{"id":26802,"date":"2021-10-29T10:28:51","date_gmt":"2021-10-29T08:28:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/?p=26802"},"modified":"2021-10-29T10:29:07","modified_gmt":"2021-10-29T08:29:07","slug":"behandlung-long-covid-patienten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/2021\/10\/behandlung-long-covid-patienten\/","title":{"rendered":"Behandlung von Long Covid Patienten"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es sind Patienten im jungen, wie auch im etwas h\u00f6heren Alter. Die meisten von ihnen sind soweit gesund. Eine Infektion mit dem Coronavirus haben sie bereits seit l\u00e4ngerer Zeit hinter sich. An den Sp\u00e4tfolgen leiden sie allerdings noch bis zum heutigen Tag. Wie etwa Stefan Kiechle, der im Dezember 2020 an Covid19 erkrankte und heute zu den sogenannten \u201ePost-\u201c oder \u201eLong Covid Patienten\u201c z\u00e4hlt. Dabei sind Symptome wie M\u00fcdigkeit, Geschmacklosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, oder in wenigen F\u00e4llen sogar teilweiser Ged\u00e4chtnisverlust, nur eine Nebenerscheinung. Es sind vor allem sehr starke Schmerzen im Brust- und Herzbereich, die bei einer h\u00f6heren k\u00f6rperlichen Belastung auftreten. Die l\u00e4ngst noch nicht wieder erlangte k\u00f6rperliche Kondition in Verbindung mit den Schmerzen f\u00fchrt bei einigen Patienten au\u00dferdem zu psychischen Problemen, wie \u00c4ngsten oder sogar Psychosen. Insgesamt zw\u00f6lf Long Covid Patienten wurden in den vergangenen Monaten im Therapiezentrum Eggensberger in Hopfen am See behandelt, mit gro\u00dfem Erfolg.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">H\u00f6here Belastungen nicht m\u00f6glich<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eLong-Covid-Patienten berichten, dass sie nicht mehr in vollen Z\u00fcgen normal einatmen k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rt Andreas Eggensberger. \u201eMan atme bis zu einem bestimmten Punkt, an dem dann ein stechender Schmerz eintritt. Dieses Gef\u00fchl kann bei Long Covid Patienten sogar bis zu mehrere Tage andauern.\u201c Au\u00dfer diesem beklemmenden Zustand f\u00fchlen sich die Patienten weitestgehend genesen. Zudem wurden sie bereits von den \u00c4rzten, bei denen sie in Behandlung waren, mit allen n\u00f6tigen Untersuchungen durchgecheckt. Alle Werte, wie etwa aus EKG oder Blutuntersuchungen gemessen, weisen auf den ersten Blick v\u00f6llig normale Zahlen auf. Ebenso die Lungenfunktionen. \u201eTrotzdem sagen die Patienten, dass sie sich noch nicht wohl f\u00fchlen\u201c, so der Kneipp- und Physiotherapeut. \u201eDas Problem ist, dass sie gr\u00f6\u00dferen und bisher gewohnten Belastungen noch nicht standhalten k\u00f6nnen.\u201c So wie auch bei Stefan Kiechle. Zwar erreichte er, auf eine durchschnittlich trainierte Person seines Alters und Gewichts bezogen in der Trainingsbelastung mit 220 Watt knapp 90 Prozent, was etwa 2,4 Watt pro Kilogramm K\u00f6rpergewicht entspricht. Als Sportler und Mitglied der Bergwacht leistet er aber normalerweise gut 400 Watt, etwa 5,5 Watt pro Kilogramm K\u00f6rpergewicht. \u201eEr kam so gesehen bisher also nur auf 43 Prozent seiner sonstigen Leistung\u201c, erkl\u00e4rt Eggensberger. \u201eDie Angst vor dem Schmerz in der Brust hindert den Patienten schlie\u00dflich auch daran, sich h\u00f6heren Belastungen auszusetzen. Dieses Problem wollten wir l\u00f6sen, was uns auch gelungen ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"625\" src=\"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/FA_11_21_Eggensberger-02-1024x625.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-26750\" srcset=\"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/FA_11_21_Eggensberger-02-1024x625.jpg 1024w, https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/FA_11_21_Eggensberger-02-300x183.jpg 300w, https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/FA_11_21_Eggensberger-02-20x12.jpg 20w, https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/FA_11_21_Eggensberger-02.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ermittlung des individuellen Trainingsfensters<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um dieses Problem anzugehen, wurden bei den Patienten, die im Therapiezentrum zur Reha behandelt wurden, schlie\u00dflich die gleichen Leistungen abgerufen wie in den \u00e4rztlich gef\u00fchrten Untersuchungen zuvor. Der einzige Unterschied dabei waren Lactattests, die bei den einzelnen Patienten zus\u00e4tzlich durchgef\u00fchrt wurden. \u201eErreicht die Lactatkonzentration im Blut circa 4 Millimol (mmol\/l), ist die sogenannte anaerobe Schwelle erreicht. Sie stellt den Punkt dar, an dem der K\u00f6rper seine Energiegewinnung nicht mehr aus dem Sauerstofftransport durch das Blut decken kann. Der Lactatstufentest ermittelt also das Trainingsfenster zwischen 2 Millimol und 4 Millimol, damit der zu Trainierende wei\u00df, mit welchem Puls er arbeiten muss\u201c, sagt Andreas Eggensberger. \u201eDas hat bei Stefan nach Long-Covid in rund zehn Wochen hervorragend geklappt, so dass er seine Belastungsgrenze langsam auch wieder steigern konnte, ohne die st\u00e4ndige Angst an einen Punkt zu kommen, an dem dann die Schmerzen in der Brust auftreten. Mit dem Trainingsfenster bleibt der Patient unter diesem Punkt.<br>So wurde bei allen Patienten, wie auch im Sportbereich \u00fcblich, ein gezielter Aufbau von k\u00f6rperlichen F\u00e4higkeiten vorgenommen, \u00fcberwacht von Diplomsportlehrern und Physiotherapeuten. Das Ergebnis ist, dass nahezu alle zw\u00f6lf Patienten ihre Kondition kontinuierlich steigern konnten, bis hin zu ihrer gewohnten vollen Leistungsf\u00e4higkeit. \u201eNur bei drei Patienten sind wir noch nicht ganz auf dem altgewohnten Level\u201c, sagt Andreas Eggensberger. \u201eAber sie wissen nun, was sie genau tun m\u00fcssen und dass dieser Weg der richtige ist. Die \u00c4ngste sind weg.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background wp-block-paragraph\" style=\"background-color:#e3e5e6\">Mehr Informationen unter:<br>Therapiezentrum Eggensberger:<br>Ringweg 4-6, 87629 Hopfen am See<br>Tel. 08362 9103 613 \u00b7 E-Mail: <a href=\"mailto:info@reha-hopfen.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">info@reha-hopfen.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:12px\">Text: Lars Peter Schwarz \u00b7 Foto: Klinikverbund Allg\u00e4u<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es sind Patienten im jungen, wie auch im etwas h\u00f6heren Alter. Die meisten von ihnen sind soweit gesund. Eine Infektion mit dem Coronavirus haben sie bereits seit l\u00e4ngerer Zeit hinter sich. An den Sp\u00e4tfolgen leiden sie allerdings noch bis zum heutigen Tag. 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