{"id":26978,"date":"2021-11-26T15:04:21","date_gmt":"2021-11-26T14:04:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/?p=26978"},"modified":"2021-11-26T15:04:21","modified_gmt":"2021-11-26T14:04:21","slug":"starke-medizin-fuer-schwache-herzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/2021\/11\/starke-medizin-fuer-schwache-herzen\/","title":{"rendered":"Starke Medizin f\u00fcr schwache Herzen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Aktionswochen der Deutschen Herzstiftung haben sich heuer dem Schwerpunkt &#8222;Ursache, Diagnose und Therapie des Bluthochdrucks&#8220; verschrieben. Dieser z\u00e4hlt, vor allem wenn er \u00fcber l\u00e4ngere Zeit nicht behandelt wird, zu den h\u00e4ufigsten Ursachen der Herzinsuffizienz, auch Herzschw\u00e4che genannt. Dar\u00fcber kl\u00e4rt der Chefarzt der Medizinischen Klinik F\u00fcssen, Dr. Martin Hinterseer, auf. \u201eHerzschw\u00e4che geh\u00f6rt zu den h\u00e4ufigsten Diagnosen in Krankenh\u00e4usern&#8220;, sagt der Kardiologe mit der Zusatzqualifikation Herzinsuffizienz. Bei der Erkrankung pumpt der Herzmuskel nicht mehr genug Blut und damit auch zu wenig Sauerstoff durch den K\u00f6rper. Das f\u00fchrt zu Symptomen wie Atemnot (vor allem im Liegen), Abgeschlagenheit, Wassereinlagerungen (h\u00e4ufig in den Beinen und F\u00fc\u00dfen), Appetitlosigkeit, Herzrasen oder Schwindel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Anzeichen \u00e4u\u00dfern sich bei Frauen und M\u00e4nnern h\u00e4ufig unterschiedlich: W\u00e4hrend M\u00e4nner eher klassische Symptome zeigen, gestalten allgemeinere Beschwerden die Diagnose bei Frauen oft schwieriger. Gl\u00fccklicherweise hat sich in den vergangenen Jahren jedoch viel getan, sodass es sich l\u00e4nger mit Herzschw\u00e4che leben l\u00e4sst und die Lebensqualit\u00e4t steigt. Das liegt an neuen Medikamenten sowie technischen Fortschritten im Bereich von Schrittmachern samt Defibrillatoren, die Hinterseer und seine Kollegen routiniert einsetzen. Ebenso erg\u00e4nzt die Telemedizin die Herzinsuffizienzbehandlung, die im grenz\u00fcbergreifenden Herzzentrum F\u00fcssen-Au\u00dferfern routinem\u00e4\u00dfig eingesetzt wird. Zudem profitieren Patientinnen und Patienten von immer neuen Erkenntnissen zum Lebensstil-Management.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Schl\u00fcssel ist aber nach wie vor, die Vorboten einer Insuffizienz m\u00f6glichst fr\u00fch zu erkennen und diesen entgegenzuwirken. \u201eBluthochdruck macht zusammen mit der koronaren Herzerkrankung und Herzrhythmusst\u00f6rungen die h\u00e4ufigsten Ursachen der Herzschw\u00e4che aus&#8220;, erl\u00e4utert Hinterseer. Daher sollten diese Erkrankungen m\u00f6glichst fr\u00fchzeitig erkannt und behandelt werden. Bei Bluthochdruck ist das Problem, dass die Erkrankung nicht weh tut und daher h\u00e4ufig jahrelang unbehandelt bleibt. Auch wenn eine Herzschw\u00e4che mit dem Alter h\u00e4ufiger auftritt, r\u00e4t er bereits 20- bis 30-J\u00e4hrigen regelm\u00e4\u00dfig, am besten bei jedem Hausarztbesuch, den Blutdruck messen zu lassen. Das gilt vor allem bei genetischer Vorbelastung in der Familie. Denn diese l\u00e4sst sich im Gegensatz zum Lebensstil nicht beeinflussen. Wer sich gesund ern\u00e4hrt, genug bewegt und auf das Rauchen verzichtet, senkt jedoch die Gefahr signifikant. Dennoch l\u00e4sst sich nicht jede Herzinsuffizienz vermeiden. Kommt es zu einem akuten Auftreten einer Herzinsuffizienz, gilt es dem K\u00f6rper das Wasser zu entziehen, das sich durch die verminderte Pumpleistung abgelagert hat und die Ursache des Notfalls im Krankenhaus zu behandeln. Der Akutbehandlung folgt die sogenannte Chronische Therapie. Dabei kann eine Reihe von Medikamenten helfen. Dazu geh\u00f6ren Betablocker, die die Herzfrequenz und damit auch den Puls senken. \u201eDas ist wie mit dem Auto bei 100 Stundenkilometern im f\u00fcnften Gang zu fahren. Es entlastet das Herz&#8220;, zieht Hinterseer einen Vergleich. \u00c4hnlich wirken ACE-Hemmer als blutdrucksenkende Medikamente. Entw\u00e4ssernde Mittel kommen ebenso zum Einsatz und erst seit kurzer Zeit auch Medikamente, die aus der Diabetes-Behandlung stammen. Sie helfen der Niere mehr Glukose auszuscheiden, was zum einen den Blutzuckerspiegel senkt, aber auch das Herz entlastet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ebenfalls ge\u00e4ndert hat sich laut dem F\u00fcssener Chefarzt die Einstellung der Medizin zu Herzschw\u00e4che und Sport: Waren Patientinnen und Patienten fr\u00fcher angehalten, sich zu schonen, ist heute bewiesen, dass gezieltes und gem\u00e4\u00dfigtes Training hilfreich ist. Dieses findet am besten in speziellen Herzgruppen statt. Hinterseer spricht dabei gar von einem Paradigmenwechsel. Ein weiteres effektives Mittel der Medizin sind spezielle Schrittmacher, die das Herz nicht nur unterst\u00fctzen, sondern auch die Pumpleistung verbessern. Bei Menschen, die bei einer ausgepr\u00e4gten Herzschw\u00e4che in der Gefahr sind einen pl\u00f6tzlichen Herztod zu erleiden, k\u00f6nnen diese mit zus\u00e4tzlichen implantierbaren Defibrillatoren ausgestattet werden. Im Vergleich zur im Notfall lebensrettenden Wirkung bezeichnet Hinterseer den Eingriff dazu als \u201ekeine gro\u00dfe OP&#8220;. Diese k\u00f6nne unter Lokalan\u00e4sthesie mit einem kleinen Schnitt nahe des Schl\u00fcsselbeins bei nur zwei N\u00e4chten Klinikaufenthalt stattfinden. Ebenso lassen sich heute mit einem Kathetereingriff zu gro\u00dfe und damit undichte Herzklappen \u201ereparieren&#8220;, die auch bei einer Herzschw\u00e4che auftreten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiterer wichtiger Baustein, vor allem in l\u00e4ndlichen Regionen, ist die Telemedizin. \u201eDiese bieten wir schon seit Jahren an. Durch die Corona-Lage und Studien, die den Nutzen belegen, werden Telemedizinzentren wie in F\u00fcssen jetzt explizit vom Gesetzgeber gef\u00f6rdert&#8220;, erl\u00e4utert der Kardiologe. Dabei k\u00f6nnen die Daten elektronisch an den behandelnden Kardiologen \u00fcbermittelt werden. Zus\u00e4tzlich k\u00f6nnen sie mit einem Tablet regelm\u00e4\u00dfig Faktoren wie Gewicht, Puls und Blutdruck eintragen. Das gibt Hinweise auf Ver\u00e4nderungen und somit die M\u00f6glichkeit schnell zu reagieren, lange bevor ein Notfall eintritt. Was vielerorts noch in den Kinderschuhen steckt, nimmt die Bev\u00f6lkerung vor Ort bereits seit Jahren gut an. Hinterseer sieht vor allem zwei Gr\u00fcnde daf\u00fcr: Zum einen seien viele \u00c4ltere mittlerweile technikaffin, zum anderen empfinden sie die Telemedizin als zus\u00e4tzliche Sicherheit und \u201edigitale Zuwendung\u201c. \u201eDenn wer einmal Luftnot hatte, will das nicht wieder erleben&#8220;, sagt er. Mit diesem Wunsch sind die Menschen bei den Ostallg\u00e4uer Kardiologen gut aufgehoben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:12px\">Text \u00b7 Foto: Gabriele Apfelbacher, Kreiskliniken Ostallg\u00e4u<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Aktionswochen der Deutschen Herzstiftung haben sich heuer dem Schwerpunkt &#8222;Ursache, Diagnose und Therapie des Bluthochdrucks&#8220; verschrieben. Dieser z\u00e4hlt, vor allem wenn er \u00fcber l\u00e4ngere Zeit nicht behandelt wird, zu den h\u00e4ufigsten Ursachen der Herzinsuffizienz, auch Herzschw\u00e4che genannt. 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