{"id":23443,"date":"2020-11-27T10:12:28","date_gmt":"2020-11-27T09:12:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/?p=23443"},"modified":"2020-11-27T10:12:43","modified_gmt":"2020-11-27T09:12:43","slug":"natuerliche-hilfe-starke-abwehrkraefte-teil-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/2020\/11\/natuerliche-hilfe-starke-abwehrkraefte-teil-ii\/","title":{"rendered":"Nat\u00fcrliche Hilfe f\u00fcr starke Abwehrkr\u00e4fte &#8211; Teil II"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach wie vor ist gerade jetzt ein gut funktionierendes Immunsystem ein wesentlicher Part, um uns vor Krankheiten zu bewahren. Einen Teil der M\u00f6glichkeiten, es zu st\u00e4rken, habe ich Ihnen ja schon beim letzten Mal vorgestellt, aber gerade auch die Pflanzenheilkunde bietet uns ebenfalls viele Alternativen, um die Abwehr zu unterst\u00fctzen und uns besser vor Viren und Bakterien zu sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zistrose (Cistus incanus)<\/strong><br>Die sogenannte \u201egraubehaarte Zistrose\u201c ist ein uraltes Heilmittel aus der Pflanzenwelt. Die G\u00f6tter der Antike sollen sich schon bereits damals dar\u00fcber gestritten haben, ob ihre Sch\u00f6nheit oder die Heilwirkung wichtiger ist \u2013 sie einigten sich darauf, dass wohl beides gleichwertig sei. F\u00fcr uns steht die heilkundliche Anwendung nat\u00fcrlich momentan im Fokus. Die Zistrose hat eine erstaunlich lange Tradition: im 4. Jahrhundert v. Chr. wurde bereits mit ihrem Harz, genannt Labdanum behandelt, z.B. zur Zahnpflege, f\u00fcr desinfizierende Pflaster oder aufgel\u00f6st als Waschungen oder Sitzb\u00e4der, und, sehr interessant, sogar gegen die Pest. Au\u00dfergew\u00f6hnlich war auch die Gewinnung: Ziegen wurden durch die B\u00fcsche getrieben und anschlie\u00dfend das im Fell h\u00e4ngen gebliebene Harz ausgeb\u00fcrstet. Aber auch der Kr\u00e4utertee wurde schon sehr lange im nahen Osten, dem n\u00f6rlichen Afrika und im Mittelmeerraum oft und gerne zu sich genommen. Bis in das sp\u00e4te Mittelalter wurde das Wissen \u00fcber Cistus incanus noch \u00fcberliefert, danach wurde das Kraut so gut wie ganz vergessen, bis es 1999 zur \u201ePflanze des Jahres\u201c gek\u00fcrt wurde und auf einmal wieder europaweit Schlagzeilen in den Medien machte!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zistrose z\u00e4hlt zu den Polypenol-haltigsten essbaren Pflanzen Europas. Polyphenole z\u00e4hlen zu den sekund\u00e4ren Pflanzenstoffen und werden manchmal auch als \u201ePhytamine\u201c bezeichnet und haben ein sehr hohes antioxidatives, also zellsch\u00fctzendes Potential. Als Beispiel: Cistus-Tee sch\u00fctzt das Herz 4 Mal so gut wie Rotwein und hat eine 20-fach oxidativere Kraft als frisch gepresster Zitronensaft! Au\u00dferdem kann ein intensiver Sud den K\u00f6rper hervorragend von Schwermetallen und Giften reinigen.<br>Was aber in unserer aktuellen Lage wirklich super interessant ist, ist die Wirkung eines speziellen Extraktes namens Cystus 052 gegen Viren aller Art. Hier l\u00e4uft die Forschung schon seit 2007. Gerade in der Fr\u00fchphase viraler Erkrankungen ist dieser Extrakt besonders wichtig, da er die Vermehrung der Viren im K\u00f6rper blockiert: sie werden durch eine nichtpharmakologische Wechselwirkung mit den Extraktbestandteilen am Eindringen in die Zellen gehindert. Was bedeutet denn nun \u201enichtpharmakologisch\u201c? Die antivirale Wirkung beruht hier auf einer mechanischen Hemmung der Bindungsf\u00e4higkeit der Erreger an ihre Wirtszellen, man k\u00f6nnte es in etwa so formulieren \u2013 Cistus h\u00e4ngt gewisserma\u00dfen ein \u201eBetreten verboten\u201c &#8211; Schild an die Zellen und versperrt den Viren den Weg nach innen, indem es u.a. eben das Andocken an die Zelloberfl\u00e4chen vermindert. Sie k\u00f6nnen nun nicht mehr so leicht eindringen und die Vermehrung der Viren wird somit zum Gro\u00dfteil gestoppt. Ein geniales Prinzip, oder? Sogar Resistenzbildungen sind nicht bekannt! Bekannt ist Cystus 052 in Form von Lutschpastillen zur Vorbeugung und Bek\u00e4mpfung u.a. von Erk\u00e4ltungsviren. Man kann sie gut mitnehmen und gerade in Situationen, bei denen Sie eventuell mit mehreren Personen in Kontakt kommen k\u00f6nnten, nicht nur bei Bedarf anwenden und im Mund zergehen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein sehr \u00e4hnliches Ziel verfolgt ein Nasenspray, der aus einem Inhaltsstoff von Rotalgen, einem Polymer, namens lota-Carrageen oder Carragelose gewonnen wird. Bekannt ist ja, dass einer der h\u00e4ufigsten Eintrittswege von sog. respiratorischen Viren die Nase ist. Sind sie dort erst einmal angelangt, k\u00f6nnen sie sich an der Schleimhaut festsetzen und diese infizieren. Nun kommt es zur Vermehrung und Verbreitung derselben. Die typischen Symptome k\u00f6nnen sich schnell entwickeln. Wenn dann dazu kommt, dass die Nasenschleimhaut durch geringe Luftfeuchtigkeit oder Luftverschmutzung ausgetrocknet ist, so kann sie ihre Filterfunktion nur sehr schlecht erf\u00fcllen und der negative Effekt wird noch verst\u00e4rkt. Hier greift jetzt die Carragelose gleich doppelt ein: Erstens wird eine sch\u00fctzende Barriere gegen die Viren gebildet. Sie werden unspezifisch eingeh\u00fcllt und somit das Anheften an die Schleimhaut verhindert \u2013 die Vermehrung und Ausbreitung wird reduziert. Zweitens wird ein feuchtigkeitsspendender Schutzfilm gebildet, der als physikalische Kraft gegen \u00e4u\u00dfere Einfl\u00fcsse wirkt. Hier wird nochmals die nat\u00fcrliche Abwehr unterst\u00fctzt. Dreimal t\u00e4glich einen Spr\u00fchsto\u00df in jedes Nasenloch w\u00e4re optimal, selbstverst\u00e4ndlich sollte jedes Familienmitglied seinen eigenen Spray haben! \u00dcbrigens: in-vitro Studien konnten diese Ergebnisse bereits best\u00e4tigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine weitere \u201eAngriffsfl\u00e4che\u201c ist nat\u00fcrlich unser Rachenraum. Ein ganz wichtiges Utensil ist ja darum im Moment eben der Mund-Nasen-Schutz. Hier hatten sogar schon die Heiligen Drei K\u00f6nige sozusagen den richtigen Riecher, denn sie brachten au\u00dfer Gold und Weihrauch auch die <strong>Myrrhe (Harz von comniphora momol und anderen Comniphora-Arten)<\/strong> mit. Neben der Wirkung als R\u00e4ucherung, die sehr gut desinfizierend wirkt, ist eine alkoholische L\u00f6sung dieses Harzes antimikrobiell und zum Teil antiviral. Viele von Ihnen kennen sicher die altbew\u00e4hrte Myrrhentinktur als entz\u00fcndungshemmende Mundsp\u00fclung, zum Bepinseln oder Gurgeln bei Zahnfleischproblemen oder Druckstellen von Prothesen etc. Texte aus dem Mittelalter beschreiben hier schon ganz fr\u00fch sehr interessante Wirkungen:<br>\u201eMyrrha einer Bohnen gro\u00df verschlungen \/ hilft wider den langwierigen Husten \/ schweren Athem \/ \u2026\u201c oder \u201eWer heiser ist \/ der neme zu nachts ein st\u00fcckle Myrrha unter die Zungen \/ da\u00df es selber zerschmelze \/ \u2026 \/ und er bekompt darvon eine helle Stimme.\u201c<br>Die Heilige Hildegard von Bingen hat notiert: \u201eWenn \u00fcber einen Menschen gro\u00dfe Fieber hereinbrechen, dann gebe man ihm Myrrhe in warmem Wein zu trinken, und sie weichen.\u201c Zur vorbeugenden St\u00e4rkung, aber genauso auch zur Behandlung einer angegriffenen Mundschleimhaut gibt es einen sehr effektiven Spray, der au\u00dfer Myrrhentinktur pflanzliche Extrakte aus der Tormentill- und Ratanhiawurzel sowie \u00e4therische \u00d6le enth\u00e4lt und der sowohl reizmildernd als auch reduzierend auf verschiedene Erreger wirkt. Entweder direkt in den Rachenraum spr\u00fchen oder, wenn einem das so zu scharf ist, einige Spr\u00fchst\u00f6\u00dfe in ein Glas Wasser geben und damit gurgeln und das am besten mehrmals t\u00e4glich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch sehr gut zur St\u00e4rkung der Abwehr mit gleichzeitigen antiviralen Eigenschaften ist der <strong>Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea)<\/strong><br>F\u00fcr die immunstimulierenden Effekte der Echinacea werden vor allen sog. Alkylamide und Polysaccharide verantwortlich gemacht. Diese aktivieren die Killerzellen oder zytotoxische Zellen unseres Abwehrsystems, die wiederum Viren attackieren und eliminieren. Alkylamide sollen auch entz\u00fcndungshemmende St\u00e4rken bieten. Diese sind besonders gut einsetzbar gegen Viren, die eine Membran besitzen. Hierzu z\u00e4hlen u.a. respiratorische oder Influenza-Viren. Die Inhaltsstoffe k\u00f6nnen verhindern, dass das Virus in die Zellen eindringt. Auch bei wiederholter Anwendung entwickeln sich keine Resistenzen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig ist allerdings: Bitte nicht anwenden beim Vorhandensein von Autoimmunerkrankungen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine gesunde und besinnliche Vorweihnachtszeit w\u00fcnscht Ihnen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:12px\">Ihre Apothekerin<br>Simone Wagner<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach wie vor ist gerade jetzt ein gut funktionierendes Immunsystem ein wesentlicher Part, um uns vor Krankheiten zu bewahren. 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