Diese beinhaltet auch die Egerlinge wie Agaricus brasiliensis, den sog. Mandelpilz, Tintlinge (Coprinus comatus) oder diverse andere Schirmpilze.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fangen wir doch mal einfach im K\u00fcchenreich an: Der Champignon ist ein super Eiwei\u00dflieferant und ein hervorragender Fleischersatz, man kann ihn auch roh genie\u00dfen, was bekanntlich nicht bei allen Pilzen geht und es spielt keine Rolle, ob Sie nun die wei\u00dfe oder braune Variante bevorzugen. Die kleinen sind ja eher mild und nussig im Geschmack, die gro\u00dfen mit den ge\u00f6ffneten Lamellen hei\u00dfen Portobello-Pilze und sind geschmacklich etwas kr\u00e4ftiger. Diese kann man \u00fcbrigens super als vegane Burger-Zutat oder zum Grillen verwenden. Und was klasse ist: bei korrekter Lagerung k\u00f6nnen sie sogar wieder erw\u00e4rmt werden, wovon man ja bei anderen Pilzen eher dringend abr\u00e4t!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt wird es aber richtig interessant! Leider laufen die Forschungen in diesem Bereich noch, aber was im asiatischen Raum schon mit den sog. Vital-oder Heilpilzen erzielt worden ist, l\u00e4sst mich doch sehr hoffen\u2026 Sehr erfreulich finde ich die positive Wirkung des Champignons f\u00fcr das Immunsystem. Hier kommen dessen Inhaltsstoffe wie Lektine, Beta-Glucane und andere Polysaccharide zum Einsatz und ganz spannend: als Quelle f\u00fcr neue Antibiotika wurden bereits 45 noch nicht ganz erforschte Substanzen entdeckt. Also, das hei\u00dft im Klartext: es sind hier sehr viele antivirale und antibakterielle Wirkstoffe enthalten, dadurch werden die im K\u00f6rper enthaltenen nat\u00fcrlichen Killerzellen aktiviert und das sog. sekretorische IgA erh\u00f6ht, dieses ist die erste Abwehrbarriere gegen Infektionen an den Schleimh\u00e4uten und z.B. im Speichel oder im Darm nachweisbar. Und jetzt wird es nochmal spannender: regelm\u00e4\u00dfiger Pilzkonsum oder auch die Einnahme von Pilzpr\u00e4paraten kann wohl das Risiko f\u00fcr Demenz und Alzheimer reduzieren! Eine wirksame Komponente scheint hier das Ergothionein (ET) zu sein, das sich im Nervensystem sch\u00fctzend anreichern kann, denn man hat festgestellt, dass im Blut von Betroffenen mit beginnenden Ged\u00e4chtnisst\u00f6rungen relativ niedrige ET-Spiegel vorhanden waren. Sogar der Zuckerstoffwechsel kann g\u00fcnstig beeinflusst werden: wenn man Champignons mit Fleisch vergleicht, so hat man u.a. einen deutlich geringeren Appetit durch ein besseres S\u00e4ttigungsgef\u00fchl. Au\u00dferdem ist ein positiver Einfluss auf den Fettstoffwechsel und eine beginnende Fettleber nachweisbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch f\u00fcr die Verdauung bringt der Champignon einiges: durch die Bindung von Giften im Darm kann er helfen, Mundgeruch zu reduzieren, Magengeschw\u00fcren und -entz\u00fcndungen vorzubeugen, den Darm gesund zu erhalten und dessen Flora zu st\u00e4rken. Au\u00dferdem wirkt er generell entz\u00fcndungshemmend, schmerzstillend, hat Harns\u00e4ure senkende und die Nieren sch\u00fctzende Eigenschaften und verbessert das Hautbild bei Akne. Ob ich ihn jetzt bei Tumorerkrankungen einsetzen w\u00fcrde, wie manche Quellen behaupten, wei\u00df ich nicht, aber unterst\u00fctzend kann es sicher nicht schaden!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, nun habe ich tats\u00e4chlich noch etwas \u201ePlatz\u201c und somit kann ich einen der oben genannten asiatischen Vital-\/Heilpilze doch noch etwas streifen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Shiitake (Lentinula edodes)<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den \u201eK\u00f6nig der Pilze\u201c kann man durchaus auch bei uns frisch kaufen! In seinem urspr\u00fcnglichen Lebensraum wird er infolge seiner Heilwirkung seit mehr als 1000 Jahren als wertvolles Lebenselixier und \u201eBlutaktivator\u201c gesch\u00e4tzt. Der Name \u201eShita\u201c (\u201etake\u201c: japanisches Wort f\u00fcr Pilz) leitet sich vom Begriff \u201eKastanienbaum\u201c ab, da dieser Vitalpilz h\u00e4ufig in gr\u00f6\u00dferen Mengen in dessen N\u00e4he zu finden ist. Bereits in der Ming-Dynastie (1368-1644) empfahl der ber\u00fchmte Arzt Wu Shui diesen Pilz u.a. als Mittel gegen Erk\u00e4ltungen. In der traditionellen Volksheilkunde Chinas und Japans ist dieser Vertreter der Medizinalpilze eben bei Erk\u00e4ltungskrankheiten, aber auch bei Entz\u00fcndungen, Magenbeschwerden, Lebererkrankungen, Gicht, H\u00e4morrhoiden, Kopfschmerzen, Gef\u00e4\u00dfkrankheiten und zahlreichen weiteren gesundheitlichen Problemen eingesetzt worden. Auch im Kampf gegen den Alterungsprozess erlangte der Shiitakepilz bereits fr\u00fch einen guten Ruf. Er ist ja aber auch wirklich reich an tollen Vitalstoffen: Provitamin D2, B-Vitaminen, Kalium, Zink und bestimmten Aminos\u00e4uren. F\u00fcr die Forschung waren allerdings noch ganz andere Inhaltsstoffe von Bedeutung, die im Fruchtk\u00f6rper als auch im sog. Myzel, dem unterirdischen Wurzelgeflecht vorhanden sind. So mobilisiert der Pilz u.a. die \u201eK\u00f6rperpolizei\u201c im Kampf gegen Bakterien wie z.B. Staphylokokken und gegen Viren wie Grippe- oder Herpesviren, sogar zur Unterst\u00fctzung bei HIV-Erkrankungen besteht eine M\u00f6glichkeit. Interessant sind auch Hinweise, die darauf hindeuten, dass dieser Heilpilz eine positive Wirkung auf die \u201eguten\u201c Darmbakterien hat und das dort ans\u00e4ssige Immunsystem unterst\u00fctzt. Lentinan st\u00e4rkt aber auch, wie eine Vielzahl von wissenschaftlichen Studien in Japan gezeigt haben, die Aktivit\u00e4t von diversen Immunzellen, wie den nat\u00fcrlichen Killerzellen. Dort wird es schon seit geraumer Zeit in der Vorsorge oder der begleitenden Behandlung von Krebspatienten (meist nach chirurgischer Tumorentfernung und Bestrahlung) eingesetzt. Die Lebensqualit\u00e4t und sogar die \u00dcberlebenszeit kann sich dadurch verbessern!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihre Apothekerin<br>Simone Wagner<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vitalpilze, was ist das denn, werden Sie sich jetzt wahrscheinlich mal als allererstes fragen. Und das mit Recht! Spezielle Pilzarten, wie z.B. der Shiitake, Reishi oder Maitake, die in der traditionellen asiatischen Heilkunde schon seit Jahrtausenden erfolgreich zur Behandlung vielf\u00e4ltigster Beschwerden eingesetzt werden, sind bei uns in Europa noch nicht so wirklich gut bekannt. 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