{"id":25555,"date":"2021-05-27T19:11:51","date_gmt":"2021-05-27T17:11:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/?p=25555"},"modified":"2021-06-03T23:01:04","modified_gmt":"2021-06-03T21:01:04","slug":"restaurant-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/2021\/05\/restaurant-geschichte\/","title":{"rendered":"Ein Restaurant mit Geschichte"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Guido Degasperi am 28. Juni 1978 seine Urbanstube er\u00f6ffnete, war noch lange nicht ersichtlich, was aus der Imbiss-Stube werden w\u00fcrde. \u201eIch war immer einer, der verr\u00fcckte Sachen machte\u201c, erz\u00e4hlt Degasperi. Einige Lechtaler k\u00f6nnen sich noch an die legend\u00e4ren Partys erinnern. Die Schaumparty war die erste im Lechtal und bei der Beach-Party wurden drei Kubik Sand in die Urbanstube ausgeladen. Degasperi erinnert sich noch ganz genau an die Anfangszeiten. Als alleinerziehender Vater von zwei Kindern nahm er sich trotz seiner Gastronomie die Zeit heraus, mit seinen Kindern vor dem Zubettgehen zu singen und zu beten. Sein inniges Verh\u00e4ltnis zu ihnen ist geblieben. Auch die Gewohnheit, fast t\u00e4glich gemeinsam zu essen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Vielem war der Lechtaler Vorreiter. Sein Restaurant \u201eZur Geierwally\u201c, das jetzt sein 45-j\u00e4hriges Bestehen feiert, ist ein kulinarisches Museum geworden. Trachten, Gem\u00e4lde, Schriftst\u00fccke, Antiquit\u00e4ten und Zeichnungen von Josef Anton Falger zieren die Gaststuben. Die \u201eHimmelspforte\u201c, die eigentliche Eingangst\u00fcre ins Restaurant, ist die alte Kirchent\u00fcre aus Bach. Auch die Eingangst\u00fcre zum Geierwally-Restaurant hat geschichtlichen Hintergrund. Josef Anton Falger wird die T\u00fcrklinke schon oft gedr\u00fcckt oder gar an der T\u00fcr geklopft haben. Denn die geh\u00f6rte zum Haus von Falgers Schwiegervater, der nur ein Haus unter dem des Restaurants lebte \u2013 im Haus Nr. 39 in Elbigenalp.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"615\" src=\"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/FA_06_21_Geierwally-02.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-25454\" srcset=\"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/FA_06_21_Geierwally-02.jpg 1000w, https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/FA_06_21_Geierwally-02-300x185.jpg 300w, https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/FA_06_21_Geierwally-02-20x12.jpg 20w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sein Restaurant ist ein Unikat, so wie er auch. Es ist eine Erlebnisgastronomie par excellence, denn mit weniger w\u00fcrde sich der Lechtaler nicht begn\u00fcgen. \u201eWenn man etwas sagt oder etwas bewirbt, dann muss es auch so sein. Sonst l\u00e4sst man es lieber bleiben\u201c, so Guido Degasperi. Die Liebe zu seiner Heimat, und da geh\u00f6ren das Kulinarische, die Geschichte und das Brauchtum dazu, sieht und schmeckt man. Er ist ein Mann, der die Geschichte liebt, sie aufsaugt wie ein Schwamm, um sie dann so zu erz\u00e4hlen, dass der Zuh\u00f6rer das Gef\u00fchl hat, bei dem Geschehen dabei gewesen zu sein. Seine Rezepte sind authentisch. Man findet sie nicht \u00fcberall. Genauso wie seine S\u00e4fte, Schn\u00e4pse und dergleichen, die aus heimischen Produkten hergestellt wurden. Versteht sich irgendwie von selbst, dass sie nicht gekauft, sondern selbstgemacht sind. Seine Spezialit\u00e4ten sind der Meister- und Blutwurz, Schlehen und Eierlik\u00f6r und vieles andere mehr.<br>Guido Degasperi legt gro\u00dfen Wert auf Geschmack, nicht nur den sichtbaren wie M\u00f6bel und die Tischdekorationen, Besteck und Teller. Es ist der Geschmack von gutem, ehrlichem Essen, liebevoll angerichtet. Als der Lechweg ins Leben gerufen wurde, war er nicht so begeistert. \u201eIch dachte mir, dass sind Wanderer, die ihren Proviant dabei haben. Ich habe mich zum Gl\u00fcck get\u00e4uscht. Es sind sehr angenehme G\u00e4ste, die das Lechtal und die Lechtaler Produkte lieben. Sie sind Genie\u00dfer\u201c, erz\u00e4hlt der 73-J\u00e4hrige.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Geierwally Restaurant gibt es so vieles zu sehen. Da sind die vielen verschiedenen Lik\u00f6r- und Spirituosenflaschen, die in einer Kinderwiege ihren Platz haben. Oder der sch\u00f6ne alte gusseiserne Ofen, die Suppensch\u00fcsseln in verschiedenen Formen und Gr\u00f6\u00dfen. Alles hat seinen Platz. Einige Bilder der Anna Stainer Knittel (Geierwally) zieren die W\u00e4nde, sie ist Teil der Geschichte im Lechtal. Hier zu speisen ist ein wahres Vergn\u00fcgen. Denn Guido Degasperis kulinarische Besonderheit sind Kn\u00f6del und Krapfen, zehn herzhafte und f\u00fcnf S\u00fc\u00dfe. Wer die f\u00fcnf Elemente bestellt, bekommt einen Tiroler-, Kas- und Bergmuas-Kn\u00f6del sowie je einen Schlutz und Kr\u00e4uterkrapfen auf den Teller. Auch die Salate sind nicht nur optisch eine Augenweide, oder das Tris aus Kn\u00f6del. Wer herzhaftes aus heimischen Produkten mag, auch Fisch und Fleisch, wird sich im Geierwally-Restaurant mehr als wohlf\u00fchlen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"565\" src=\"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/FA_06_21_Geierwally-03.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-25455\" srcset=\"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/FA_06_21_Geierwally-03.jpg 1000w, https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/FA_06_21_Geierwally-03-300x170.jpg 300w, https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/FA_06_21_Geierwally-03-390x220.jpg 390w, https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/FA_06_21_Geierwally-03-20x11.jpg 20w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption>In der \u201eneuen\u201c Falgerstube sind die Tische fein gedeckt, mit Stoffservietten und edlem Besteck.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Schmuckst\u00fcck ist die neugestaltete Falger-Stube. Josef Anton Falger war Untert\u00fctzer und Mentor von Anna Stainer Knittel. Zeichnungen und Litographien erg\u00e4nzen die Trachtendokumentationen in Bildern, die an den W\u00e4nden h\u00e4ngen. Man ist hier in bester Gesellschaft. Auch hier sind die Tische fein gedeckt, mit Stoffservietten und edlem Besteck.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"664\" src=\"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/FA_06_21_Geierwally-04.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-25456\" srcset=\"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/FA_06_21_Geierwally-04.jpg 1000w, https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/FA_06_21_Geierwally-04-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/FA_06_21_Geierwally-04-20x13.jpg 20w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption>Das Geierwally-Restaurant mit dem Kochherd. Hier findet auch seit 25 Jahren das Kochen am offenen Herd statt. <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Name<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/FA_06_21_Geierwally-05.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-25457\" width=\"178\" height=\"268\" srcset=\"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/FA_06_21_Geierwally-05.jpg 664w, https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/FA_06_21_Geierwally-05-199x300.jpg 199w, https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/FA_06_21_Geierwally-05-13x20.jpg 13w\" sizes=\"(max-width: 178px) 100vw, 178px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf seinen Namen ist der Tiroler stolz. Schlie\u00dflich stammt er aus der Linie Alcide De Gasperi, der am 5. September 1946 das Pariser Abkommen unterzeichnet hat. Dieser Vertrag garantiert den Schutz der kulturellen Eigenart der deutschsprachigen Bev\u00f6lkerung in der Region Trentino-S\u00fcdtirol. \u201eIch erinnere mich daran, dass unser Haus immer offene T\u00fcren hatte und beinahe t\u00e4glich Besuch da war. Gastfreundschaft wurde hochgehalten, meine Mutter war sehr kontaktfreudig und sch\u00e4tzte Gesellschaft sehr\u201c, erz\u00e4hlt der Lechtaler. Menschen zusammenbringen, das kann Guido Degasperi sehr gut. Seine Ideen haben ihm schon die Verdienstmedaille vom Land Tirol eingebracht. Er gr\u00fcndete 1991 einen Trachtenverein, der noch immer sehr aktiv ist. Seine Kl\u00f6ppel- und Spinnkurse sind jedes Mal ausgebucht und mit seinen Goa\u00dflschnalzern war er bereits zwei Mal Tiroler Meister. Er engagiert sich f\u00fcr die Wunderkammer, macht G\u00e4stef\u00fchrungen\u2026 Sein Sinn f\u00fcr das Sch\u00f6ne und Gemeinsame ist noch lange nicht am Ende.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background wp-block-paragraph\" style=\"background-color:#e4e4e4\"><strong>Info<\/strong><br>Restaurant \u201eZur Geierwally\u201c<br>Guido Degasperi<br>Haus Nr. 40 | 6652 Elbigenalp<br>Teleofon: +43 5634 64 05 | f: +43 5634 200 18<br>E-Mail: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"mailto:kathy.matti@gmx.at\" target=\"_blank\">kathy.matti@gmx.at<\/a><br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.zur-geierwally.at\" target=\"_blank\">www.zur-geierwally.at<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:12px\">Text \u00b7 Fotos: Sabina Riegger<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Guido Degasperi am 28. 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