{"id":26069,"date":"2021-07-30T12:10:44","date_gmt":"2021-07-30T10:10:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/?p=26069"},"modified":"2021-07-30T12:10:44","modified_gmt":"2021-07-30T10:10:44","slug":"sehnsucht-nach-heimat-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/2021\/07\/sehnsucht-nach-heimat-2\/","title":{"rendered":"Sehnsucht nach Heimat"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Die Entwicklungen und Traditionen der heimischen Trachtenkultur stehen in den kommenden Monaten in der Lechstadt im Mittelpunkt. Von Ende Juli bis in den Februar n\u00e4chsten Jahres hinein zeigt das Museum der Stadt F\u00fcssen die Sonderausstellung \u201eSehnsucht nach Heimat\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum ersten Mal pr\u00e4sentieren die alteingesessenen Trachtenvereine aus der Kernstadt sowie den fr\u00fcher selbst\u00e4ndigen Gemeinden Wei\u00dfensee und Hopfen am See dabei gemeinsam ihre Geschichte und ihre \u201eSch\u00e4tze\u201c. F\u00fcr die Durchf\u00fchrung dieses Sonderausstellungsprojekts haben sich das Museum der Stadt F\u00fcssen, die Trachtenkultur-Beratung des Bezirks Schwabens, die Trachtenvereine im Ortsgebiet, der Obere Lechgau-Verband und das Allg\u00e4uer Heimatwerk zusammengeschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Immerhin k\u00f6nnen die vier Vereine in F\u00fcssen zusammen mit \u00fcber 500 Mitgliedern auf bis zu 120 Jahre Trachten- und Vereinsgeschichte zur\u00fcckblicken. Die beteiligten Vereine, darunter der Gebirgstrachten und Heimatverein D&#8217;Neuschwanstoaner Stamm F\u00fcssen, der Trachtenverein D&#8217;Falkenstoaner Wei\u00dfensee und der Trachtenverein Burg Hopfen, z\u00e4hlen damit zu den \u00e4ltesten Trachtenvereinen im Allg\u00e4u. Die Ausstellung gew\u00e4hrt einen Blick hinter die Kulissen der Trachtenkultur und zeigt seltene Exponate. Wir haben uns zum Ausstellungsaufbau mit Museumsleiter Dr. Anton Englert und Richard Hartmann vom Allg\u00e4uer Heimatwerk zu einem ersten Rundgang im Museum der Stadt F\u00fcssen im Barockkloster St. Mang getroffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wie schwer war es, diese Ausstellung zusammenzustellen und die Liste der Exponate auszuw\u00e4hlen, die hier gezeigt werden?<\/strong><br>Die Vorbereitungen zu der Ausstellung haben vor drei Jahren begonnen. Wir haben uns am Anfang zusammengesetzt und er\u00f6rtert, was wir darstellen und ausdr\u00fccken wollen. Wie hat sich dieses Brauchtum entwickelt? Was ist Tracht eigentlich und welche Ausdruckskraft hat sie? Das waren dabei die wichtigsten Fragen f\u00fcr uns. Bei der Konzeption der Ausstellung und bei der Texterstellung f\u00fcr die Erkl\u00e4rungen der Exponate und Stationen hat uns dann die Trachtenkultur-Beratung des Bezirks Schwabens tatkr\u00e4ftig unterst\u00fctzt. Insgesamt haben wir aus rund 300 verschiedenen Exponaten ausgew\u00e4hlt, etwa 80 sind am Ende \u00fcbrig geblieben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Herr Englert, was genau gibt es in der Ausstellung alles zu sehen? In welcher Reihenfolge wurde diese Thematik didaktisch umgesetzt und welche Stationen und Kapitel erwarten den Besucher?<\/strong><br>Die Ausstellung beginnt mit einer kurzen Einf\u00fchrung in das Thema anhand von Fotografien aus der Zeit der Industrialisierung um die Wende zum 20. Jahrhundert, als sich die ersten Trachtenvereine bildeten. Zugereiste Fabrikarbeiter, die in den Hanfwerken Anstellung fanden, schufen sich damit eine eigene Heimat in F\u00fcssen. Tracht, T\u00e4nze und Gebr\u00e4uche der Gebirgsbewohner wurden damals zu einer volkst\u00fcmlichen Mode. Das erkennt man auch gut anhand von Fotografien und einem Gem\u00e4lde von Prinzregent Luitpold, worauf zu sehen ist, dass auch der Hochadel Gebirgstracht trug, um Volksn\u00e4he zu zeigen. Anschaulich erkl\u00e4rt werden dann die Entstehungsgeschichte und die Beweggr\u00fcnde der einzelnen Vereine. Die verschiedenen Trachten mit ihren jeweiligen Bestandteilen und Merkmalen werden schlie\u00dflich im Refektorium im Rahmen einer Ton- und Lichtschau pr\u00e4sentiert. Eine Wand mit Werbeanzeigen aus alten Zeitungen belegt unter anderem, wie sich mit den Trachten und dazugeh\u00f6rigen Utensilien auch schon damals mehr und mehr ein eigener Markt entwickelte. Zu sehen ist auch die offizielle Gr\u00fcndungsurkunde des \u00e4ltesten Trachtenvereins der Stadt. Eine Originalfahne und zahlreiche Fahnenb\u00e4nder, bestickte Hosentr\u00e4ger und Vereinsabzeichen z\u00e4hlen zu den Objekten der Zeitgeschichte. Eine weitere Abteilung zeigt die einzelnen Aktivit\u00e4ten der Vereine, von der Jugendarbeit \u00fcber Heimatabende, bis hin zu den gro\u00dfen Gautrachtenfesten, ebenso wie ihre verschiedenen T\u00e4nze und Schuhplattler. H\u00f6hepunkte sind aber nat\u00fcrlich die Trachten selbst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was macht die Ausstellung auch f\u00fcr Kinder interessant?<\/strong><br>Kinder k\u00f6nnen hier sehen, was zu einem Verein und seinen Aktivit\u00e4ten alles dazu geh\u00f6rt. Wir zeigen dazu viele bunte Objekte und Bilder, anhand derer viel Wissen anschaulich vermittelt wird, da Kinder in der Regel wenig Texte lesen. Kinder und alle, die dazu Lust haben, k\u00f6nnen sich vor einer Fotowand als Trachtlerinnen und Trachtler fotografieren lassen. Der Gedanke dabei ist, dass man die Kinder begeistert, genauso aber auch deren Eltern, ohne die die Kinder nicht kommen w\u00fcrden. Man kann erleben, dass es hier in F\u00fcssen neben Fu\u00dfball oder Eishockey auch noch eine weitere lebenswerte Tradition gibt, die Menschen miteinander lebenslang verbindet und die es wert ist, auch weiterhin erhalten zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Herr Hartmann, wie haben Sie die Zusammenarbeit zwischen Ihnen, dem Trachten- und Heimatexperten, und Herrn Englert, dem Volkskundler und Wissenschaftler, erlebt?<\/strong><br>Herr Englert verf\u00fcgt \u00fcber eine Akribie, die ich als k\u00fcnstlerisch Schaffender nicht immer habe. Wir haben uns dem Thema von zwei Seiten aus angen\u00e4hert und erg\u00e4nzt. Ich bin sehr dankbar, denn obwohl das Thema Trachten und Heimat mein Fachgebiet ist, habe ich durch die Arbeit an der Ausstellung noch enorm viel dazu gelernt. Ein gro\u00dfer Teil meines Wissens stammt aus \u00dcberlieferungen und Geschichten. Jetzt habe ich fundiertes Wissen dazugewonnen. Dieses Wissen ist f\u00fcr mich wie ein Schatz. Diese Ausstellung ist etwas ganz Besonderes geworden, in der auch Menschen, die sich auskennen, noch jede Menge Interessantes und Wissenswertes erfahren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch und viel <strong>Erfolg.<\/strong><br>Wir danken Ihnen f\u00fcr Ihre Unterst\u00fctzung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background wp-block-paragraph\" style=\"background-color:#e6e9ea\"><strong>INFO<\/strong><br>Die Sonderausstellung \u201eSehnsucht nach Heimat \u2013 Trachtenkultur im F\u00fcssener Land\u201c ist vom 30. Juli 2021 bis 27. Februar 2022 im Museum der Stadt F\u00fcssen zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:12px\">Text: Lars Peter Schwarz \u00b7 Foto: Sabina Riegger<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Entwicklungen und Traditionen der heimischen Trachtenkultur stehen in den kommenden Monaten in der Lechstadt im Mittelpunkt. Von Ende Juli bis in den Februar n\u00e4chsten Jahres hinein zeigt das Museum der Stadt F\u00fcssen die Sonderausstellung \u201eSehnsucht nach Heimat\u201c. 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